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US-Zölle und hohe Energiekosten treiben Industrie ins Ausland: China und Indien als neue Standorte

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Deutsche Industrieunternehmen verlagern ihre Produktion zunehmend ins Ausland, um Kosten zu senken. Eine aktuelle Umfrage der DIHK zeigt, dass 40 Prozent der befragten Betriebe Investitionen außerhalb Deutschlands planen. Hauptgründe sind hohe Energiepreise, Bürokratie und eine steigende Steuerlast. Geopolitische Spannungen und drohende US-Zölle erhöhen den Druck, Lieferketten neu zu ordnen.

US-Zölle bedrohen Schlüsselbranchen

Sollte die angekündigte Zollpolitik der USA umgesetzt werden, drohen der deutschen Industrie erhebliche Einbußen. Simulationen des ifo-Instituts zeigen, dass die industrielle Wertschöpfung um bis zu 2,8 Prozent sinken könnte. Besonders betroffen wären die Automobil- und Pharmabranche, mit Verlusten von bis zu 6 bzw. 9 Prozent. Die Exporte in die USA könnten um bis zu 38,5 Prozent einbrechen. Für viele mittelständische Zulieferer bedeuten diese Aussichten existenzielle Risiken. Unternehmen reagieren bereits: Produktion verlagern sie in Länder mit weniger Handelshemmnissen – zunehmend auch nach Asien.

Energiekosten als entscheidender Standortfaktor

Eine Studie des Beratungsunternehmens Simon-Kucher bestätigt: Für 97 Prozent der Unternehmen sind Energiepreise der wichtigste Standortfaktor. In Deutschland sind die Kosten für Strom und Gas in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, während Länder wie China oder Indien attraktivere Konditionen bieten. Besonders energieintensive Branchen wie die Chemie ziehen ins Ausland. Etwa jeder dritte Betrieb verlegt seine Produktion außerhalb Europas; unter jenen, die innerhalb Europas bleiben, prüft rund jeder zweite zusätzlich Standorte im benachbarten Ausland. Der Trend betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern auch mittelständische Zulieferer, die sich an die neuen Strukturen anpassen müssen.

Neue Ziele: Europa, Asien und globale Diversifizierung

42 Prozent der Unternehmen verlagern Produktion in andere europäische Länder, 31 Prozent setzen auf Standorte in Asien – vor allem in China und Indien. Diese Länder bieten nicht nur niedrigere Energiekosten, sondern auch Zugang zu wachsenden Absatzmärkten. Zugleich nutzen Unternehmen die Verlagerung, um Lieferketten zu streuen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Die Folgen für deutsche Zulieferketten sind spürbar: Lokale Partner müssen Kapazitäten anpassen oder neue Märkte erschließen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Handlungsempfehlungen für Politik und Unternehmen

Die DIHK fordert eine schnelle Standortstärkung durch niedrigere Energiepreise, Steuersenkungen und Bürokratieabbau. Experten empfehlen Unternehmen, Exportstrategien zu prüfen und alternative Märkte zu erschließen. Neue Handelsabkommen mit asiatischen Ländern könnten Verluste im US-Geschäft ausgleichen. Für den Mittelstand bedeutet dies, Lieferbeziehungen strategisch zu diversifizieren und frühzeitig in digitale Lösungen zu investieren, um Kosten zu senken. Nur so lässt sich die Abwärtsspirale aus Produktionsverlagerungen und sinkender Wertschöpfung in Deutschland bremsen.

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