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Tankrabatt beschlossen: Welche Spritpreise Unternehmen ab Mai erwarten dürfen

Photo by engin akyurt / Unsplash

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Nach der Abstimmung im Bundestag am 24. April 2026 tritt ab dem 1. Mai ein befristeter Tankrabatt in Kraft. Die Regierung senkt die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um rund 14 Cent pro Liter. Zusammen mit dem Wegfall der Mehrwertsteuer ergibt sich eine Gesamtentlastung von etwa 17 Cent pro Liter. Die Maßnahme soll zwei Monate dauern. Der Staat finanziert sie mit rund 1,6 Milliarden Euro. Die Gegenfinanzierung erfolgt durch eine Erhöhung der Tabaksteuer.

Preisprognosen für die Tankstelle

Für Autofahrer und Flottenverantwortliche zeichnen sich folgende Entwicklungen ab: Super E10 könnte bei rund 1,94 Euro pro Liter liegen. Super E5 etwa 1,97 Euro. Diesel würde sich um die 2,12 Euro pro Liter bewegen. Ob die Steuerersparnis tatsächlich vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird, hängt von der Praxis ab. Aus den Erfahrungen von 2022 lässt sich eine Orientierung ableiten.

Wie viel vom Rabatt kommt wirklich an?

Beim Tankrabatt 2022 gab es ein uneinheitliches Bild. Das ifo-Institut meldete eine vollständige Weitergabe bei Diesel, während Benzin oft weniger Profitriemen hatte. Nur rund 85 Prozent der Steuerentlastung erreichten die Kundinnen und Kunden. Das RWI-Institut beobachtete ähnliche Muster und regionale Unterschiede. Über drei Monate hinweg schwächte sich der preissenkende Effekt deutlich ab. In wohlhabenderen Regionen wie Bayern war die Weitergabe oft geringer als in ostdeutschen Regionen. Der Wirtschaftsverband der Mineralölwirtschaft versprach zwar die volle Weitergabe der Steuerersparnis. Eine Garantie gab es nicht.

Technische Verzögerungen beim Preisrückgang

Für Unternehmen und Fuhrparkverantwortliche ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Die Energiesteuer wird nicht erst an der Zapfsäule fällig, sondern bereits bei der Lieferung aus Raffinerien oder großen Tanklagern. Dadurch ist der Großteil des Kraftstoffs, der in der ersten Phase des Rabatts verkauft wird, aus unternehmerischer Sicht noch mit der höheren Steuer belastet. Der Preisrückgang könnte sich daher verzögert zeigen und schrittweise erfolgen, statt abrupt um Mitternacht am 1. Mai.

Auswirkungen auf Logistik und Betriebskosten

Für den Mittelstand und Logistikbetriebe eröffnen sich interessante Perspektiven. Sinkende Spritpreise drücken direkt auf die Transportkosten. Ein Lastwagen, der täglich unterwegs ist, könnte von niedrigeren Dieselkosten profitieren. Bei zwei Monaten Laufzeit summieren sich die Einsparungen zu nennenswerten Beträgen. Besonders Unternehmen mit großen Fuhrparks profitieren. Die niedrigeren Betriebskosten können Lieferkosten senken und damit die Preisstabilität für Endkunden unterstützen.

Kartellrechtsverschärfung als Kontrollmechanismus

Um Preisabsprachen besser zu verhindern, hat die Koalition eine weitere Maßnahme beschlossen. Das Bundeskartellamt erhält mehr Befugnisse. Es kann schneller und entschlossener einschreiten, falls Tankstellen oder Mineralölkonzerne die reduzierten Rohstoffkosten nicht an die Zapfsäule weitergeben. Für Unternehmen bedeutet das strengere staatliche Kontrollen. Theoretisch soll faire Preisbildung stärker geschützt werden.

Zwei-Säulen-Entlastung für die Wirtschaft

Zusätzlich zum Tankrabatt beschloss die Koalition eine weitere Entlastung. Arbeitgeber dürfen ihren Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Krisenbonusleistung von bis zu 1.000 Euro zahlen. Kleinere und mittlere Unternehmen erhalten damit Gestaltungsspielräume. So lassen sich Mitarbeitende entlasten und zugleich Steuervergünstigungen nutzen. Die Kombination aus günstigeren Betriebskosten durch niedrigere Spritpreise und Bonuszahlungen bietet dem Mittelstand ein umfassendes Entlastungspaket.

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