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Photo by Rick Rothenberg / Unsplash

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Kupfer, Aluminium und Nickel kosten deutlich mehr. An der London Metal Exchange rissen die Notierungen Anfang Januar 2026 erstmals über 13 000 US-Dollar pro Tonne. Danach gaben sie etwas nach. Für technische Entscheider im deutschen Mittelstand ist das mehr als ein Kursbericht. Es bedeutet konkrete Herausforderungen bei Beschaffung und Kalkulation. Auch Aluminium und Nickel kosten viel. Was treibt diese Teuerungswelle bei Rohstoffen, die Industrie und Infrastruktur unverzichtbar machen?

Das Rekordjahr 2025 setzt sich fort

Kupfer legte 2025 um mehr als 43 Prozent zu. Damit war es die beste Jahresperformance seit 2009. Aluminium und Nickel folgten dem Trend mit deutlichen Zuwächsen. Die Preissteigerungen sind kein vorübergehendes Phänomen. Sie resultieren aus tiefgreifenden Marktungleichgewichten. Experten rechnen 2026 weiter mit Knappheit. Goldman Sachs nennt Preise zwischen 10 000 und 11 000 US-Dollar pro Tonne. JP Morgan prognostiziert einen Jahresdurchschnitt von rund 12 075 US-Dollar pro Tonne. Die Prognosebandbreite deutet auf große Unsicherheiten hin.

Angebot unter Druck: Minenausfälle verstärken Engpässe

Das zentrale Problem liegt im Angebot. Ein Erdrutsch in der Grasberg-Mine in Indonesien im Herbst 2025 störte die Kupferlieferketten weltweit. Das ist kein Einzelfall. Analysten beobachten über alle großen Minen hinweg sinkende Erzgehalte. Das erschwert die Produktion. Gleichzeitig investierte man jahrelang zu wenig in neue Projekte. Die Folge: 2026 rechnen Marktbeobachter mit einem globalen Kupferdefizit von mehr als 100 000 Tonnen. Bei Aluminium ähnelt die Lage dem Trend. Lagerbestände sinken kontinuierlich, Engpässe nehmen zu. Eine schnelle Ausweitung der Produktion ist aufgrund langer Vorlaufzeiten kaum möglich.

Energiewende und Digitalisierung treiben Nachfrage

Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein strukturelles Wachstum. Es hängt wenig von konjunkturellen Schwankungen ab. Die Elektrifizierung der Wirtschaft erfordert enorme Mengen Kupfer. Netzwerke müssen ausgebaut, Windräder installiert und Elektrofahrzeuge hergestellt werden. Ein Elektroauto benötigt mehr Kupfer als ein herkömmliches Fahrzeug. Hinzu kommt der Hype um Künstliche Intelligenz. Rechenzentren und KI-Anwendungen erhöhen den Metallbedarf. Nickel wird in Batterien gebraucht, Aluminium in der Fahrzeugproduktion. Experten gehen davon aus, dass die fundamentale Knappheit in den kommenden Jahren bestehen bleibt.

Geopolitik als zusätzlicher Preistreiber

Ein weiterer Faktor verschärft die Lage: politische Turbulenzen. Spekulationen über mögliche US-Zölle auf Metallimporte sorgten 2025 bereits für Volatilität. Viele Händler verschifften Kupfer in die USA, um sich gegen künftige Zollbelastungen abzusichern. Das störte Lieferketten und verzerrte regionale Lagerbestände. Diese geopolitische Unsicherheit dürfte 2026 anhalten. Für Mittelständler bedeutet das: Sie müssen mit anhaltenden Preisschwankungen und möglicherweise schwankenden Liefermengen rechnen.

Ausblick: Strukturelle Knappheit statt konjunktureller Zyklus

Eine zentrale Erkenntnis für Technische Entscheider: Die hohen Preise sind kein kurzfristiger Konjunkturboom. Es handelt sich um ein strukturelles Angebotsproblem. BloombergNEF warnt, dass sich das jährliche Kupferdefizit ohne massive Investitionen in neue Bergbauprojekte und Recycling bis 2050 auf 19 Millionen Tonnen erhöhen könnte. Wer jetzt von hohen Rohstoffkosten ausgeht, muss sich auf längere Teuerungsphasen einstellen. Effizienzsteigerungen, Recycling und eine sorgfältige Lieferkettenplanung gewinnen an Bedeutung. Das Zeitalter billiger Industriemetalle ist vorerst vorbei.

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