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Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Photo by Jennifer Latuperisa-Andresen / Unsplash

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Die Preise an den Tankstellen sind zuletzt gesunken. Diesel kostet wieder weniger als vor dem Iran-Konflikt. Ursachen sind deutlich niedrigere Großhandelspreise und ein zeitlich befristeter Tankrabatt auf Kraftstoffe.

Entwicklung an den Zapfsäulen

Wer am Wochenende den Fuhrpark betankt hat, zahlte weniger für Diesel als kurz vor dem Iran-Krieg. Der Großhandelspreis lag deutlich niedriger, und der Tankrabatt drückte die Literpreise weiter nach unten. Benzinarten wie E10 blieben zwar teurer als vor Kriegsausbruch, der Abstand zu Rekordwerten im Frühjahr hat sich jedoch verringert.

Ein Blick auf die Durchschnittspreise zeigt die Wendung. Mitte Juni lag der Diesel bei rund 1,78 Euro pro Liter. Anfang April hatten Höchststände von etwa 2,44 Euro je Liter erreicht. Der Aufpreis während der Krisenmonate ist damit weitgehend abgeflaut und liegt nur noch moderat über dem Niveau von Ende 2025. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im oberen Mittelfeld; Polen verzeichnet deutlich niedrigere Dieselpreise.

Ölmarkt reagiert auf Annäherung zwischen USA und Iran

Die Entspannung an den Zapfsäulen spiegelt sich im Ölmarkt wider. Brent-Notierungen sind seit Anfang Juni deutlich gefallen. Anfang Juni notierte Brent noch knapp über 100 USD pro Barrel, konkret rund 101 USD. Inzwischen liegt der Preis knapp unter 80 USD pro Barrel; am 22. Juni stand er bei etwa 79,17 USD.

Auslöser sind Fortschritte bei Friedensbemühungen zwischen den USA und dem Iran. In Islamabad wurden im April formell Gespräche aufgenommen, politisch begleitet von Pakistan. Am 18. Juni unterzeichneten beide Seiten eine Absichtserklärung, die einen schrittweisen Waffenstillstand, den Abbau von Sanktionen und die Sicherung der Seewege festhält. Ziel ist eine verlässliche Passage für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus. Die Aussicht auf weniger Unterbrechungen hat Sorgen vor einer Versorgungskrise gedämpft und die Risikoaufschläge im Ölpreis reduziert.

Dennoch bleibt der Markt nervös. Brent liegt trotz der Abkühlung noch deutlich über den langjährigen Durchschnittsniveaus. Für Unternehmen bedeutet die Entspannung eine Normalisierung, keine Rückkehr zu extrem niedrigen Preisen.

Steuersenkung läuft aus: Tankrabatt als Stütze mit Zeitlimit

Eine weitere Entlastung kommt von den Energieabgaben: Die reduzierte Energiesteuer auf Kraftstoffe senkt Diesel und Benzin um rund 16 Cent pro Liter. Ohne diesen Rabatt lägen Diesel und Benzin trotz gesunkener Ölpreise deutlich über dem Vorkriegsniveau.

Der Tankrabatt ist befristet und läuft Ende dieses Monats aus. Die Bundesregierung verzichtet auf eine Verlängerung. Begründung: Die Haushaltslage und Kosten durch Krieg und Wiederaufbau. Politiker warnen vor deutlichen Preissprüngen zum Stichtag und verweisen auf kartellrechtliche oder gesetzgeberische Gegenmaßnahmen bei Missbrauch.

Wie stark die Preise tatsächlich steigen, hängt davon ab, ob der Ölpreis stabil bleibt. Bleibt Brent um 80 USD oder fällt weiter, könnten Diesel und E10 unter zwei Euro pro Liter bleiben. Deutliche Ölpreissteigerungen würden neue Höchststände möglich machen.

Konsequenzen für den Mittelstand: kurzfristige Entlastung, langfristige Unsicherheit

Der Rückgang entlastet viele mittelständische Betriebe im verarbeitenden Gewerbe, Bau und Transport. Betriebe mit großem Fuhrpark spüren die niedrigeren Kosten sofort bei Kundenauslieferungen oder Vorprodukten. Die aktuelle Lage bietet Raum, Kalkulationen zu prüfen und kurzfristig zu sparen.

Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit bestehen. Der Iran-Konflikt und Entwicklungen am Golf können sich verschärfen. Ein Zwischenfall in der Straße von Hormus oder das Scheitern der Friedensgespräche könnte Ölpreise erneut nach oben treiben. Europäische Energie- und Klimavorgaben sowie CO2-Anforderungen könnten langfristig zudem höhere Kosten verursachen.

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