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Streikwoche bei der Autobahn GmbH
Die Gewerkschaft ver.di hat bei der Autobahn GmbH des Bundes eine mehrtägige Streikwelle gestartet. Betroffen sind vor allem Autobahnmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen in vielen Regionen. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt für rund 14.000 Beschäftigte. Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Aktionen haben sich von einzelnen Standorten zu flächendeckenden Ausständen ausgeweitet.
Von Mittwoch bis in die kommende Woche hinein müssen Unternehmen mit Einschränkungen bei Pannenhilfe, Baustellenabsicherung und der Steuerung von Verkehrsleitsystemen rechnen. Besonders sensibel sind die geplanten Streiks in Tunnelleitzentralen, etwa an der A71, am Emstunnel sowie am Hamburger Elbtunnel, wo Fahrspuren gesperrt werden sollen. Für mittelständische Betriebe mit hohem Transportanteil bedeutet dies erhebliche Planungsunsicherheit, längere Fahrzeiten, mögliche Umleitungen und steigende Logistikkosten. Ob weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen, ist noch offen.
Industrie baut massiv Stellen ab, Automobilbranche im Zentrum der Krise
Die deutsche Industrie hat 2025 über 120.000 Arbeitsplätze gestrichen und beschäftigt nun rund 5,38 Millionen Menschen. Das ist ein Rückgang um 124.000 Stellen binnen eines Jahres und Teil eines langfristigen Trends seit 2019, in dem insgesamt rund 266.000 Jobs verloren gingen. Besonders stark betroffen ist die Automobil- und Zulieferindustrie, die allein etwa 50.000 Stellen abbaute und seit 2019 rund 13 Prozent ihrer Beschäftigten verlor. Andere Bereiche wie Chemie, Pharma und Elektroindustrie verzeichnen geringere Verluste, einzelne Segmente wie Metallindustrie und Elektrotechnik legen sogar zu. Für mittelständische Betriebe steigen damit Fachkräftemangel und Personalkosten, während gleichzeitig die Nachfrage sinkt.
Auch die Umsätze entwickeln sich schwach. 2025 gingen die Erlöse der Industrie um 1,1 Prozent zurück, das vierte Quartal markierte das zehnte Minusquartal in Folge. Vor allem Auto-, Papier- und Textilindustrie leiden unter rückläufiger Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus den USA und China, bei weiterhin verhaltener Inlandsnachfrage. Ökonomen erwarten erst 2026 ein moderates Wachstum von rund einem Prozent und einen breiteren Aufschwung frühestens 2027, wenn staatliche Investitionen in Rüstung und Infrastruktur wirken. Gleichzeitig verweisen sie auf strukturelle Standortprobleme wie hohe Steuern und Lohnnebenkosten, Bürokratie und mangelnde Digitalisierung. Viele Mittelständler halten sich mit Investitionen zurück, weil sie dem Standort Deutschland nicht zutrauen, die Rahmenbedingungen rasch zu verbessern.
EU nimmt Shein ins Visier
Die EU-Kommission hat ein formelles Verfahren gegen die chinesische Shopping-Plattform Shein eröffnet. Im Raum stehen systematische Verstöße gegen den Digital Services Act. Im Fokus stehen der wiederholte Verkauf illegaler Produkte wie Sexpuppen und Waffen, ein manipulatives Plattformdesign mit Belohnungssystemen und zeitlich begrenzten Angeboten sowie intransparente Empfehlungsalgorithmen. Aus Sicht der Kommission weist dies auf grundlegende Defizite im Risikomanagement und im Verbraucherschutz hin. Shein ist mit rund 145 Millionen aktiven Nutzern im Monat in der EU als sehr große Plattform eingestuft und damit besonders streng reguliert.
Für den Mittelstand im Onlinehandel ist das Verfahren ein Signal: Der regulatorische Druck auf große internationale Plattformen steigt. Händler müssen Warenangebote und algorithmische Empfehlungen genauer im Blick behalten und nachweisen können, wie Nutzer geschützt werden. Bei nachgewiesenen Verstößen drohen Shein Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sowie Eingriffe in zentrale Funktionen der Plattform. Parallel laufende Ermittlungen in Frankreich, darunter ein gescheiterter Versuch einer zeitweisen Internetsperre, unterstreichen die politische Brisanz des Falls. Eine vollständige Sperrung von Shein in der EU gilt derzeit als unwahrscheinlich, doch das Verfahren könnte den Rahmen für den E-Commerce in Europa neu abstecken.
Quellen
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/bahn-sanierung-strecke-hamburg-berlin-100.html
https://www.schwerin.de/news/bauverzoegerung-bahnstrecke-hamburg-berlin/
https://hamburg-berlin.deutschebahn.com
https://www.sat1regional.de/newsticker/unverstaendnis-wegen-bau-verzoegerung-bahn-in-der-kritik/
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-hamburg-berlin-verzoegerung-100.html
https://web.de/magazine/wirtschaft/videos/verdi-legt-deutschlands-autobahnen-lahm-41909756
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/verdi-streik-autobahn-gmbh-100.html
https://www.dnr.de/aktuelles-termine/aktuelles/umweltrat-zu-abfall-greenwashing-und-bodenschutz
https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2024_2028/2026_01_Umweltausschuss_BT.html
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/umweltschutz-sachverstaendige-warnung-100.html
https://www.tourenfahrer.de/nachrichten/artikel/die-tankstelle-der-zukunft
https://www.ey.com/de_de/newsroom/2025/08/ey-industriebarometer-q2-2025
https://insm.de/aktuelles/publikationen/alamierender-stellenabbau-in-deutschland
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/industrie-baut-2025-mehr-als-120000-stellen-ab-100.html
https://www.finanz.de/news/lebensmittel-preise-steigen-inflation-10519/
https://retail-news.de/inflation-januar-2026-anstieg/
https://table.media/europe/news/dsa-kommission-leitet-untersuchung-gegen-shein-ein
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_420
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/shein-eu-kommission-100.html
https://www.martinkaessler.com/gasspeicher-fuellstand-deutschland-2026/
https://1-gasvergleich.com/gaspreisentwicklung/
https://www.finanztip.de/gaspreisvergleich/gaspreis-gaskosten/
https://www.verivox.de/gas/gaspreisentwicklung/
https://www.mein-eigenheim.de/heizen/gaspreisentwicklung.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/gasspeicher-deutschland-heizsaison-100.html
