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Seit Dienstag läuft eine mehrtägige Streikwelle der Gewerkschaft ver.di bei der Autobahn GmbH des Bundes. Die Arbeitskampfmaßnahmen richten sich gegen den Stand der Tarifverhandlungen. Sie betreffen Autobahnmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen im ganzen Bundesgebiet. Für mittelständische Unternehmen bedeuten die Ausstände erhebliche Planungsunsicherheit in dieser Woche.

Kern des Tarifkonflikts

Die Forderung richtet sich an etwa 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH. Ver.di verlangt sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich extra. Die Gewerkschaft hält den bisherigen Verhandlungsstand für nicht akzeptabel. Die Arbeitskampfmaßnahmen erhöhen sich schrittweise. Zu Monatsbeginn gab es punktuelle Aktionen. Seitdem weiten sich die Streiks auf weitere Bereiche aus.

Mittwoch: Flächendeckende Autobahnmeistereien betroffen

Am Mittwoch kommt es landesweit zu Streiks in Autobahnmeistereien. Betroffene Regionen liegen rund um Göttingen, Braunschweig, Bremen und Hannover. Ebenfalls betroffen sind der Großraum München mit Rosenheim und Siegsdorf sowie Freiburg mit Rottweil und Efringen-Kirchen. In Nordrhein-Westfalen sind Duisburg, Wünnenberg und Gelsenkirchen betroffen. Thüringen um Erfurt sowie Sachsen-Anhalt um Weißenfels rücken ebenfalls in den Fokus. Dienstleistungen wie Pannenhilfe, Baustellenabsicherung sowie die Steuerung von Verkehrsleitsystemen können eingeschränkt oder verzögert ausfallen.

Donnerstag: Kritische Tunnelleitzentralen lahmgelegt

Am Donnerstag sind deutliche Auswirkungen zu erwarten. Tunnelleitzentralen an strategisch wichtigen Stellen sollen bestreikt werden. Dazu gehören der Rennsteigtunnel, der Hochwaldtunnel, der Alte Burg Tunnel und der Berg Bock Tunnel der Autobahn 71 sowie der Emstunnel an der A31 bei Leer in Niedersachsen. Leitzentralen steuern diese Anlagen und geben Sicherheitsvorgaben vor. Daher können vorsorgliche Sperrungen in beiden Richtungen erfolgen. Tunnel erfordern besondere Sicherheitsmaßnahmen, weshalb Personalengpässe die Verkehrsführung unmittelbar beeinflussen können.

Freitag und Montag: Hamburger Elbtunnel im Fokus

In der Folgewoche ruft ver.di die Beschäftigten der Leitzentrale des Hamburger Elbtunnels zum Streik auf. Pro Fahrtrichtung wird jeweils eine Spur gesperrt. Dadurch kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und längeren Wartezeiten. Parallel streiken auch Verkehrszentralen in Nordrhein-Westfalen, unter anderem die Zentrale in Leverkusen. In stark befahrenen Abschnitten müssen Unternehmen mit deutlichen Verzögerungen rechnen.

Konsequenzen für die Logistik und den Mittelstand

Unternehmen, die regelmäßig auf Transporte angewiesen sind, sollten ihre Lieferketten prüfen. Gegebenenfalls sind regionale Umleitungen nötig. Das verlängert die Fahrstrecken und erhöht die Logistikkosten. Die Autobahn GmbH betreibt seit 2021 alle Bundesautobahnen und beschäftigt rund 14.000 Mitarbeitende. Ein flächendeckender Ausfall von Serviceleistungen trifft den Straßenverkehr direkt. Personalgebundene Abläufe sind besonders betroffen. Ob weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen, ist derzeit unklar.

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