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Die deutsche Industrie steht unter Druck. Im Jahr 2025 baute die Branche mehr als 120.000 Arbeitsplätze ab. Am Jahresende beschäftigte die Industrie rund 5,38 Millionen Menschen. Das waren 124.000 weniger als zwölf Monate zuvor. Die Zahlen stammen aus einer EY-Analyse, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert. Der Abbau war damit deutlich stärker als im Vorjahr. Für technische Entscheidungsträger im Mittelstand ist das ein klares Signal: Der Marktdruck wächst.

Automobil- und Zulieferindustrie besonders betroffen

Die Krise trifft vor allem die Automobilbranche und ihre Zulieferer. Hier verloren rund 50.000 Stellen. Das entspricht fast der Hälfte aller Industriejobs, die 2025 weggefallen sind. Mittelständische Betriebe in dieser Branche sehen sich mit sinkenden Aufträgen, Preisdruck und steigenden Insolvenzen konfrontiert. Andere Branchen wie Chemie, Pharma und Elektroindustrie verzeichnen deutlich geringere Verluste. Die Metallindustrie und die Elektrotechnik verzeichnen sogar Zuwächse und zeigen, dass einzelne Branchen der Krise trotzen können.

Langfristiger Rückgang seit der Pandemie

Der Abbau gehört zu einem längerfristigen Trend. Seit 2019 verlor die deutsche Industrie etwa 266.000 Arbeitsplätze, das entspricht rund fünf Prozent. In der Automobilbranche schrumpfte die Beschäftigung um 13 Prozent oder 111.000 Stellen. Für Mittelständler bedeutet das: Fachkräfte sind knapper und teurer geworden. Gleichzeitig sinken Aufträge, was zu weniger Neueinstellungen führt.

Umsätze fallen kontinuierlich

Die Umsatzentwicklung zeichnet ein düsteres Bild. 2025 sank der Umsatz der Industrie um 1,1 Prozent. Das vierte Quartal war bereits das zehnte Rückgangsquartal in Folge. Besonders die Auto-, Papier- und Textilbranche litt unter den Umsatzrückgängen. Aus dem Ausland, insbesondere aus den USA und China, kam weniger Nachfrage. Für technische Entscheidungsträger im Mittelstand bedeutet das: Exportchancen sind eingetrübt, die Inlandsnachfrage bleibt schwach.

Wann kommt die Erholung?

Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass die deutsche Volkswirtschaft 2026 um etwa ein Prozent wächst. Sie warnen jedoch, dass dieser Aufschwung erst mit Verzögerung in den Betrieben ankommt. Ein breiter Aufschwung wird erst 2027 erwartet, wenn staatliche Investitionen in Rüstung und Infrastruktur greifen. Bis dahin dürfte der Stellenabbau weitergehen. EY-Experten rechnen damit, dass Unternehmen ihre Restrukturierungsprogramme 2026 fortsetzen.

Strukturelle Probleme erfordern schnelle Lösungen

Wirtschaftsexperten weisen auf tieferliegende Ursachen hin. Hohe Steuern, Lohnnebenkosten, aufwendige Behördengänge und mangelnde Digitalisierung bremsen Investitionen. Jahr für Jahr wird die Chance auf eine schnelle Konjunkturwende verpasst. Für mittelständische Betriebe heißt das: Ohne grundlegende Verbesserungen des Standorts Deutschland wird sich die Lage kaum entspannen. Viele Mittelständler investieren zurückhaltend, weil sie dem Standort Deutschland nicht trauen.

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