zum Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Grüner Wasserstoff aus Algerien: Chancen für den Mittelstand

Algerien positioniert sich als wichtiger künftiger Lieferant für grünen Wasserstoff nach Europa. Kernstück ist der geplante SoutH2 Corridor, eine rund 3.300 Kilometer lange Pipelineverbindung von Nordafrika über Italien und Österreich bis nach Bayern. Das Projekt hat EU-Priorität und umfasst mit HyPipe Bavaria einen Wasserstoff-Hub, der Importmengen in deutsche Industriecluster leiten soll. Algerien verfolgt das Ziel, bis 2040 zu einem führenden Produzenten aufzusteigen und bis zu zehn Prozent des EU-Wasserstoffbedarfs zu decken. Dank hoher Sonneneinstrahlung, massivem Ausbau der Photovoltaik sowie bestehender Pipeline-Infrastruktur könnte darüber ein erheblicher Teil der europäischen Importziele erreicht werden.

Für die deutsche Industrie, insbesondere den Mittelstand, eröffnet das neue Dekarbonisierungsperspektiven für energieintensive Prozesse und Schwerlastverkehr. Eine diversifizierte Versorgung mit grünem Wasserstoff könnte die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Noch fehlt jedoch ein stabiler Markt, und auf beiden Seiten herrscht Unsicherheit über langfristige Abnahmeverträge. Experten erwarten frühestens ab 2035 nennbare Lieferungen nach Deutschland. Bis dahin müssen Pilotprojekte und Infrastruktur realisiert werden. Mittelständische Unternehmen sind gut beraten, sich jetzt mit potenziellen Partnerschaften und Geschäftsmodellen entlang der Wertschöpfungskette zu befassen.

Tarifstreit in der Chemie: Branche im Ungleichgewicht

In der Chemie- und Pharmabranche ringen Arbeitgeber und IG BCE seit Anfang Februar um einen neuen Tarifvertrag für rund 585.000 Beschäftigte. Die erste Runde blieb ohne Ergebnis, Ende Februar wird weiterverhandelt, während der aktuelle Vertrag ausläuft. Der Konflikt ist ungewöhnlich hart, weil die Branche auseinanderdriftet: Pharmastandorte investieren Milliarden, während Teile der Grundstoffchemie Anlagen schließen, Produktion abbauen und Beschäftigte verlieren. Die Produktion liegt etwa 20 Prozent unter dem Niveau von 2018, jede vierte Anlage ist unterausgelastet, hohe Energiepreise und teure CO₂-Zertifikate verschärfen den internationalen Wettbewerbsdruck.

Die Arbeitgeber fordern eine Nullrunde und warnen vor zusätzlichem Kostendruck und Stellenabbau, die Gewerkschaft verweist auf bereits erlittene Reallohnverluste und sinkende Kaufkraft. Ökonomen halten Löhne jedoch nur für einen von mehreren Wettbewerbsfaktoren, in der energieintensiven Branche seien Energie- und Standortkosten entscheidender. Diskutiert werden differenzierte Lösungen, bei denen profitable Unternehmen mehr zahlen, während angeschlagene Betriebe entlastet werden. Die Fronten sind verhärtet, eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich, zumal die Verhandlungen auch als Test gelten, wie die Branche mit ihren strukturellen Problemen und der Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern umgeht.

EU setzt Meta bei KI-Zugang zu WhatsApp unter Druck

Die EU-Kommission wirft Meta vor, seine Marktmacht mit WhatsApp zu missbrauchen. Seit Januar 2026 erlaubt Meta in WhatsApp Business nur noch den eigenen KI-Chatbot. Externe Dienste wie ChatGPT oder Gemini sind über die WhatsApp Business API ausgeschlossen. Aus Sicht der Kommission verschließt Meta damit den Zugang zu einer der wichtigsten Kommunikationsplattformen Europas. Das treffe große Wettbewerber wie OpenAI und Microsoft, vor allem aber kleinere KI-Anbieter, die so vom Markteintritt abgehalten würden. Brüssel prüft kartellrechtliche Schritte und droht mit einstweiligen Maßnahmen bis hin zu Zwangszugang für Konkurrenz-KI und hohen Geldbußen.

Meta begründet die Beschränkung mit dem Geschäftsmodell von WhatsApp als Unternehmensplattform. KI-Anbieter hätten die Infrastruktur genutzt, ohne Meta angemessen zu beteiligen. Für den Mittelstand bedeutet die aktuelle Lage weniger Auswahl bei KI-Lösungen in WhatsApp. Unternehmen müssen auf Meta AI ausweichen oder alternative Kanäle nutzen. Zugleich rückt der EU AI Act näher, der ab August 2026 voll greift und strengere Dokumentationspflichten für KI bringt. Für technische Entscheider können spezialisierte, gut kontrollierbare KI-Lösungen attraktiver werden, gerade wenn sich WhatsApp wieder für mehrere Anbieter öffnet.

Quellen

https://www.presseportal.de/pm/38708/6157412

https://www.vng.de/de/newsroom/2025-11-13-gruener-wasserstoff-fuer-europa-alteh2a

https://gwf-gas.de/maerkte-und-unternehmen/alteh2a-und-south2-corridor-treiben-vision-von-wasserstoffimporten-aus-algerien-voran/

https://www.stmwi.bayern.de/presse/pressemeldungen/468-2025/

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/gruener-wasserstoff-algerien-100.html

https://www.dgb.de/service/weiterer-service/tarifmeldungen/tarifmeldung/igbce-beschliesst-forderung-fuer-chemie-tarifrunde-2026-fokus-auf-lohnsteigerungen-und-jobsicherheit/

https://www.bavc.de/service/pressemitteilungen/2484-pm-04-02-26

https://unternehmerschaft.wigadi.de/tarifjahr-2026-startet-unter-hochspannung-chemie-und-metall-vor-harten-verhandlungen/

https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/chemie-tarifverhandlungen-fuer-585.000-beschaeftigte-beginnen/100196910.html

https://www.deutschlandfunk.de/tarifverhandlungen-in-chemie-und-pharmaindustrie-ergebnislos-vertagt-100.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/chemieindustrie-tarif-100.html

https://www.boersennews.de/nachrichten/artikel/dpa/ki-bei-whatsapp-eu-droht-meta-mit-zwangsmassnahmen/5035213/

https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/ueberblick/eu-droht-meta-mit-zwangsmassnahmen-im-whatsapp-ki-streit/68566967

https://www.kettner-edelmetalle.de/news/brussel-greift-durch-meta-soll-whatsapp-fur-fremde-ki-anbieter-offnen-09-02-2026

https://borncity.com/news/whatsapp-verbietet-allzweck-ki-wie-chatgpt/

https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/eu-droht-meta-mit-vorlaeufigen-massnahmen-wegen-blockierung-von-ki-konkurrenten-auf-whatsapp-ce7e5adedc8ef12c

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/whatsapp-kanal-eu-kommission-digital-regeln-100.html

https://www.stern.de/digital/facebook-konzern--ki-bei-whatsapp---eu-droht-meta-mit-zwangsmassnahmen-37119530.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/eu-whatsapp-chatbot-100.html

https://www.handelsblatt.com/dpa/energiewende-reiche-plant-reform-bei-ausbau-von-erneuerbaren-energien/100198701.html

https://www.focus.de/earth/reiche-legt-spar-plan-fuer-energiewende-vor-gruene-sprechen-von-angriff_e9f9bfbd-1152-4f50-bf32-5ffd3911c1fe.html

https://www.zfk.de/politik/deutschland/energiegesetze-zeitplan-merz-reiche

https://www.neueenergie.net/artikel/politik/deutschland/statements-zum-energiedialog-2026

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw28-de-wirtschaft-1094298

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/reform-ausbau-erneuerbare-energien-100.html

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Pilotenstreik bei Lufthansa und Eurowings führt zu massiven Flugausfällen am 13. und 14. April

Pilotenstreik bei Lufthansa und Eurowings führt zu massiven Flugausfällen am 13. und 14. April

Nachdem das Kabinenpersonal vor drei Tagen in den Ausstand getreten war, hat die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit den Lufthansa-Konzern erneut lahmgelegt. Seit Montagfrüh um 00:01 Uhr streiken Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine; der Arbeitskampf läuft bis Dienstag um 23:59 Uhr. Der Streik bei Eurowings beschränkt sich auf

Straße von Hormus: Warum die Waffenruhe den Schiffsverkehr nicht in Gang bringt

Straße von Hormus: Warum die Waffenruhe den Schiffsverkehr nicht in Gang bringt

Waffenruhe und Handelswege Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sollte den Welthandel erleichtern. Doch zwei Wochen nach dem Abkommen fährt durch die Meerenge nur eine geringe Anzahl Schiffe. Der Normalbetrieb liegt weit entfernt. Für deutsche Mittelständler bedeuten die Verzögerungen bei Rohstoffen und Waren fortlaufende Probleme. Zahlen belegen den

Warum bezahlte Werbeanzeigen und soziale Medien für den technischen Mittelstand an Bedeutung gewinnen

Warum bezahlte Werbeanzeigen und soziale Medien für den technischen Mittelstand an Bedeutung gewinnen

Viele Industrieunternehmen im Mittelstand haben ihren Vertrieb über Jahre auf denselben tragenden Säulen aufgebaut. Dazu gehören persönliche Empfehlungen, langjährige Kontakte, Messen, bestehende Kundenbeziehungen und ein gewisser Ruf im Markt, der über die Zeit gewachsen ist. Dieses Fundament hat in vielen Fällen gut funktioniert. Gerade im Maschinenbau, in der Automatisierung und

Ver.di ruft zu Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr auf

Ver.di ruft zu Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr auf

Die Gewerkschaft Ver.di hat neue Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr angekündigt. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband. Die Gespräche schienen sich zuletzt zu verbessern, doch ein Tarifabschluss blieb aus. Ver.di will mit weiteren Streiks Druck auf die Verhandlungen ausüben. Auswirkungen auf den Betriebsablauf Für Mittelständler, die auf