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EU setzt auf neue Kernkraft, Deutschland bleibt beim Ausstieg

Die EU will Kernenergie wieder zu einem zentralen Baustein der Energiepolitik machen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Atomausstieg als strategischen Fehler und kündigte Investitionsgarantien von 200 Millionen Euro für neue Reaktortechnologien, insbesondere kleinere Reaktoren, an. Mehrere EU-Staaten planen, Kernkraft mit erneuerbaren Energien zu kombinieren. Deutschland hält dagegen trotz Kritik von Bundeskanzler Merz am Atomausstieg strikt am Ausstieg fest. Die Regierung setzt auf einen Energiemix aus Wind, Solar und anderen erneuerbaren Quellen und lehnt eine Rückkehr zur Kernkraft ab.

Für den Mittelstand verschärft sich damit der Standortkonflikt. Deutschland gehört bereits zu den Ländern mit den höchsten Industriestrompreisen in Europa. Energieintensive Betriebe sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet und denken über Verlagerungen ins Ausland nach. In Berlin ist die Linie zur EU-Strategie umstritten, auch wegen Zweifeln an Kosten und technischer Integration kleiner Reaktoren in ein System mit hohem Anteil erneuerbarer Energien. Parallel rücken Speichertechnologien in den Fokus. Sie könnten Schwankungen der erneuerbaren Erzeugung ausgleichen und gelten als schneller realisierbare Alternative zu neuen Kernkraftwerken. Ohne beschleunigten Ausbau dieser Lösungen muss der deutsche Mittelstand weiter mit strukturell hohen Energiekosten rechnen.

Energiekrise: USA zapfen Reserven an, Mittelstand unter Druck

Die anhaltende Spannung am Ölmarkt und die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran treiben die Preise deutlich nach oben. US-Präsident Donald Trump reagiert mit einem Notfall-Plan und gibt 172 Millionen Barrel aus der nationalen Ölreserve frei, verteilt über vier Monate. Parallel koordiniert die Internationale Energieagentur einen der größten Reserveneinsätze ihrer Geschichte. Insgesamt sollen 400 Millionen Barrel aus 32 Mitgliedsstaaten auf den Markt kommen, davon rund 20 Millionen aus Deutschland. Trotz dieser Schritte steigen die Preise weiter, da die Mengen erst mit Verzögerung wirken und der Markt die Freigabe weitgehend eingepreist hat.

Österreich begrenzt Spritpreis-Erhöhungen – Signal auch für Deutschland

Österreich führt ab kommender Woche eine feste Taktung für Spritpreis-Erhöhungen ein. Tankstellen dürfen Benzin- und Dieselpreise nur noch montags, mittwochs und freitags anheben. Senkungen bleiben jederzeit möglich. Das Wirtschaftsministerium will damit plötzliche Preissprünge eindämmen und für mehr Planungssicherheit sorgen. Hintergrund sind stark gestiegene Energiepreise infolge der angespannten Lage am Golf. Parallel will die Regierung staatliche Ölreserven freigeben und die strategische Gasreserve bis 2027 verlängern. Zudem ist ein Krisenmechanismus geplant, der in Ausnahmesituationen den Strompreis für Haushalte und kleine sowie mittlere Unternehmen auf zehn Cent pro Kilowattstunde begrenzt. Finanziert werden soll dies über Beiträge der Energieversorger.

In Deutschland wird das Modell aufmerksam verfolgt. Die Bundesregierung prüft eine Regel, nach der Spritpreise nur noch einmal pro Tag erhöht werden dürfen. Heute kommt eine Tankstelle laut Bundeskartellamt im Schnitt auf 22 Preisänderungen täglich. Für eine Begrenzung wären Anpassungen im Kartellrecht nötig. Union und SPD drängen auf eine schnelle Umsetzung. Für den deutschen Mittelstand ist die Entwicklung relevant. Unternehmen mit hohem Transport- oder Energiebedarf können mittelfristig mit stärker regulierten Treibstoff- und Strompreisen rechnen, sollten aber kurzfristig weiter von volatilen Energiekosten ausgehen.

Daimler Truck rutscht bei Gewinn ab – Folgen für Mittelstand und Flottenplaner

Daimler Truck hat 2025 deutlich weniger verdient. Der Gewinn sank von 3,1 auf rund zwei Milliarden Euro, der Umsatz schrumpfte um neun Prozent auf 49,5 Milliarden Euro. Besonders der wichtigste Markt Nordamerika schwächelte, dort gingen die Verkäufe um 26 Prozent zurück. Weltweit setzte Daimler Truck 422.510 Fahrzeuge ab, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Gründe sind hohe US-Zölle auf Schwerlastfahrzeuge, Stahl und Aluminium sowie eine verunsicherte Speditionsbranche, die angesichts der unsicheren Konjunktur Investitionen zurückstellt. Die Folgen spüren auch mittelständische Speditionen und Logistiker, die ihre Transportmengen kaum verlässlich planen können.

Der Konzern reagiert mit einem harten Sparkurs. Unter dem Programm Cost Down Europe sollen die Kosten in Europa bis 2030 um mehr als eine Milliarde Euro sinken, in Deutschland stehen rund 5.000 Stellen vor allem bei Mercedes-Benz Trucks zur Disposition. In Nordamerika sind bereits Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich umgesetzt, weitere folgen.

Quellen

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https://www.evangelisch.de/inhalte/253565/12-03-2026/studie-iraner-deutschland-gut-arbeitsmarkt-integriert

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