Inhaltsverzeichnis
Sturmtief Elli stört Bahnverkehr und Lieferketten im Norden
Sturmtief Elli hat am Wochenende den Bahnverkehr in Norddeutschland massiv gestört. Vor allem die Verbindungen Hamburg Berlin, Hamburg Hannover sowie Strecken in Schleswig-Holstein und Niedersachsen waren betroffen. Starker Schneefall, Verwehungen und vereiste Weichen legten zeitweise zentrale Fernverbindungen lahm. Die Deutsche Bahn räumte mit Spezialfahrzeugen und arbeitete rund um die Uhr, sodass der Fernverkehr auf den Hauptstrecken im Norden seit Sonntagmorgen wieder weitgehend läuft.
Für Unternehmen im Mittelstand brachte der Stillstand erhebliche Probleme in Logistik und Personalplanung. Lieferketten mussten kurzfristig umorganisiert und Mitarbeitende auf alternative Wege verwiesen werden. Die Lage bleibt angespannt. In den nächsten Tagen werden bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und am Montag verbreitet Glatteis erwartet. Betriebe sollten zusätzliche Puffer in der Transportplanung einbauen und mit weiteren Verzögerungen rechnen. Ab Dienstag wird mit einer Entspannung gerechnet. Die Störung verdeutlicht die Verletzbarkeit von Lieferketten gegenüber Extremwetter und die Bedeutung flexibler Ausweichkonzepte.
Maßnahmenpaket nach Berliner Stromausfall: Schutz kritischer Infrastruktur im Fokus
Der Brandanschlag auf mehrere Starkstromleitungen in Berlin-Johannisthal mit rund 100.000 betroffenen Haushalten hat die Verwundbarkeit der Energieversorgung offengelegt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt reagiert mit einem Maßnahmenpaket: Nachrichtendienste sollen personell ausgebaut und die digitalen Befugnisse der Ermittler erweitert werden, um extremistische Tätergruppen wie die sogenannten Vulkangruppen schneller zu identifizieren. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem professionellen Vorgehen mit möglichem Insiderwissen aus.
Zweite Säule ist das geplante Kritis-Dachgesetz. Es verpflichtet Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Strom- und Wasserversorger, Flughäfen und Telekommunikationsunternehmen zu strengen Schutzkonzepten, umfassenden Notfallplänen und Meldepflichten bei Störfällen. Unternehmensverbände warnen vor zu großer Transparenz, die Angreifern Hinweise auf verwundbare Stellen liefern könnte. Vor allem kleinere Versorger und mittelständische Betreiber von Netzen und Anlagen müssen mit zusätzlichen Investitionen und mehr Verwaltungsaufwand rechnen, gelten aber zugleich als zentrale Akteure für einen widerstandsfähigen Betrieb der Grundversorgung.
Mercedes tritt beim vollautonomen Fahren auf die Bremse
Mercedes-Benz rückt seine Pläne für hochautomatisiertes Fahren in der S-Klasse zurecht. In der Modellüberarbeitung ab Anfang 2026 entfällt die Möglichkeit, auf der Autobahn komplett freihändig zu fahren und Filme zu schauen. Angesichts schwacher Absätze und hoher Entwicklungskosten verlagert der Konzern den Fokus weg von teuren Level-3-Systemen mit engen Einsatzgrenzen hin zu preisgünstigeren Fahrassistenten. Künftig soll vor allem „Drive Assist Pro“ im Mittelpunkt stehen. Dieses Level-2-Plus-System lenkt, beschleunigt und bremst im dichten Verkehr und erkennt Ampeln, verlangt aber wache Fahrer mit Händen am Lenkrad. Der Verzicht auf Lidar und der Einsatz günstigerer Sensorik senken die Kosten deutlich und erleichtern die Integration in breitere Fahrzeugklassen, auch jenseits der Oberklasse.
Level 3 verabschiedet sich Mercedes dennoch nicht. Die bestehende Technik bleibt in S-Klasse und EQS, wo sich höhere Aufpreise eher durchsetzen lassen. Parallel arbeitet der Hersteller an einer leistungsfähigeren Version, die schneller fahren, künftig auch ohne vorausfahrendes Fahrzeug auskommen und erst in zwei bis drei Jahren in den Markt kommen soll. Noch weiter geht der Blick bei Level 4: Hier konzentriert sich Mercedes auf Robotaxi-Flotten im gewerblichen Einsatz, etwa mit geplanten Diensten in Abu Dhabi sowie später in China, den USA und Europa. Fortschritte bei Chips, Sensorik und künstlicher Intelligenz sollen die Systeme zuverlässiger und wirtschaftlicher machen. Für mittelständische Fuhrparks und Dienstleister könnten vor allem die ausgereiften Level-2-Plus-Systeme interessant sein, weil sie sich vergleichsweise günstig in verschiedene Modellreihen integrieren lassen.
Pharmaindustrie vor Umbruch: Patentausläufe, China-Boom, Deutschland im Hintertreffen
Bis 2030 verliert die Pharmaindustrie durch auslaufende Patente hunderte Milliarden Dollar Umsatz. Vor allem Konzerne mit wenigen umsatzstarken Blockbustern geraten unter Druck. Sie reagieren mit mehr Übernahmen und Fusionen, deren Volumen bereits 2025 deutlich gestiegen ist und 2026 weiter wachsen dürfte. Parallel verschiebt sich das globale Machtgefüge: China hat die USA und Europa bei neuartigen Wirkstoffen überholt, profitiert von niedrigeren Forschungskosten, staatlicher Förderung und schnelleren Zulassungen. Westliche Pharmakonzerne kommen am chinesischen Markt und an Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen kaum noch vorbei.
Deutschland verliert in diesem Umfeld an Attraktivität. Strenge Preisregeln führen dazu, dass neue Medikamente später oder gar nicht eingeführt werden, obwohl international mehr Produkte verfügbar wären. 2026 könnten zwar 30 bis 40 neue Präparate in die Versorgung kommen, vor allem gegen Krebs und seltene Erkrankungen. Gleichzeitig bleiben zentrale Lücken, etwa bei neuen Antibiotika. Für Entscheider bedeutet das: Portfolios müssen breiter aufgestellt, Märkte selektiv priorisiert und Kooperationen neu gedacht werden. Mittelständische Zulieferer und Dienstleister können von der Neuordnung profitieren, insbesondere in hochspezialisierten Bereichen wie neuen Therapieformen, müssen sich aber auf deutliche Marktverwerfungen einstellen.
Quellen
https://www.tagesschau.de (Video vom 10. Januar 2026 zu Sturmtief "Elli")
https://www.deutschebahn.com/de/konzern/Im-Fokus/Aktuelle-Statements-12829716
https://karte.bahn.de/de/detail/9932b3db-cf70-4230-930a-e89af01e320e
https://www.tk.de/presse/themen/arzneimittel/lieferklima-report-2025-2209934
https://anwendungen.pharmnet-bund.de/lieferengpassmeldungen/faces/public/meldungen.xhtml
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/medikamente-pharma-100.html
https://www.cash.ch/news/presse-vitol-liefert-erste-naphtha-ladung-aus-usa-nach-venezuela-897468
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Washington-lockert-Sanktionen-gegen-Venezuela-id30214303.html
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/erdoel-aus-venezuela-schweizer-firmen-verkaufen-fuer-trump-oel
https://www.mind-verse.de/news/globale-bedenken-missbraeuchliche-nutzung-ki-chatbot-grok
https://www.deutschlandfunk.de/eu-startet-untersuchungen-zum-ki-tool-grok-102.html
https://www.n-tv.de/politik/Elon-Musk-nennt-britische-Regierung-faschistisch-id30225887.html
https://www.deutschlandfunk.de/eu-stellt-forderungen-an-musks-unternehmen-x-100.html
https://www.koha.net/de/bote/dronet-ukrainas-i-vene-flaken-nje-depoje-nafte-ne-rusi
https://taz.de/Innenminister-nach-Strom-Blackout/!6144590/
https://mbpassion.de/2026/01/mercedes-testet-level2-autopilot-in-san-francisco/
https://www.electrive.net/2026/01/07/mercedes-bringt-neuen-fahrassistenten-in-die-usa/
https://www.drugdiscoverytrends.com/pharma-ma-china-deals-and-glp-1s-what-to-watch-in-2026/
https://pharma-fakten.de/news/2026-viele-neue-medikamente-fuer-die-menschen-in-deutschland/
https://www.top.tirol/news/chinas-aufstieg-zur-pharma-supermacht
https://pharma-fakten.de/grafiken/pharmaforschung-china-auf-der-ueberholspur/
