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Erstes Auftragsplus im Verarbeitenden Gewerbe nach vier Monaten Talfahrt

Photo by Simon Kadula / Unsplash

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Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe hat im September 2025 erstmals seit vier Monaten wieder zugelegt. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg der preisbereinigte Wert gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent. Ohne Großaufträge lag das Plus bei 1,9 Prozent. Die Erholung deutet auf eine Trendwende hin, nachdem die Auftragslage von Mai bis August gefallen war. Dennoch bleibt der Blick insgesamt verhalten: Im Vorjahresvergleich liegt der Auftragseingang weiterhin um 4,3 Prozent im Minus, was auf anhaltende strukturelle Herausforderungen hindeutet.

Sektorale Unterschiede prägen die Erholung

Die Erholung im September wird vor allem von drei Branchen getragen. Die Automobilindustrie verzeichnete ein Plus von 3,2 Prozent, während die Herstellung elektrischer Ausrüstungen mit 9,5 Prozent Zuwachs besonders stark abschnitt. Der Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus – zu dem Flugzeuge, Schiffe und Züge gehören – legte um 7,5 Prozent zu. Gegenläufig entwickelte sich die Metallbranche: Die Aufträge für Metallerzeugnisse sanken um 19 Prozent, nachdem im August mehrere Großaufträge verbucht worden waren. In der Metallerzeugung und -bearbeitung blieben die Neuaufträge ebenfalls deutlich hinter dem Vormonat zurück (-5,6%). Für mittelständische Zulieferer in den wachsenden Segmenten eröffnen sich damit neue Chancen, während metallnahe Unternehmen weiter mit Abschwung kämpfen.

Export als Stütze, Inland schwach

Ein weiteres Indiz für vorsichtigen Optimismus ist die Entwicklung der Auslandsaufträge. Diese stiegen im September um 3,5 Prozent, wobei die Nachfrage aus der Eurozone um 2,1 Prozent und aus Nicht-Euro-Ländern um 4,3 Prozent zunahm. Im Gegensatz dazu gingen die Inlandsaufträge um 2,5 Prozent zurück. Das unterstreicht die Bedeutung internationaler Märkte für deutsche Industrieunternehmen – gerade für den Mittelstand, der oft stark exportorientiert ist. Gleichzeitig signalisiert der schwache Binnenmarkt, dass die heimische Konjunktur weiter an Fahrt verliert.

Dreimonatsvergleich zeigt anhaltende Schwäche

Trotz des monatlichen Aufwärtstrends bleibt die mittelfristige Perspektive kritisch. Im Dreimonatsvergleich zwischen Juli und September lag der Auftragseingang um 3,0 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals. Ohne Großaufträge fiel das Minus auf 1,5 Prozent, doch der Trend verdeutlicht, dass die Erholung insgesamt noch zögerlich verläuft. Experten verweisen zudem auf anhaltende geopolitische Unsicherheiten und Lieferengpässe bei Vorprodukten, die die Planungssicherheit für Unternehmen weiter erschweren.

Chancen für Zulieferer trotz Vorbehalte

Für technische Entscheider im Mittelstand bietet die aktuelle Entwicklung gemischte Signale. Die Zunahme in Schlüsselbranchen wie der Automobil- und Elektroindustrie könnte mittelfristig zu stabilen Auftragsmengen führen, insbesondere bei Unternehmen, die in Zukunftstechnologien investiert haben. Gleichzeitig mahnt die schwache Inlandsnachfrage zur Vorsicht: Wer stark auf den heimischen Markt ausgerichtet ist, sollte Diversifizierungsstrategien prüfen. Zudem gilt es, die Volatilität in metallverarbeitenden Branchen im Blick zu behalten, wo Großaufträge kurzfristige Schwankungen verstärken. Die aktuelle Datenlage legt nahe, dass eine nachhaltige Erholung erst einsetzen wird, wenn sich globale Lieferketten stabilisieren und die Nachfrage aus dem Inland wieder anzieht.

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