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Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Photo by Charlotte Venema / Unsplash

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Die Europäische Zentralbank hält ihre Leitzinsen vorerst stabil. Bei ihrer Sitzung am Donnerstag beschloss das EZB-Direktorium, den Einlagensatz unverändert bei zwei Prozent zu belassen. Das entsprach den Erwartungen der Finanzmärkte. Doch hinter dieser Entscheidung zeichnen sich neue Spannungen ab, die die Geldpolitik in absehbarer Zeit verändern könnten.

Warum der Dollar unter Druck gerät

Der Dollar rückt unter Druck. Die Schwäche der US-Währung hat mehrere Ursachen. Globale Großinvestoren reduzieren ihre Dollar-Bestände oder streuen ihr Kapital anders. Pensionsfonds aus Dänemark, Schweden und den Niederlanden haben US-Staatsanleihen verkauft. China hat seine Dollar-Reserven auf den niedrigsten Stand seit 2008 reduziert. Diese Abkehr von der Leitwährung signalisiert wachsende Unsicherheit. Politische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten spielen dabei eine Rolle.

Das Dilemma der EZB

Für die Europäische Zentralbank ergibt sich aus der Situation ein Zwickmühle. Die Inflation im Euroraum ist zurückgegangen und liegt unter zwei Prozent. Das könnte für Zinssenkungen sprechen. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Unternehmen investieren verhalten, die Industrie leidet unter schwacher Nachfrage, der private Konsum wächst nur langsam.

Hinzu kommt der starke Euro. Die Aufwertung verteuert Exporte und macht europäische Produkte auf dem US-Mmarkt weniger wettbewerbsfähig. Das belastet eine ohnehin angeschlagene Exportwirtschaft. Gleichzeitig sinken Importpreise, was die Teuerung dämpft. Das Währungsszenario bleibt widersprüchlich für die Geldpolitiker.

Signale für mögliche Kurskorrektionen

Im EZB-Rat wächst die Diskussion über eine Kursänderung. Österreichs neuer Notenbankchef Martin Kocher deutete an, dass eine anhaltende Euro-Aufwertung auf lange Sicht eine geldpolitische Reaktion erfordern könnte. Das ist eine vorsichtige, aber klare Botschaft: Zinssenkungen könnten kommen.

Auch andere Fachleute rechnen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Zinsschritte nach unten. Analysten von Capital Economics schätzen, dass die Inflation in diesem Jahr niedriger ausfallen könnte als erwartet. Thomas Gitzel von der VP Bank sagt, dass die Rufe nach einer EZB-Zinssenkung lauter werden könnten. Der starke Euro gelte als weiterer Grund für ein Umdenken bei der Notenbank.

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