zum Inhalt
Photo by CHUTTERSNAP / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

In den vergangenen zwei Jahren haben rund zwei Drittel der mittelständischen Fertigungsbetriebe in Deutschland ein neues ERP-System eingeführt. Die Ergebnisse stammen aus der Studie ERP-Herausforderungen 2025/26 des Stuttgarter Softwareherstellers Planat. Befragt wurden 150 produzierende Unternehmen. Die Modernisierung gilt als Schlüsselprojekt, um steigende Anforderungen an digitale Prozesse zu erfüllen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Hauptgründe für den Systemwechsel

Die Umfrage nennt klare Motive. Mehr als die Hälfte der Unternehmen schätzt, dass ihre alten Systeme nicht mehr alle betrieblichen Anforderungen erfüllen. Etwa jeder zweite Betrieb leidet unter Medienbrüchen durch manuelle Datenübertragungen zwischen isolierten Anwendungen, was Zeit und Kosten verursacht. Weitere zentrale Gründe sind veraltete Technologieplattformen, unzureichender Support durch den Anbieter und mangelnde Benutzerfreundlichkeit. Besonders kritisch ist der fehlende Zugriff auf moderne Schnittstellen, der die Integration neuer Tools erschwert.

ERP als Rückgrat der Digitalisierung

Für die meisten Unternehmen ist das ERP-System zum zentralen Baustein der Digitalisierungsstrategie geworden. Über 90 Prozent betonen, dass eine branchenspezifisch angepasste Lösung entscheidend ist. Für mehr als 80 Prozent ist sie ein Ausschlusskriterium bei der Anbieterwahl. Planat-Geschäftsführer Christian Biebl beschreibt das ERP-System als Rückgrat der firmenweiten Digitalisierung. Es bündelt klassische Funktionen wie Produktionsplanung und Dokumentenmanagement und ermöglicht die lückenlose Steuerung komplexer Lieferketten.

Anbieterwahl: Direkt vom Hersteller bevorzugt

Bei der Implementierung setzen viele Unternehmen auf direkte Unterstützung durch den Softwarehersteller statt auf externe Partner. Fast die Hälfte der Befragten bevorzugt, wenn der Anbieter Installation und Wartung selbst übernimmt. Grund ist die Einschätzung, dass der Hersteller die Software am besten kennt und schneller auf Probleme reagieren kann. Branchenerfahrung und langjährige Marktpräsenz spielen ebenfalls eine Rolle. Unternehmen suchen gezielt Anbieter, die sich auf die Fertigungsindustrie spezialisiert haben und bewährte Referenzen vorweisen können.

Langfristige Investitionssicherheit im Fokus

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die langfristige Wartbarkeit individueller Anpassungen. Viele Mittelständler haben über Jahre eigene Funktionen in ihr ERP-System integriert, die auch bei Updates erhalten bleiben müssen. Erfahrene Anbieter garantieren, dass kundenspezifische Lösungen release-sicher sind – ein entscheidender Faktor für Planungssicherheit. Experten raten, bei der Auswahl neben kurzfristigen Kosten auch die Kompetenz des Anbieters und die Zukunftsfestigkeit der Lösung zu prüfen. Wer hier spart, riskiert später hohe Nachrüstungsaufwände oder einen erneuten Systemwechsel.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Tagesthemen vom 05.02.2026

Starker Euro setzt EZB unter Zugzwang Die Europäische Zentralbank belässt den Einlagensatz zwar bei zwei Prozent, gerät aber wegen der Währungsentwicklung zunehmend unter Druck. Der Dollar verliert an Bedeutung, große Investoren und Staaten wie China fahren ihre Dollar-Bestände zurück. Zugleich hat sich der Euro spürbar aufgewertet. Das dämpft zwar die

Kartellamt setzt neue Maßstäbe

Kartellamt setzt neue Maßstäbe

Am 5. Februar 2026 hat das Bundeskartellamt Amazon eine schwere Niederlage zugefügt. Die Behörde verbot dem Onlinehändler, Preisobergrenzen für unabhängige Händler auf dem Amazon Marketplace festzulegen. Zusätzlich verhängte sie eine Strafe von 59 Millionen Euro. Für viele Mittelständler im Onlinehandel ist dies ein wichtiger Sieg im Wettbewerb gegen den Marktplatzbetreiber.

Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Die Europäische Zentralbank hält ihre Leitzinsen vorerst stabil. Bei ihrer Sitzung am Donnerstag beschloss das EZB-Direktorium, den Einlagensatz unverändert bei zwei Prozent zu belassen. Das entsprach den Erwartungen der Finanzmärkte. Doch hinter dieser Entscheidung zeichnen sich neue Spannungen ab, die die Geldpolitik in absehbarer Zeit verändern könnten. Warum der Dollar

Tagesthemen vom 04.02.2026

Inflation im Euroraum unter EZB-Ziel – aber mit deutlichen Unterschieden Die Inflation in der Eurozone ist im Januar 2026 auf 1,7 Prozent gefallen und liegt damit erstmals seit Herbst 2024 unter dem Zielwert der EZB. Treiber sind vor allem sinkende Energiepreise, die im Jahresvergleich um 4,1 Prozent zurückgingen. Lebensmittel