zum Inhalt

Betriebsräte warnen vor Verbrenner-Verbot ab 2035

Photo by Matt Boitor / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die Vertreter der Arbeitnehmer bei Bosch, ZF und Mahle haben der Bundesregierung eine klare Botschaft geschickt. Ein Verbot der Verbrennungsmotoren ab 2035, so wie es die EU vorsieht, würde die deutsche Zulieferindustrie hart treffen. In einem gemeinsamen Appell warnen sie vor weiteren Entlassungen und bitten Berlin, in Brüssel eine flexiblere Umsetzung der Klimavorgaben zu verfolgen. Ziel ist es, den Übergang zur Elektromobilität zu entschleunigen und Unternehmen sowie Beschäftigte zu schützen.

Arbeitnehmervertreter schlagen geschlossene Linie vor

Die drei Konzerne, die stark von klassischer Antriebstechnik leben, bekräftigen, dass die CO2-Neutralität nicht infrage gestellt wird. Zugleich sprechen sie sich jedoch für mehr Zeit aus, um den Strukturwandel zu bewältigen. Frank Sell, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Bosch, betont: Die Branche brauche einen realistischen Fahrplan, der wirtschaftliche Stabilität sichert. Ohne Anpassungen der EU-Regeln drohen Entlassungen und eine Abwanderung von Kompetenzen ins Ausland. Die Bundesregierung solle gemeinsam mit der EU-Kommission auftreten und alternative Lösungswege wie synthetische Kraftstoffe stärker berücksichtigen.

Bosch steht vor Sparmaßnahmen: Jobgarantie endet 2027

Die Situation bei Bosch ist besonders brisant. Das Unternehmen will bis 2030 jährlich 2,5 Milliarden Euro einsparen, vor allem in der Mobility-Sparte. Die bisherige Beschäftigungsgarantie gilt bis 2027; danach könnten betriebsbedingte Kündigungen folgen. Verhandlungen zu freiwilligen Abfindungen und Vorruhestand laufen, um Stellenstreichungen zu vermeiden. Die Beschäftigten gehen dennoch mit großer Unsicherheit zur Arbeit. Betriebsratsmitglieder berichten von einer spürbaren Angst. Ähnliche Sparprogramme betreffen ZF und Mahle, wo ebenfalls Einsparungen geplant sind.

Branchenkrise erfordert politische Unterstützung

Die Zulieferindustrie steckt in einer tiefen Krise. Neben den Folgen der Elektrifizierung belasten steigende Energiekosten und sinkende Aufträge die Unternehmen. Die Zahl der Insolvenzen in der Branche steigt. Die IG Metall fordert deshalb einen staatlichen Rettungsschirm, der den Transformationsprozess absichert. Gewerkschaftschefin Barbara Resch weist darauf hin, dass Unternehmen bereits Milliarden in neue Technologien investiert hätten. Nun brauche es politische Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit schaffen. Ohne eine angepasste EU-Regelung drohe der deutsche Mittelstand als Herz der Zulieferkette weiter geschwächt zu werden.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Arbeitsministerin Bas drängt auf klare Regeln für KI am Arbeitsplatz

Arbeitsministerin Bas drängt auf klare Regeln für KI am Arbeitsplatz

Auf der Netzkonferenz re:publica machte Arbeitsministerin Bärbel Bas deutlich, dass KI nicht unkontrolliert in Unternehmen Einzug halten soll. Es braucht klare Regeln statt Wildwuchs. Demokratisch legitimierte Vorgaben sollen Beschäftigte schützen und Innovation ermöglichen. Aufbruch mit Ansage: KI ja, Wildwuchs nein Bas sieht KI als fundamentalen Wandel der Arbeitswelt. Sie

EU-Parlament beschließt neue Schutzmaßnahmen für die Stahlbranche

EU-Parlament beschließt neue Schutzmaßnahmen für die Stahlbranche

Heute stimmt das Europäische Parlament über eine aktualisierte Durchsetzungsverordnung ab, die ab Juli 2026 alternative Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie vorsieht. Die Regelungen ersetzen die bisherigen WTO-basierten Importbeschränkungen, die am 30. Juni auslaufen. Hintergrund ist die globale Überproduktion, die europäische Stahlhersteller unter Druck setzt. Mit mengenmäßigen Einfuhrkontingenten und höheren Schutzzöllen soll

Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz-Änderung: Wochenmodell statt Acht-Stunden-Tag

Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz-Änderung: Wochenmodell statt Acht-Stunden-Tag

Die Regierung will das Arbeitszeitgesetz reformieren. Ziel ist ein Wochenmodell statt einer festen Acht-Stunden-Tagesgrenze. Was geplant ist Die Regierung bereitet eine Reform vor, die die bisher zentrale Definition der Arbeitszeit verändert. Statt der täglichen Höchstdauer von acht Stunden soll künftig eine wöchentliche Obergrenze gelten. Der Vorschlag steht im Koalitionsvertrag und

Vier Jahre Kriegsfolgen treffen Produktion und Jobs

Vier Jahre Kriegsfolgen treffen Produktion und Jobs

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 erlebt die deutsche Industrie einen tiefgreifenden Strukturwandel. Besonders energieintensive Branchen treffen hart. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes brach die Produktion in Chemie, Metallerzeugung, Glas und Papier um 15,2 Prozent ein. Das lag deutlich über dem Branchendurchschnitt. In