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Die Vertreter der Arbeitnehmer bei Bosch, ZF und Mahle haben der Bundesregierung eine klare Botschaft geschickt. Ein Verbot der Verbrennungsmotoren ab 2035, so wie es die EU vorsieht, würde die deutsche Zulieferindustrie hart treffen. In einem gemeinsamen Appell warnen sie vor weiteren Entlassungen und bitten Berlin, in Brüssel eine flexiblere Umsetzung der Klimavorgaben zu verfolgen. Ziel ist es, den Übergang zur Elektromobilität zu entschleunigen und Unternehmen sowie Beschäftigte zu schützen.
Arbeitnehmervertreter schlagen geschlossene Linie vor
Die drei Konzerne, die stark von klassischer Antriebstechnik leben, bekräftigen, dass die CO2-Neutralität nicht infrage gestellt wird. Zugleich sprechen sie sich jedoch für mehr Zeit aus, um den Strukturwandel zu bewältigen. Frank Sell, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Bosch, betont: Die Branche brauche einen realistischen Fahrplan, der wirtschaftliche Stabilität sichert. Ohne Anpassungen der EU-Regeln drohen Entlassungen und eine Abwanderung von Kompetenzen ins Ausland. Die Bundesregierung solle gemeinsam mit der EU-Kommission auftreten und alternative Lösungswege wie synthetische Kraftstoffe stärker berücksichtigen.
Bosch steht vor Sparmaßnahmen: Jobgarantie endet 2027
Die Situation bei Bosch ist besonders brisant. Das Unternehmen will bis 2030 jährlich 2,5 Milliarden Euro einsparen, vor allem in der Mobility-Sparte. Die bisherige Beschäftigungsgarantie gilt bis 2027; danach könnten betriebsbedingte Kündigungen folgen. Verhandlungen zu freiwilligen Abfindungen und Vorruhestand laufen, um Stellenstreichungen zu vermeiden. Die Beschäftigten gehen dennoch mit großer Unsicherheit zur Arbeit. Betriebsratsmitglieder berichten von einer spürbaren Angst. Ähnliche Sparprogramme betreffen ZF und Mahle, wo ebenfalls Einsparungen geplant sind.
Branchenkrise erfordert politische Unterstützung
Die Zulieferindustrie steckt in einer tiefen Krise. Neben den Folgen der Elektrifizierung belasten steigende Energiekosten und sinkende Aufträge die Unternehmen. Die Zahl der Insolvenzen in der Branche steigt. Die IG Metall fordert deshalb einen staatlichen Rettungsschirm, der den Transformationsprozess absichert. Gewerkschaftschefin Barbara Resch weist darauf hin, dass Unternehmen bereits Milliarden in neue Technologien investiert hätten. Nun brauche es politische Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit schaffen. Ohne eine angepasste EU-Regelung drohe der deutsche Mittelstand als Herz der Zulieferkette weiter geschwächt zu werden.
