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CDU will Teilzeitrecht einschränken – Auswirkungen auf den Mittelstand
Die CDU will den allgemeinen Rechtsanspruch auf Teilzeit deutlich beschneiden. Künftig sollen Beschäftigte ihre Arbeitszeit nur noch aus klar definierten Gründen reduzieren dürfen, etwa für Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Weiterbildung. In anderen Fällen würde der Anspruch entfallen, ebenso der gesicherte Rückweg in Vollzeit. Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag sollen an diese Gründe gekoppelt werden. Ziel ist es, dem Fachkräftemangel zu begegnen und Unternehmen zu entlasten, die steigende Teilzeitquoten und Belastungsspitzen beklagen. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass echte „Lifestyle-Teilzeit“ nur einen sehr kleinen Teil der Fälle ausmacht und viele Beschäftigte unfreiwillig oder aus familiären Gründen in Teilzeit arbeiten.
Rechtlich gäbe es damit einen Bruch mit dem seit 2001 bestehenden Teilzeitanspruch und der seit 2019 möglichen Brückenteilzeit. Ökonomen und Verbände sind gespalten. Das DIW und die OECD empfehlen stattdessen Steuer- und Transfersysteme zu reformieren, insbesondere Ehegattensplitting und Minijobs, die viele Frauen in Teilzeit halten. Auch aus Union und SPD kommt Widerstand gegen den Vorstoß. Für den Mittelstand könnten die CDU-Pläne zwar mehr Spielraum bei Arbeitszeitwünschen und der Personalplanung bringen. Gleichzeitig droht aber ein Verlust an Attraktivität für Fachkräfte, wenn flexible Modelle eingeschränkt werden. Betriebe sollten daher unabhängig von der politischen Debatte prüfen, welche flexiblen Arbeitszeitmodelle sie strategisch brauchen, um im Recruiting konkurrenzfähig zu bleiben.
Deutsche Bahn denkt über Verkauf des Auslandsgeschäfts nach
Die Deutsche Bahn prüft den Verkauf ihrer außereuropäischen Betreibergesellschaft DB International Operations sowie der Schwestergesellschaft DB Engineering and Consulting. Beide Einheiten bündeln das Bahn- und Beratungsgeschäft in Ländern wie Indien, Uruguay, Ägypten, Katar oder Kanada, setzen gemeinsam rund eine Milliarde Euro um und erwirtschaften etwa 35 Millionen Euro Ergebnis. Sie sind in der DB E.C.O. Group mit rund 8.500 Beschäftigten organisiert und gelten als solide profitabel.
Der mögliche Verkauf ist Teil eines größeren Programms zur Bereinigung des Konzernportfolios. Die Bahn hat bereits die Auslandstochter Arriva an den Investor I Squared Capital verkauft. Ziel ist der Abbau von Schulden und mehr Finanzspielraum für Rekordinvestitionen in das deutsche Schienennetz. Die Prüfung ist komplex, da DB Engineering auch an deutschen Infrastrukturprojekten beteiligt ist, etwa an der Sanierung der Riedbahn. Laufende Projekte sollen nach Unternehmensangaben unverändert weiterlaufen. Ob, wie und wann ein Verkauf erfolgt, ist offen. Für mittelständische Unternehmen zeigt der Schritt, wie selbst profitable Auslandsgeschäfte zugunsten eines klareren Fokus auf das Kerngeschäft zur Disposition stehen.
Indien öffnet sich: Freihandelsabkommen schafft neue Perspektiven für den Mittelstand
Die EU und Indien haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt, das Zölle auf den Großteil der europäischen Ausfuhren nach Indien stark senkt oder ganz abschafft. Besonders profitieren Branchen, in denen deutsche Mittelständler stark sind, etwa Maschinenbau, Chemie, Pharma sowie Hersteller von Kunststoffen, Flugzeugkomponenten, Eisen und Stahl. Fachleute erwarten, dass sich die EU-Exporte nach Indien bis 2032 verdoppeln könnten. Damit rückt ein Markt mit 1,4 Milliarden Menschen stärker in den Fokus, der bisher für viele deutsche Unternehmen schwierig war. Zugleich eröffnen sich Chancen in Finanzdienstleistungen und maritimen Dienstleistungen. Das Abkommen gilt auch als Baustein zur Verringerung der Abhängigkeit von China und zur breiteren Aufstellung globaler Lieferketten.
Beispiele wie der Kabelhersteller Lapp zeigen, welches Potenzial langfristiges Engagement hat. Lapp produziert seit Jahrzehnten in Indien und kann nun zusätzliche Spezialprodukte aus der EU leichter liefern. Neben besseren Exportbedingungen könnten auch Fachkräftegewinnung und Technologietransfer erleichtert werden, etwa durch vereinfachte Visa- und Anerkennungsverfahren für indische IT- und Ingenieurfachkräfte. Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen. Indien schützt weiterhin Teile der Landwirtschaft, des Stahlbaus und der Autoindustrie, die Regulierung gilt als komplex und bürokratisch, und Infrastrukturprobleme belasten Planung und Versorgungssicherheit. Industrie- und Handelskammern sehen das Abkommen dennoch als möglichen Wendepunkt. Für exportorientierte Mittelständler ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt, Indien strategisch zu prüfen und erste Schritte oder den Ausbau bestehender Aktivitäten vorzubereiten.
Dobrindt stoppt Vorstoß gegen Recht auf Teilzeit
Alexander Dobrindt stellt sich klar gegen den Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit zu beschneiden. Der CSU-Politiker sieht keinen Handlungsbedarf bei den bestehenden Regeln und warnt vor einer pauschalen Abwertung von Beschäftigten durch Begriffe wie „Lifestyle-Teilzeit“. Er betont die Bedeutung individueller Arbeitszeitmodelle und fordert mehr Flexibilität bei Wochenarbeitszeiten statt neuer Beschränkungen. Rückendeckung bekommt er aus der CDU-Spitze: Führende Vertreter wie Steffen Bilger und Carsten Linnemann halten den Antrag in der aktuellen Form für nicht mehrheitsfähig und setzen auf bessere Rahmenbedingungen, etwa flexiblere Arbeitszeiten, weniger Abgaben und mehr Kinderbetreuung.
Die Debatte zeigt, wie sensibel das Thema Arbeitszeit für Fachkräftesicherung ist, gerade im Mittelstand. Zwar nimmt die Zahl der Teilzeitkräfte zu, viele würden aber gern mehr arbeiten, wenn Betreuung, Steuerlast und Karrierechancen besser wären. Besonders Frauen geraten nach der Elternzeit häufig in eine Teilzeitfalle. Instrumente wie die Brückenteilzeit sollen gegensteuern. Für Unternehmen bedeutet die Auseinandersetzung: Statt auf Verbote zu setzen, könnten flexible Modelle, verlässliche Rückkehrrechte in Vollzeit und familienfreundliche Strukturen entscheidend sein, um Personal zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen. Die CDU-Antragskommission berät den umstrittenen Antrag erneut, der Ausgang ist offen.
Dollar unter Druck: Was der starke Euro für den Mittelstand bedeutet
Der Dollar verliert weiter deutlich an Wert. Der Euro hat zum Wochenbeginn zeitweise die Marke von 1,19 US‑Dollar überschritten und liegt aktuell bei rund 1,1875 Dollar. Im Monatsvergleich legte der Euro knapp 1 Prozent zu, im Jahresverlauf sogar gut 13 Prozent. Der Dollar-Index verzeichnete den stärksten Wochenrückgang seit April des Vorjahres. Diese Bewegung einer Leitwährung trifft Unternehmen direkt, die international einkaufen oder verkaufen.
Hinter der Dollarschwäche stehen mehrere Faktoren. Die britische Wirtschaft startete mit überraschend starken Konjunkturdaten ins Jahr, was Pfund und Euro stützt und den Dollar belastet. Zusätzlich sorgen Spekulationen über mögliche Eingriffe Japans und der USA in die Devisenmärkte sowie Handelskonflikte und Zolldrohungen für Unsicherheit. Für mittelständische Unternehmen bedeutet der schwächere Dollar günstigere Importe aus den USA, aber mögliche Verschiebungen bei Exportchancen. Vor anstehenden Signalen der US-Notenbank Federal Reserve sollten Firmen ihre Währungsstrategie prüfen und Absicherungen gegen Wechselkursrisiken konkretisieren.
Quellen
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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/ig-metall-entwicklung-100.html
https://www.ifo.de/pressemitteilung/2025-12-11/ifo-institut-sieht-wachstum-2026
https://www.youtube.com/watch?v=bfoqMN_tWmc
https://www.dbb.de/artikel/diskussion-ueber-teilzeit-schluss-mit-der-schlagzeilenpolitik-1.html
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/teilzeit-recht-debatte-100.html
https://www.finanztrends.de/general-motors-solide-zahlen-aber-dunkle-wolken-am-horizont/
https://www.n-tv.de/ticker/General-Motors-hat-2025-fast-15-Prozent-Verlust-verbucht-id30291358.html
https://www.insidebw.de/deutsche-bahn-plant-wohl-verkauf-von-auslands-geschaeft
https://www.airliners.de/deutsche-bahn-erwaegt-verkauf-aussereuropaeischem-betreibergeschaeft/85519
https://taz.de/Deutsche-Bahn-und-Arriva/!5963968/
https://www.deutschlandfunk.de/trump-erhoeht-zoelle-fuer-suedkorea-auf-25-prozent-100.html
https://www.n-tv.de/politik/Trump-erhoeht-Zoelle-fuer-Suedkorea-auf-25-Prozent-id30288184.html
https://finanzmarktwelt.de/trump-droht-suedkorea-mit-25-zoellen-das-steckt-dahinter-377370/
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-zoelle-suedkorea-100.html
https://www.deutschlandfunk.de/kernpunkte-des-handelsabkommens-zwischen-der-eu-und-indien-100.html
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