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Inhaltsverzeichnis

Inflation sinkt auf 1,8 Prozent: Entlastung mit Vorbehalten

Die Inflationsrate ist im Dezember auf 1,8 Prozent gefallen und lag damit unter den Erwartungen. Im Jahresdurchschnitt 2025 ergibt sich eine Teuerung von 2,2 Prozent. Institute sehen für 2026 entweder eine weitere Abschwächung oder ein Verharren auf diesem Niveau. Die EZB hat ihr Ziel von zwei Prozent mit dem harmonisierten Wert im Dezember nahezu erreicht. Für den Mittelstand bedeutet das planbarere Kosten, aber noch keinen vollständigen Druckabbau. Die Kerninflation von 2,4 Prozent zeigt, dass der zugrunde liegende Preisdruck weiter besteht.

Entlastung kommt vor allem von Energie und Lebensmitteln. Sprit, Strom und Gas waren günstiger, der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln blieb gering. Gleichzeitig treiben Dienstleistungen mit plus 3,5 Prozent die Preise. Höhere Personalkosten und der gestiegene Mindestlohn verschärfen dies. Mittelständische Dienstleister müssen ihre Kalkulation anpassen und sorgfältig prüfen, wie viel sie an Kunden weitergeben können. Positiv wirkt das höhere Lohnwachstum, das seit zwei Jahren über der Inflation liegt und die Kaufkraft stützt. Die gefühlte Inflation bleibt jedoch höher, was die Konsumlaune trotz besserer Statistik dämpfen kann.

Autoindustrie schmiedet Software-Allianz gegen Abhängigkeit von Tech-Konzernen

Über 30 Unternehmen der deutschen und europäischen Autoindustrie wollen künftig gemeinsam offene Software entwickeln. Neben Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sind große Zulieferer wie Bosch, Continental und Infineon beteiligt, koordiniert vom VDA und unterstützt von der Eclipse Foundation. Ziel ist eine herstellerübergreifende Basissoftware, die als standardisierter Baukasten für autonome und vernetzte Fahrzeuge dient. Damit setzt die Branche ein Signal gegen die wachsende Dominanz von Google und Apple im Fahrzeugcockpit und will Kontrolle über Architektur und Daten sichern.

Die Erwartungen an Effizienzgewinne sind hoch. Durch gemeinsame Entwicklung nicht herstellerspezifischer Funktionen rechnet die Industrie mit Einsparungen von bis zu 40 Prozent bei Entwicklung, Integration und Wartung. Bis 2026 soll eine erste Softwarebasis für eine autonome Fahrzeugplattform bereitstehen, ab 2030 soll sie in Serienfahrzeugen laufen. Für mittelständische Zulieferer entstehen neue Chancen für spezialisierte Module auf der offenen Plattform, zugleich steigt der Anpassungsdruck für proprietäre Lösungen. Technische Entscheider sollten früh prüfen, wie sich eigene Produkte in dieses Ökosystem integrieren lassen, da offene Standards zunehmend zum Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit werden.

Deutschland erzielt Rekord bei Einnahmen aus CO2-Rechten

Deutschland nimmt 2025 mit mehr als 21,4 Milliarden Euro so viel Geld aus dem Emissionshandel ein wie noch nie. Die Erlöse stammen aus dem europäischen Handel für Großanlagen sowie dem nationalen System für Wärme und Verkehr. Steigende CO2-Preise sind der Haupttreiber. Im europäischen System lag der Durchschnittspreis bei etwa 74 Euro je Tonne, im nationalen Handel stieg er von 45 Euro in 2024 auf 55 Euro in 2025. Insgesamt flossen rund 5,4 Milliarden Euro aus EU-Auktionen und etwa 16 Milliarden Euro aus dem nationalen System in die Staatskasse.

Seit 2008 hat der Bund so mehr als 100 Milliarden Euro eingenommen. Die Mittel fließen in den Klima- und Transformationsfonds, der Gebäudesanierungen, klimaneutrale Industrieprozesse, Wasserstoffprojekte und Ladeinfrastruktur fördert. Für mittelständische Unternehmen bedeutet der wachsende Emissionshandel höhere Energie- und Kraftstoffkosten, aber auch mehr Förderung für Investitionen in Effizienz und Dekarbonisierung. Die hohe Zahl versteigerter Zertifikate im Gebäudesektor und Verkehr zeigt laut Umweltbundesamt anhaltend hohe Emissionen und politischen Handlungsdruck. Ab 2026 werden nationale Zertifikate versteigert, ab 2028 soll ein europäisches Brennstoffsystem das nationale weitgehend ersetzen, nachdem die Umstellung zur Dämpfung von Preissteigerungen um ein Jahr verschoben wurde.

KI im Praxistest: hohe Kosten, wenig messbarer Nutzen

Viele Unternehmen haben in KI investiert, können den Nutzen aber kaum belegen. Nur eine Minderheit misst überhaupt die Wirkung ihrer Projekte. Gleichzeitig steigen die Aufwendungen für KI, Cloud und SaaS deutlich, während ein wachsender Teil der Verantwortlichen diese Ausgaben bereits als überzogen einstuft. Parallel breitet sich Schatten-KI aus, die IT verliert den Überblick über eingesetzte Systeme und Datenflüsse. Führungskräfte sehen darin ein erhebliches Risiko, da zwar viele Daten vorhanden sind, aber passende Werkzeuge und Strukturen fehlen, um daraus belastbare Mehrwerte zu ziehen. Regulatorische Unsicherheit, Datensicherheitsbedenken und Integrationskosten bremsen zusätzliche Vorhaben aus.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma erfordert einen Kurswechsel. KI soll nicht mehr als allgemeines Effizienzetikett dienen, sondern klar definierte Aufgaben übernehmen, deren Beitrag zum Geschäftserfolg messbar ist. Governance rückt ins Zentrum: Inventur aller KI-Anwendungen, klare Zuständigkeiten und Kontrollmechanismen werden zur Führungsaufgabe, auch getrieben durch neue europäische Vorgaben. Unternehmen sollten ihre Werkzeuglandschaft straffen und den Fokus auf Anwendungen legen, die Mitarbeitende von störenden Routinen entlasten und ihnen mehr Raum für die eigentliche Arbeit geben. Entscheidend ist ein nüchterner Pragmatismus: Erfolg wird an realen Effizienzgewinnen gemessen, nicht an der Zahl der eingesetzten KI-Tools.

Stellantis: Historischer Produktionseinbruch setzt italienische Werke unter Druck

Der Automobilkonzern Stellantis hat in Italien einen massiven Produktionseinbruch erlitten. 2025 liefen nur rund 380.000 Fahrzeuge vom Band, etwa 20 Prozent weniger als im ohnehin schwachen Vorjahr. Besonders betroffen ist die Pkw-Sparte, deren Fertigung um etwa 25 Prozent auf nur noch 214.000 Einheiten sank. Das ist der niedrigste Pkw-Ausstoß seit 1954. Nutzfahrzeuge hielten sich etwas besser mit einem Minus von rund 14 Prozent. Einzelne Werke wie Melfi verloren fast die Hälfte ihrer Produktion. Nahezu jede zweite Beschäftigte und jeder zweite Beschäftigte war zeitweise in Kurzarbeit.

Hauptursachen sind die schwache Autonachfrage in Europa, die hinter den Erwartungen zurückbleibende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, verschobene Modellanläufe sowie zunehmender Wettbewerbsdruck aus China. Neue Modelle wie der Fiat 500 Hybrid und der Jeep Compass brachten im vierten Quartal zwar etwas Entlastung und verhinderten noch schlechtere Zahlen. Eine Rückkehr zu früheren Produktionsniveaus von mehr als 750.000 Fahrzeugen pro Jahr gilt aber als unrealistisch. Unter dem neuen Management um CEO Antonio Filosa und vor dem Hintergrund politischer Zielvorgaben von einer Million Fahrzeugen pro Jahr fordern Gewerkschaften einen neuen Industrieplan. Für deutsche Zulieferer mit enger Abhängigkeit von Stellantis bedeutet dies anhaltende Unsicherheit bei Auslastung und Investitionsplanung.

Bayer fordert Milliarden von mRNA-Impfstoffherstellern

Bayer geht in den USA mit Klagen gegen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson vor. Der Konzern wirft den Unternehmen vor, bei der Entwicklung und Herstellung ihrer mRNA-Coronaimpfstoffe ein seit den 1980er Jahren bestehendes Bayer-Patent verletzt zu haben. Die damals für robustere Nutzpflanzen entwickelte Technik zur Stabilisierung von Erbgutmaterial sei ohne Lizenz genutzt worden. Bayer fordert keinen Verkaufsstopp, sondern Schadensersatz und rückwirkende Lizenzgebühren auf Umsätze in Milliardenhöhe.

Der Fall reiht sich in eine wachsende Welle von Patentstreitigkeiten rund um mRNA-Technologien ein, zu der auch frühere Klagen von Moderna gegen Pfizer gehören. Da mRNA inzwischen auch für Grippeimpfstoffe und Krebstherapien eingesetzt wird, könnten die Verfahren weitreichende Folgen für die Branche haben. Für Biotech-Unternehmen steigt der Druck, alte Patentportfolios systematisch zu prüfen. Zugleich zeigt der späte Zeitpunkt der Klage, dass auch Jahrzehnte alte Schutzrechte erhebliche finanzielle Risiken für erfolgreiche Produkte auslösen können.

Pendlerpauschale ab 2026: Mehr Geld für Vielfahrer, offene Gerechtigkeitsfragen

Ab 2026 gilt die Entfernungspauschale von 38 Cent pro Kilometer bundesweit ab dem ersten Kilometer. Pendler mit kurzen und mittleren Strecken können damit teils mehrere Hundert Euro mehr als Werbungskosten ansetzen. Der Staat plant Entlastungen von rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Befürworter verweisen auf hohe Energiepreise und mangelnde ÖPNV-Angebote besonders in ländlichen Regionen. Kritiker sehen jedoch eine Umverteilung zugunsten höherer Einkommen. Durch die Steuerprogression profitieren Spitzenverdiener pro Kilometer deutlich stärker als Geringverdiener. Wer die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro nicht überschreitet, geht ganz leer aus.

Verkehrsforscher warnen zudem vor falschen Anreizen. Die höhere Pauschale belohne lange Autofahrten und fördere Zersiedelung, während zugleich das Deutschlandticket teurer wird. Für mittelständische Unternehmen ist die Reform ambivalent. Standorte mit längeren Anfahrtswegen werden zwar attraktiver. Gleichzeitig sinkt der finanzielle Druck, Homeoffice zu nutzen oder wohnortnahe Arbeitsplätze zu suchen. Für technische Entscheider stellt sich daher die strategische Frage, wie stark sie mobile Arbeit, flexible Modelle und den Mix aus Auto, ÖPNV und geteilten Mobilitätsformen fördern wollen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.

Quellen

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_002_611.html

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Inflation-im-Gesamtjahr-2025-bei-2-2-Prozent-id30208795.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/verbraucherpreise-inflation-schwaecht-sich-im-dezember-merklich-ab-a-b9356e05-7394-47c4-a638-fdb7d95e8f8d

https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/inflation-preisdruck-in-deutschland-sinkt-deutlich/100188045.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-deutschland-202.html

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/absichtserklaerung-autobranche-will-bei-software-enger-zusammenarbeiten/100189332.html

https://www.mynewsdesk.com/de/rolandberger/pressreleases/automobilindustrie-ausgaben-fuer-software-steigen-bis-2030-auf-bis-zu-59-mrd-us-dollar-pro-jahr-3194999

https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/Deutsche-Autobranche-will-bei-Software-enger-zusammenarbeiten-id30212996.html

https://www.cio.de/article/4012242/deutsche-autoindustrie-baut-software-gemeinsam-gegen-google-und-apple.html

https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2026/260107_PM_Innovation-im-Automotive-Sektor-durch-offene-Zusammenarbeit

https://www.springerprofessional.de/automobilelektronik---software/automobilwirtschaft/autobranche-gruendet-software-kooperation/51139426

https://www.automotiveit.eu/strategy/autoindustrie-rueckt-bei-softwareentwicklung-enger-zusammen/904096

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/absichtserklaerung-autobranche-will-bei-software-enger-zusammenarbeiten/100189332.html

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Deutschland verdient Rekordeinnahmen mit dem Verkauf von CO2-Rechten

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Mit mehr als 21,4 Milliarden Euro hat Deutschland im Jahr 2025 so viel Geld aus dem Emissionshandel eingenommen wie noch nie zuvor. Der Anstieg gegenüber 2024 fällt erheblich aus: Damals lag die Summe noch bei 18,5 Milliarden Euro. Diese Einnahmen stammen aus zwei parallel laufenden Systemen: dem europäischen Emissionshandel für große Industrieanlagen und den nationalen Handel für Wärme und Verkehr.

Besonders bemerkenswert ist die langfristige Perspektive. Seit dem Start des Emissionshandelssystems im Jahr 2008 hat der Staat insgesamt über 100 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dieses Geld fließt direkt in den Klimaund Transformationsfonds, der konkrete Klimaschutzmaßnahmen finanziert. Gefördert werden damit unter anderem die energetische Sanierung von Gebäuden, die Umstellung der Industrie auf klimaneutrale Produktion, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und die Erweiterung des Ladesäulennetzes für Elektroautos.

Wie der Emissionshandel für mittelständische Unternehmen funktioniert

Der Emissionshandel arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Wer Treibhausgase ausstößt, braucht entsprechende Berechtigungen. Im europäischen System trifft dies auf große Kraftwerke, Industrieanlagen, den Flugund Seeverkehr zu. Diese Unternehmen erwerben ihre Zertifikate über Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig. Im Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis pro Tonne Kohlendioxid bei etwa 74 Euro, nachdem er 2024 noch bei 65 Euro gelegen hatte.

Das nationale Handelssystem erfasst vor allem den Brennstoffmarkt in den Sektoren Wärme und Verkehr. Hier werden Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Kohle besteuert, seit 2024 auch die Verbrennung von Abfällen. Die Abgaben werden bei Gasversorgern und Mineralölkonzernen eingezogen, die diese dann an ihre Kunden weitergeben.

Höhere Preise führen zu deutlich besseren Ergebnissen

Der wesentliche Grund für die gestiegenen Einnahmen liegt in den höheren Zertifikatpreisen. Im nationalen Handel stiegen diese von 45 Euro je Tonne im Jahr 2024 auf 55 Euro im Folgejahr. Im europäischen Emissionshandel wuchsen die Preise ebenfalls, was insgesamt zu Auktionserlösen von etwa 5,4 Milliarden Euro für Deutschland führte. Aus dem nationalen Handel flossen zusätzlich 16 Milliarden Euro in die Staatskasse.

Die Menge der versteigerten Zertifikate im nationalen System ist ebenfalls beachtlich: 2025 wurden insgesamt 294 Millionen Berechtigungen verkauft. Diese hohen Mengen zeigen nach Einschätzung von Fachleuten des Umweltbundesamtes allerdings, dass die Emissionen in den Bereichen Gebäude und Verkehr weiterhin zu hoch sind. Der Handlungsdruck zur schnelleren Reduktion bleibt damit erheblich.

Übergang zum europäischen System verzögert sich

Ab 2028 sollen die nationalen Zertifikate durch ein europäisches System für Brennstoffe weitgehend abgelöst werden. Ursprünglich war diese Umstellung bereits für 2027 geplant, wurde aber um ein Jahr verschoben. Die Verschiebung sollte vermeiden, dass Heizund Tankstellen-Preise stark ansteigen. Allerdings kritisieren Experten, dass diese Verzögerung den Modernisierungsprozess verlangsamt und damit die deutschen und europäischen Klimaschutzziele gefährdet.

Ab 2026 wird sich für Mittelständler und Verbraucher eine weitere Neuerung ergeben: Die nationalen Berechtigungen werden erstmals versteigert statt zu fixen Preisen abgegeben. Die Versteigerungspreise sollen zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne liegen. Dies könnte zu einer weiteren Steigerung der Staatseinkünfte führen und gleichzeitig stärkere Anreize für Emissionsreduktionen schaffen.

# Quellen

https://www.zdfheute.de/wirtschaft/co2-zertifikate-handel-rekord-klima-klimawandel-100.html

https://www.pv-magazine.de/2026/01/07/erloese-aus-dem-emissionshandel-steigen-2025-auf-21-milliarden-euro/

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/rekord-co2-zertifikate-bringen-staat-214-milliarden-euro/100189211.html

https://www.deutschlandfunk.de/emissionshandel-bringt-deutschland-rekordeinnahmen-102.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/co2-rechte-deutschland-erzielt-einnahmerekord-im-emissionshandel-a-6ae44a84-8b4b-4d54-b25b-9068b98660c5

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/einnahmerekord-emissionshandel-verschmutzungsrechte-100.html

https://www.computer-spezial.de/news/ki-studie-ausblick-auf-technologie-und-digitalisierungstrends-2026-4312965.html

https://ap-verlag.de/ausblick-2026-ki-schliesst-luecke-zwischen-intelligenz-und-kontext/101429/

https://www.flexera.de/about-us/press-center/flexera-report-reveals-priorities-driving-it-strategy-for-2026-ai-takes-the-lead-de

https://www.spektrum.de/kolumne/2026-muss-dem-hype-um-kuenstliche-intelligenz-ein-ende-setzen/2302963

https://www.fuer-gruender.de/blog/2026-die-wichtigsten-trends-fuer-selbststaendige-und-unternehmer/

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/management-warum-unternehmen-in-ki-schrott-versinken/100182004.html

https://www.imk-boeckler.de/de/pressemitteilungen-15992-imk-prognostiziert-1-2-prozent-wirtschaftswachstum-fuer-2026-73893.htm

https://www.der-bank-blog.de/wirtschaft-ohne-wende-deutschland-vor-2026/studien/37726757/

https://www.deutschlandfunk.de/bundesbank-fuer-die-deutsche-wirtschaft-geht-es-ab-2026-langsam-bergauf-inflation-bleibt-zaeh-100.html

https://www.unternehmeredition.de/stimmungsrueckschlag-fuer-die-deutsche-industrie/

https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-ausblick-deutschlands-wirtschaftspolitik-2026-74069.htm

https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/michael-groemling-mehrheit-der-wirtschaftsverbaende-rechnet-mit-stellenabbau-im-neuen-jahr.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bundesregierung-wirtschaft-merz-100.html

https://www.italpassion.fr/de/stellantis/in-italien-sinkt-die-stellantis-produktion-und-2025-wird-schlimmer-als-2024-hier-die-details-nach-fabrik/

https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/stellantis-produktion-in-italien-2025-um-20-ruecklaeufig-fim-cisl-ce7e59dcdd8cf125

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/autohersteller-stellantis-produktion-in-italien-laut-gewerkschaft-eingebrochen/100189345.html

https://www.onvista.de/news/2026/01-07-gewerkschaft-stellantis-produktion-in-italien-eingebrochen-0-20-26466374

https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/stellantis-produktion-in-italien-zusammenbruch-auf-68-jahres-tief/

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/autohersteller-stellantis-produktion-in-italien-laut-gewerkschaft-eingebrochen/100189345.html

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Frankfurts Büromarkt: Warum Spitzenmieten trotz Leerstand weiter steigen

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Der Frankfurter Büromarkt zeigt derzeit ein widersprüchliches Bild. Während die Leerstandsquote 2025 auf 13 Prozent kletterte und über 1,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche ungenutzt bleiben, zogen die Mieten in den besten Innenstadtlagen deutlich an. Die Spitzenmiete ist um 4,50 Euro auf 52,50 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Makler rechnen damit, dass einzelne Objekte in der Bankenviertel-Lage 2026 sogar über 60 Euro pro Quadratmeter erzielen werden. Dieses scheinbare Paradoxon ist kein Zufall, sondern die Folge tiefgreifender Verschiebungen auf dem Markt.

Der Grund liegt in einer starken Zweiteilung des Marktes. Moderne Büroflächen in zentraler Lage werden knapp, während gleichzeitig ältere Bestandsgebäude in Randlagen nicht mehr zu vermieteten sind. Das Fertigstellungsvolumen 2025 lag mit etwa 56.000 bis 60.000 Quadratmetern auf einem historischen Tiefstand. Für 2026 werden etwa 115.000 bis 120.000 Quadratmeter erwartet, doch bereits die Hälfte dieser Flächen ist bereits reserviert. In den zentralen Bereichen finden sich derzeit kaum zusammenhängende Flächen über 6.000 Quadratmetern. Diese Verknappung treibt die Preise nach oben, obwohl andernorts Leerstand entsteht.

Besonders deutlich wird die räumliche Polarisierung beim Blick auf einzelne Stadtteile. Während Randlagen wie Niederrad oder Frankfurt-West unter starkem Preisdruck leiden und zunehmend unvermietbar werden, haben Interessenten für Premium-Standorte in der Innenstadt Schwierigkeiten, überhaupt geeignete Flächen zu finden. Finanzdienstleister, Beratungsunternehmen und Banken konkurrieren intensiv um die verbliebenen hochwertigen Objekte. Die Commerzbank beispielsweise sicherte sich 2025 allein 73.000 Quadratmeter im Central Business Tower.

**Homeoffice und Wirtschaftsschwäche verschärfen die Krise**

Der strukturelle Trend zum Homeoffice setzt vielen Firmen unter Druck, ihre Büroflächen bei Neuanmietungen zu verringern. Hinzu kommt die schwache Konjunktur, die diese Entwicklung verstärkt. Allerdings gilt das nicht für alle Branchen gleich. Großunternehmen und international tätige Konzerne vergeben nach wie vor hohe Mieten für repräsentative Adressen in bester Lage. Einige Banken und Beratungsfirmen aus Metropolen wie London oder Paris sind deutlich höhere Mieten gewohnt als in Frankfurt und zahlen daher bereitwillig Premium-Preise.

Experten warnen allerdings vor langfristigen Problemen. Der Produktivitätsschub durch künstliche Intelligenz könnte die Nachfrage nach Büroflächen in Zukunft weiter senken. Ein Investor fürchtet bereits die Entstehung eines „Zombie-Marktes" für ältere Bürogebäude, die möglicherweise irgendwann niemand mehr nutzen möchte.

**Was bedeutet das für technische Entscheider im Mittelstand?**

Für Mittelständler, die Büroflächen suchen, wird 2026 ein schwieriges Verhandlungsjahr. Die Makler rechnen mit einer moderaten Abkühlung des Marktes und einem Flächenumsatz von etwa 450.000 Quadratmetern. Allerdings konzentriert sich die Nachfrage weiterhin auf hochwertige Standorte mit moderner Ausstattung. Unternehmen sollten zeitig planen: Es gibt derzeit aktive Gesuche für über 300.000 Quadratmeter in Frankfurt, aber nur ein Bruchteil davon kann gedeckt werden.

Für ältere Gebäude wird es ohne umfangreiche Modernisierung und Mietvergünstigungen schwierig, Mieter zu halten oder neue zu gewinnen. Wer flexible Raumkonzepte und moderne Büros benötigt, wird mit hohen Mieten rechnen müssen. Wer aber bereit ist, mit älteren Objekten Kompromisse zu machen, findet bessere Konditionen. Die Zweiteilung des Marktes bietet also auch Chancen für Verhandlungserfahrung und strategische Planung.

# Quellen

https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-spitzenmiete-trotz-leerstand-frankfurts-bueromarkt-paradox/100182206.html

https://www.immobilienmanager.de/frankfurt-bueromarkt-2025-mit-rekordumsatz-und-engpaessen-05012026

https://www.cash-online.de/a/viele-grossdeals-hohe-mieten-und-mehr-leerstand-frankfurts-bueromarkt-2025-709360/

https://www.colliers.de/presse/bueroleerstand-in-den-top-7-steigt-bis-2026/

https://www.nai-apollo.de/de/news/details/pressemitteilung-nai-apollo-frankfurter-buerovermietungsmarkt-mit-hoechstem-umsatzergebnis-der-letzten-fuenf-jahre

https://www.cbre.de/insights/figures/frankfurt-b%C3%BCromarkt-q3-2025

https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-spitzenmiete-trotz-leerstand-frankfurts-bueromarkt-paradox/100182206.html

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Einzelhandel trotzt Konjunkturflaute mit Umsatzplus, doch die Schwäche folgt auf dem Fuß

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Der deutsche Einzelhandel hat das Jahr 2025 mit einem unerwartet soliden Umsatzwachstum abgeschlossen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erwirtschaftete der Sektor real, also preisbereinigt, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber 2024. Nominal, also ohne Preisbereinigung, lag das Wachstum sogar bei 3,6 Prozent. Diese Zahlen deuten zunächst auf eine stabile Marktentwicklung hin, doch der Blick auf die Details offenbart ein differenziertes Bild mit erheblichen Schwachstellen in der zweiten Jahreshälfte.

Sondereffekt im Internet-Versandhandel prägt das Gesamtbild entscheidend

Das vergleichsweise starke Wachstum im ersten Halbjahr 2025 mit einem realen Plus von 3,8 Prozent wird erheblich durch einen einmaligen Sondereffekt gestützt. Die Umstrukturierung eines großen Unternehmens im Internetund Versandhandel führte dazu, dass bis dahin in der deutschen Statistik nicht erfasste Umsätze in die Bilanz aufgenommen wurden. Dieser statistische Effekt erklärt einen Großteil des starken ersten Halbjahrs. Im zweiten Halbjahr, als dieser Vergleichseffekt bereits in den Vorjahresdaten enthalten war, fiel das Wachstum deutlich auf nur 1,1 Prozent ab. Dies verdeutlicht, wie fragil die Grunddynamik des Marktes tatsächlich ist. Für Mittelständler ist dies ein wichtiger Erkenntnispunkt: Das solide Gesamtjahresergebnis sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschäfte vor Ort unter Druck stehen.

Verbraucherstimmung befindet sich im freien Fall

Noch besorgniserregender als die schwächelnde Umsatzdynamik in der zweiten Jahreshälfte ist die massiv gesunkene Konsumlaune. Das HDE-Konsumbarometer, das die Kaufbereitschaft der Verbraucher widerspiegelt, erreichte im Dezember 2025 den niedrigsten Wert seit Jahresbeginn. Die Vorweihnachtszeit, normalerweise die umsatzstärkste Phase für den Einzelhandel, zeigte keine positive Wirkung auf die Einkaufsfreudigkeit. Ganz im Gegenteil verlagern sich die Prioritäten der Konsumenten eindeutig vom Konsum zum Sparen. Die Sparneigung ist gestiegen, die Kaufabsicht hingegen gesunken. Viele Verbraucher berichten von Sorgen um ihre zukünftige Einkommenssituation und sind unsicher über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Erst gegen Ende des Jahres zeigten sich erste leichte Verbesserungen bei den Einkommenserwartungen, vermutlich ausgelöst durch Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung. Doch reicht dies bislang nicht aus, um die grundsätzliche Zurückhaltung zu durchbrechen.

November und Dezember fallen hinter Erwartungen zurück

Konkret zeigt sich die Schwäche beim Blick auf einzelne Monate. Im November 2025, dem Auftakt zum kritischen Weihnachtsgeschäft, sank der reale Umsatz um 0,6 Prozent im Vergleich zum Oktober. Besonders bedenklich ist der Vergleich zum Vorjahr. Hier fiel der Umsatz im Oktober 2025 sogar um 1,8 Prozent unter das Vorjahresergebnis, obwohl sich zum November hin eine leichte Stabilisierung andeutete. November und Dezember machen im Schnitt fast ein Fünftel des jährlichen Einzelhandelsumsatzes aus. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft wie 2025 wiegt daher erheblich.

Einzelne Branchen entwickeln sich extrem unterschiedlich

Hinter den Gesamtzahlen verbergen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Warengruppen. Der Internetund Versandhandel ist mit fast 11 Prozent Wachstum überproportional gewachsen, dominiert aber mengenmäßig nicht den gesamten Markt. Kosmetikund Gesundheitsprodukte inklusive Apotheken legten mit 3,4 Prozent zu. Die klassische Textilund Bekleidungsbranche hingegen verlor 2025 etwa ein Prozent. Dies signalisiert, dass Verbraucher selektiv bei weniger notwendigen Anschaffungen sparen.

Ausblick: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Für das kommende Jahr prognostizieren Marktbeobachter keine schnelle Erholung. Die pessimistischen Konjunkturerwartungen der Verbraucher und die anhaltende Unsicherheit bilden ein schwieriges Umfeld. Technische Entscheider im Mittelstand sollten diese Entwicklung ernst nehmen. Sie deutet darauf hin, dass Einzelhandelsbetriebe weiter unter Druck bleiben werden. Investitionen in Effizienz, Omnichannel-Integration und digitale Angebote könnten ein Weg sein, um in diesem anspruchsvollen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.

# Quellen

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_004_45212.html

https://www.petonline.de/daten/news/2026/01/07/einzelhandelsumsatz-2025-voraussichtlich-um-2-4-hoeher-als-2024.html

https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/15017-hde-konsumbarometer-im-deember-verbraucherstimmung-weiter-im-abwaertstrend-niedrigster-wert-seit-jahresbeginn

https://regionalupdate.de/2026/01/07/einzelhandelsumsatz-deutschland-2025-2/

https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/kauflaune-deutsche-einzelhaendler-schaffen-2025-ein-umsatzplus/100189250.html

https://www.parfuemerienachrichten.de/konsumstimmung-im-dezember-2025-vorsichtige-verbraucher-bremsen-umsatzpotenziale/

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/einzelhandel-jahresbilanz-2025-100.html

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-finanzierung-fuer-industriestrompreis-ist-noch-nicht-gesichert/100188837.html

https://business.ewe.de/magazin/ratgeber/industriestrompreis

https://www.advant-beiten.com/aktuelles/industriestrompreis-ab-2026-chancen-und-grenzen-der-geplanten-subventionierung-fuer-energieintensive-unternehmen-eine-rechtliche-einordnung

https://www.gleisslutz.com/de/aktuelles/know-how/industriestrompreis-ab-dem-1-januar-2026-kostensenkung-fuer-stromintensive-unternehmen

https://www.trawa.de/blog/energiepreisentlastungen-2026-das-steckt-wirklich-hinter-dem-milliarden-entlastungspaket-der-bundesregierung

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-finanzierung-fuer-industriestrompreis-ist-noch-nicht-gesichert/100188837.html

https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2026-01/67372371-mrna-patentstreit-bayer-zieht-biontech-pfizer-und-moderna-vor-gericht-049.htm

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/patente-corona-impfstoffe-bayer-verklagt-biontech-pfizer-und-moderna/100189227.html

https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/patentklage-aktien-von-biontech-moderna-pfizer-und-co-bayer-zieht-wegen-mrna-patenten-vor-us-gericht-15398596

https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/unrechtmaessige-milliarden-umsaetze-bayer-verklagt-biontech-pfizer-und-moderna-wegen-mrna-patenten-20392987.html

https://trading-treff.de/trading/bayer-aktie-milliardenpoker-um-alte-monsanto-patente

https://www.berliner-zeitung.de/news/patente-fuer-impfstoffe-bayer-verklagt-moderna-pfizer-und-biontech-li.10012999

https://www.deutschlandfunk.de/bayer-verklagt-hersteller-wegen-patentverletzung-102.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bayer-klagen-biontech-pfizer-patente-100.html

https://www.hasepost.de/richterbund-fordert-schnellere-digitalisierung-der-justiz-bis-2026-673471/

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/digitalisierung-teile-der-justiz-laut-richterbund-weiter-digital-wueste/100188919.html

https://www.mj.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/bund-lander-digitalgipfel-der-justizministerinnen-und-justizminister-gemeinsame-erklarung-zur-umsetzung-der-digitalsaule-des-neuen-pakts-fur-den-rechtsstaat-246364.html

https://www.behoerden-spiegel.de/2025/11/11/digitalgipfel-der-justiz/

https://www.landtag-bw.de/de/aktuelles/dpa-nachrichten/bund-laender-justizcloud-kommt-richterbund-ueberfaellig-613402

https://www.dbb.de/artikel/vier-missionen-fuer-justiz-ministerin-hubig-personal-digitalisierung-ueberlastung-gewalt-rechtsstaat-eakte-leistung-angriff.html

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/digitalisierung-teile-der-justiz-laut-richterbund-weiter-digital-wueste/100188919.html

https://www.morningstar.com/news/dow-jones/202601065367/nvidia-siemens-expand-partnership-to-develop-fully-ai-driven-manufacturing-sites

https://www.businesswire.com/news/home/20260106633962/en/Siemens-Unveils-Technologies-to-Accelerate-the-Industrial-AI-Revolution-at-CES-2026

https://www.engineering.com/siemens-and-nvidia-expand-partnership-on-industrial-ai/

https://interestingengineering.com/ai-robotics/siemens-nvidia-industrial-ai-operating-system

https://english.news.cn/20260107/7eacbeaa7f89416e95eb75c1b179ff1f/c.html

https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/dax-aktuell-dax-startet-mit-rekord-und-ueberwindet-25000-punkte-marke/100189230.html

https://techcrunch.com/2026/01/06/nvidia-to-accelerate-siemens-chip-design-tools-using-its-gpus/

https://news.siemens.com/en-us/digital-twin-composer-ces-2026/

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/siemens-nvidia-dax-100.html

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Die neue Pendlerpauschale: Entlastung mit Schlagseite

# Content

Ab dem 1. Januar 2026 können Arbeitnehmer bundesweit für den Weg zur Arbeit 38 Cent pro Kilometer bereits ab dem ersten Kilometer von der Steuer absetzen. Bisher galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer, davor waren es nur 30 Cent. Diese Vereinheitlichung soll Pendler entlasten, besonders jene in ländlichen Regionen. Doch während Autofahrer und Fernpendler jubeln, warnen Wissenschaftler vor einer ungerechten Verteilung der Steuervergünstigungen.

Die Bundesregierung rechnet vor, dass Pendler mit zehn Kilometern Arbeitsweg jährlich 176 Euro zusätzliche Werbungskosten geltend machen können. Bei doppelter Entfernung, also 20 Kilometern, liegt die Ersparnis bei 352 Euro im Jahr. Selbst Kurzstrecken-Pendler mit nur fünf Kilometern erhalten rund 88 Euro mehr als zuvor. Insgesamt kalkuliert das Bundesfinanzministerium mit einer Entlastung von etwa 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2026.

Die Befürworter der Regelung argumentieren mit gestiegenen Mobilitätskosten. Der ADAC sieht die Maßnahme als notwendiges Zeichen, um Pendler angesichts höherer Energiepreise und teuererer Fahrzeuge zu unterstützen. Dies sei besonders wichtig für Fachkräfte in Regionen mit schlechter Infrastruktur für öffentliche Verkehrsmittel. Rund 65 Prozent der deutschen Erwerbstätigen fahren mit dem Auto zur Arbeit. In ländlichen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz liegt dieser Anteil sogar bei drei Vierteln.

**Wer profitiert wirklich?**

Hier zeigen sich jedoch erste Risse im Gerechtigkeitsargument. Volkswirt Sven Stöwhase vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik weist auf ein grundsätzliches Problem hin: Die Pendlerpauschale unterliegt der Steuerprogression. Ein hochverdienender Spitzenverdiener erhält durch die 38 Cent pro Kilometer eine Steuerentlastung von etwa 18 Cent pro Kilometer. Ein Niedrigverdiener dagegen profitiert nur von etwa 5 Cent pro Kilometer. Bei gleicher Fahrtdistanz werden Besserverdiener also deutlich stärker entlastet.

Ein zweites Problem betrifft Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen. Die Pendlerpauschale wirkt sich nur steuerlich aus, wenn die gesamten Werbungskosten die Arbeitnehmer-Pauschale von 1.230 Euro übersteigen. Menschen mit niedrigen Einkommen erreichen diese Schwelle oft gar nicht und profitieren somit überhaupt nicht von der Erhöhung. Stöwhase resümiert: "Die Pendlerpauschale kostet relativ viel Geld, und die Frage, ob das effizient eingesetzt ist, ist nicht geklärt."

**Ein verkehrspolitisches Fehlsignal?**

Verkehrsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung kritisiert die Pendlerpauschale schärfer. Er charakterisiert sie als "Zersiedelungsprämie", die das Ausweichen ins Umland und damit lange Autofahrten mit Steuergeschenken belohne. Gleichzeitig sei diese Maßnahme verkehrsund umweltpolitisch kontraproduktiv: Während die Bundesregierung das Deutschlandticket teurer gemacht habe, setze sie mit der erhöhten Pendlerpauschale Anreize für ausgedehnte Autofahrten.

Besser wäre es nach Knies Auffassung, wenn Arbeitgeber stärker flexible Homeoffice-Modelle unterstützen würden. Zudem müsse der öffentliche Nahverkehr auf dem Land deutlich ausgebaut werden. Übergangsweise könnten Pendler auf alternative Mobilitätsformen wie Carsharing oder Taxi ausweichen, um "die letzte und erste Meile" zu überbrücken.

**Was für Mittelständler bedeutsam ist**

Für technische Entscheider in mittelständischen Unternehmen bietet sich hier eine strategische Überlegung: Die erhöhte Pendlerpauschale ist aus Arbeitgebersicht ein zweischneidiges Schwert. Einerseits verbessert sie die Attraktivität von Standorten mit längeren Pendelwegen, andererseits gibt sie Fachkräften weniger Anreiz, remote zu arbeiten oder sich für den Standort näher beim Wohnort umzusehen. Unternehmen könnten gegensteuern, indem sie mobile Arbeitsmodelle weiter ausbauen und damit Fachkräfte unabhängig von Pendelstrecken gewinnen.

# Quellen

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/das-aendert-sich-2026.html

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/steueraenderungsgesetz-bundesrat-2383684

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/pendlerpauschale-anstieg-2026-100.html

https://www.finanztip.de/entfernungspauschale/

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen-autokosten/pendlerpauschale/

https://www.deutschlandfunk.de/aenderungen-bei-pendlerpauschale-deutschlandticket-und-mehrwertsteuer-in-der-gastronomie-102.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/pendlerpauschale-arbeitsweg-100.html

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Kupfermarkt 2026: Kann die Rekord-Rally anhalten?

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Die Kupferpreise haben 2025 ein beeindruckendes Jahr hinter sich gelegt. Der Preis stieg um etwa 36 bis 43 Prozent und erreichte mehrfach neue Höchststände. Im Januar 2026 knackte das Industriemetall sogar die Marke von 6 US-Dollar pro Pfund. Für den deutschen Mittelstand, der Kupfer in Elektrik, Maschinenbau und Elektronik benötigt, stellt sich eine wichtige Frage: Wird die Preisrally auch 2026 anhalten oder gibt es eine Korrektur?

Die Antwort fällt bei Experten unterschiedlich aus. Das Angebot ist das zentrale Problem. Große Kupferminen in Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo melden Produktionsstörungen. Der Betreiber einer der weltweit größten Minen in Indonesien hat seine Produktionsprognose für 2026 um 35 Prozent gesenkt. Das bedeutet einen Ausfall von etwa 270.000 Tonnen Kupfer. Hinzu kommt, dass Kupfererze in vielen Minen geringere Gehalte aufweisen. Das Minenangebot wird 2026 daher praktisch stagnieren und um weniger als anderthalb Prozent wachsen.

Besonders spannend ist die Lagerbestands-Situation in den USA. Durch die Zolldebatten haben Händler 2025 verstärkt Kupfer in die Vereinigten Staaten transportiert, um sich zu schützen. Mittlerweile lagert dort etwa die Hälfte aller weltweit erfassten Kupferbestände, obwohl die USA weniger als zehn Prozent der globalen Nachfrage ausmachen. Diese Verzerrung erschwert eine klare Marktbetrachtung.

## Nachfrage boomt durch Energiewende und Digitalisierung

Die Nachfragenseite zeigt sich robust. Elektrotechnik und Energiebranche machen etwa 60 Prozent der Kupfernachfrage aus. Die Elektrifizierung des Verkehrs treibt den Bedarf zusätzlich: Ein Elektroauto benötigt drei bis vier Mal mehr Kupfer als ein Verbrenner. Staaten investieren massiv in den Ausbau von Stromnetzen, und Datenzentren für künstliche Intelligenz brauchen ebenfalls große Mengen des Rohstoffs. Experten rechnen mit einem Nachfragewachstum von etwa drei Prozent 2026.

## Experten-Prognosen für 2026 divergieren deutlich

Bei den Preiszielen für 2026 gibt es beachtliche Unterschiede. Goldman Sachs erwartet, dass der Kupferpreis zwischen 10.000 und 11.000 US-Dollar pro Tonne pendelt. Die Bank geht davon aus, dass die Preise im ersten Halbjahr etwas unter Druck geraten und erst Ende 2026 wieder anziehen. Erst für 2029 sieht Goldman Sachs ein Überschreiten der 12.000-Dollar-Marke.

JP Morgan hingegen ist deutlich optimistischer. Die Bank prognostiziert im Schnitt etwa 12.075 US-Dollar pro Tonne für 2026 und erwartet im zweiten Quartal sogar 12.500 US-Dollar pro Tonne. JP Morgan sieht das Marktungleichgewicht als anhaltend an und rechnet mit einem globalen Kupferdefizit von etwa 330.000 Tonnen. Weitere renommierte Institute wie die UBS und die Bank of America liegen mit ihren Prognosen zwischen 10.000 und 11.500 US-Dollar pro Tonne.

Der Unterschied zwischen den Prognosen hängt davon ab, wie die Analysten die Angebotslücke bewerten und wie schnell China wieder Kupfer kauft. China ist der größte Verbraucher, hatte aber 2025 weniger Kupfer nachgefragt als im Vorjahr. Wenn die Konjunktur dort anzieht, könnte dies die Preise treiben.

## Warnsignale für mittelfristige Knappheit

Besonders beachtlich sind die Langfrist-Szenarien. Bloomberg NEF warnt, dass das jährliche Kupferdefizit ohne massive Investitionen in neue Minen und Recycling bis 2050 auf 19 Millionen Tonnen anwachsen könnte. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass schon 2035 die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage bei 30 Prozent liegen dürfte. 2040 könnte das erwartete Kupferangebot nicht einmal halb so hoch sein wie die Nachfrage.

Für technische Entscheider im Mittelstand bedeutet dies: Kupfer wird langfristig teurer und knapper. Unternehmen sollten ihre Beschaffungsstrategien überprüfen, Recycling-Optionen prüfen und eventuell Bestandsaufbau erwägen, wenn die Preise in den kommenden Monaten schwächer werden sollten.

# Quellen

https://www.miningscout.de/blog/2025/12/23/kupferpreis-2026-was-experten-jetzt-erwarten/

https://finanzradar.de/trading/prognosen/kupferpreis-prognose/

https://www.lbbw.de/artikel/news-und-einschaetzungen-2024/kupferpreis-prognose-2025-und-entwicklung_ajizve8846_d.html

https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/rohstoffe-kupferpreis-steigt-auf-rekordhoch/100165784.html

https://www.cash-online.de/a/kupfer-steigt-ueber-13-000-dollar-markt-rechnet-2026-mit-angebotsdefizit-709569/

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/20309783-rollt-gewaltiges-an-kupferpreis-historischer-neubewertung-kupfer-2026-heisser-gold-silber

https://de.tradingeconomics.com/commodity/copper

https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/industriemetalle-ausserhalb-der-usa-ist-fast-kein-kupfer-mehr-da/100173896.html

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