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Der deutsche Mittelstand hat im Jahr 2024 erstmals mehr als 33 Millionen Menschen beschäftigt und damit einen neuen Höchststand erreicht. Trotz konjunktureller Unsicherheit und steigender Kosten stärkte der Mittelstand seine Rolle als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Gleichzeitig zeigen Analysen, dass Investitionszurückhaltung und Bürokratie das langfristige Wachstum gefährden können.

Stabile Beschäftigungsentwicklung bei moderatem Umsatzzuwachs

Die Zahl der Erwerbenden im Mittelstand wuchs 2024 um 207.000. Sie betrug damit 33,01 Millionen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Umsätze der rund 3,87 Millionen KMU legten nominal um zwei Prozent auf 5,2 Billionen Euro zu. Preisbereinigt ergab sich jedoch ein leichter Rückgang von einem Prozent. Gegenüber dem Vorjahr, das noch einen Rückgang von zehn Prozent verzeichnete, deutet die Entwicklung auf Stabilisierung hin. Die Unternehmen zeigen Resilienz, leiden aber unter erheblichem Kostendruck, der die Gewinnmargen belastet.

Investitionsbereitschaft auf historisch niedrigem Niveau

2024 setzten nur knapp zwei Fünftel der mittelständischen Unternehmen neue Investitionsprojekte um. Nominal flossen 221 Milliarden Euro in Anlagen und Bauten, zwei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Preisbereinigt sank das Investitionsvolumen erneut. Hauptgründe der Zurückhaltung sind neben hohen Kosten für Energie, Rohstoffe und Löhne vor allem zunehmende Bürokratie und die altersbedingte Zurückhaltung älterer Unternehmer. Unternehmen mit älteren Inhabern investieren seltener in Modernisierungen oder Erweiterungen. Zudem verlangsamt sich das Wachstum bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze, nachdem im Vorjahr noch fast eine halbe Million Stellen hinzukamen.

Bürokratie als zentrales Hindernis

Für einen Großteil der mittelständischen Betriebe bleibt Bürokratie das größte Hindernis. Rund sieben Prozent der Arbeitszeit entfallen auf verwaltungstechnische Aufgaben, was etwa 32 Stunden pro Monat entspricht. Die hohe Belastung bindet Kapazitäten, die für Innovationen oder Wachstumsstrategien fehlen. Unsichere politische Rahmenbedingungen und Handelskonflikte verschlechtern die Planungssicherheit. Die KfW betont, dass der Abbau bürokratischer Hürden dringend erforderlich ist, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.

Wege aus der Investitionsflaute

Trotz der Herausforderungen gibt es erste Anzeichen für eine Belebung der Investitionstätigkeit. Einige Unternehmen setzen vermehrt auf Digitalisierung und Automatisierung, um Effizienz zu steigern. Ein gezielter Abbau bürokratischer Hürden durch Politik sowie klare Rahmenbedingungen könnten das Vertrauen der Unternehmer stärken. Frühzeitige Nachfolgeregelungen helfen, Investitionsbereitschaft auch über Generationen hinweg zu sichern. Die KfW empfiehlt, das solide finanzielle Fundament vieler Unternehmen stärker für zukunftsträchtige Vorhaben zu nutzen, um Produktivitätslücken zu schließen und internationale Wettbewerbsvorteile zu erhalten.

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