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Cerpro sammelt rund zwei Millionen Euro für KI-gestützte Qualitätssicherung im Mittelstand

Photo by TECNIC Bioprocess Solutions / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Das Berliner Start-up Cerpro hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde rund zwei Millionen Euro eingeworben. Ziel ist die Weiterentwicklung einer KI-basierten Software für industrielle Qualitätssicherung im Mittelstand. Lead-Investor ist seed + speed Ventures, der Investmentarm von Carsten Maschmeyer. Co-Lead ist der Heilbronner Risikokapitalgeber D11Z, Teil der Schwarz-Gruppe. Weitere Beteiligungen kommen von EIT Manufacturing und Techstars. Mit dem Kapital soll die Produktentwicklung beschleunigt, der Vertrieb gestärkt und die Expansion in weitere europäische Märkte vorangetrieben werden.

Automatisierung von Prüfprozessen durch KI

Cerpro arbeitet an der Software QualiSpec. Sie analysiert technische Zeichnungen automatisch und erzeugt digitale Prüfpläne. Prüfanweisungen entstehen in Minuten statt Stunden. Die Lösung erkennt Merkmale wie Maße, Toleranzen und Bohrlöcher direkt aus CAD-Dateien. Sie reduziert Fehlerquellen und lässt sich in vorhandene Fertigungssysteme integrieren. Mehr als 100 mittelständische Unternehmen aus Maschinenbau, Luftfahrt und Medizintechnik nutzen die Lösung bereits. Kunden berichten von bis zu 80 Prozent schnelleren Prüfprozessen und einer Fehlerreduzierung von rund einem Drittel. Branchen mit kleinen Stückzahlen und hohen Sicherheitsanforderungen profitieren besonders von diesem Ansatz.

Herausforderungen im Mittelstand effizient lösen

Fachkräftemangel und der Druck internationaler Lieferketten machen papierbasierte Qualitätssicherung vieler Betriebe im Mittelstand zunehmend untragbar. Cerpro adressiert dies, indem repetitive Aufgaben durch KI übernommen und die Dokumentation transparenter gestaltet werden. Besonders kleine und mittlere Unternehmen profitieren, weil sie oft nur begrenzte Ressourcen haben, aber strenge Qualitätsvorgaben erfüllen müssen. Eine schnelle Implementierung innerhalb weniger Tage ermöglicht eine unmittelbare Entlastung der Teams. Diese Flexibilität ist für Betriebe entscheidend, die sich schnell anpassen müssen.

Vernetzte Qualität als Schlüssel für Lieferketten

Langfristig will Cerpro die Software um Funktionen erweitern, die schon in der Konstruktionsphase Optimierungsvorschläge liefern. Dadurch sollen Fehler vermieden werden, bevor sie entstehen. Gleichzeitig entsteht eine zentrale Datenplattform, die OEMs und Zulieferer branchenübergreifend verbindet. Dies könnte die Zusammenarbeit in komplexen Lieferketten deutlich erleichtern und die Rückverfolgbarkeit von Qualitätsdaten verbessern. Für den Mittelstand bedeuten diese Entwicklungen nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch mehr Planungssicherheit bei der Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Warum Investoren auf Mittelstandslösungen setzen

Die Beteiligung von Maschmeyer und der Schwarz-Gruppe unterstreicht das Potenzial von KI-Lösungen in industriellen Kernprozessen. Beide Investoren heben die Nutzerfreundlichkeit und die konkreten Einsparungen hervor, die Cerpro ermöglicht. Statt komplexer Systeme setzt das Unternehmen auf eine klare Zielsetzung: Prüfdokumente entstehen ohne manuelle Eingriffe und lassen sich nahtlos in bestehende Abläufe integrieren. Für den Mittelstand ist dies ein wichtiger Vorteil. Mit der neuen Finanzierungsrunde rückt Cerpro seinem Ziel näher, sich als Standardlösung für vernetzte Qualitätssicherung in der europäischen Industrie zu etablieren.

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