zum Inhalt

Mikrowellen als Schlüsseltechnologie: CO2 effizient in Treibstoff umwandeln

Photo by Marek Piwnicki / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Forscher der Universität Tokio haben eine Methode entwickelt, die Mikrowellen gezielt zur Umwandlung von CO2 in nutzbare Treibstoffe nutzt. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren, die viel Energie durch ungleichmäßige Wärmeverteilung verschwenden, bündelt die neue Technik die Energie an einer Stelle. Dadurch lassen sich Reaktionen bei niedrigeren Gesamttemperaturen kontrollieren. Die Energieeffizienz steigt um das 4,5-Fache. Das Verfahren soll industrielle Prozesse klimafreundlicher gestalten, ohne die Produktionskapazität zu verringern.

Präzise Wärmezufuhr durch Mikrowellen

Bei klassischen Heizmethoden wie Gasbrennern oder heißem Wasser wird Wärme breit verteilt. Reaktionen finden jedoch oft nur an wenigen Stellen statt. Die Forscher der Universität Tokio nutzen Mikrowellen, um gezielt bestimmte Materialbestandteile zu aktivieren. In einem porösen Zeolith-Träger wirken Indium-Ionen als Antennen, die durch Mikrowellen in Schwingung geraten. Dadurch entstehen lokal hohe Temperaturen, die das durchströmende CO2 in Kohlenwasserstoffe umwandeln. Ähnliche Ansätze gibt es auch an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, wo Mikrowellen zur volumetrischen Erwärmung eingesetzt werden. Im Unterschied zur langsamen Wärmeleitung entfällt die weite Wärmeverteilung, was Zeit und Energie spart.

Von der Labormethode zur Industrieanwendung

Trotz beeindruckender Laborergebnisse bleibt die Hochskalierung eine Hürde. Die Herstellung der benötigten Katalysatoren ist komplex und teuer, zudem müssen Materialien für den Dauerbetrieb in Großanlagen getestet werden. Parallel arbeiten Teams am Karlsruher Institut für Technologie an Plasmaverfahren, die CO2 mithilfe ultrakurzer Mikrowellenpulse bei Normaldruck spalten. In Hamburg läuft das Projekt MEDEA. Dort wird Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff zerlegt – ebenfalls unter CO2-freien Bedingungen. Diese Ansätze zeigen, dass Mikrowellentechnik nicht nur CO2-Umwandlung ermöglicht, sondern auch die Herstellung von grünem Wasserstoff oder Methanol aus Abfallstoffen erleichtern könnte.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche veräußert seine hundertprozentige Tochter MHP. MHP ist auf Management- und IT-Beratung spezialisiert und hat ihren Sitz in Ludwigsburg. Neuer Eigentümer wird Tata Consultancy Services. Der Vertrag wurde am 24. August unterzeichnet. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. In den kommenden Monaten wird der Abschluss

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Der Präsident der Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, setzt auf eine neue Arbeitszeitregel. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit soll 48 Stunden betragen. Er hält die bisherige Achtstundenregel für veraltet und wettbewerbsfeindlich. Wochenmodelle würden mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte bringen. Dulger betont, dass niemand zu extrem langen Tagen gezwungen wird. Der Gesundheitsschutz bleibe wichtig.

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

Die EU-Kommission hat dem chinesischen Onlinehändler AliExpress eine Geldbuße von 550 Millionen Euro auferlegt. Das ist die bislang höchste Strafe im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste. Für deutsche Mittelständler bedeutet dies eine klare Botschaft: Der Onlinehandel mit günstigen Importwaren wird stärker reguliert. Die Verantwortung für Produktsicherheit wird deutlich zugeordnet.