Inhaltsverzeichnis
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie bereitet sich auf ein gravierendes Jahr vor. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall schätzt, dass bis zu 150.000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Die Krise betrifft nicht nur einzelne Betriebe, sondern die gesamte Branche. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das neue Herausforderungen in Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräftesicherung.
Standortprobleme drücken Rentabilität und Arbeitsmarkt
Mehrjährige Trends verschärfen die Lage. Seit 2018 hat die Branche 270.000 Arbeitsplätze verloren. Im Dezember 2025 lag die Beschäftigung unter 3,8 Millionen. Das Niveau gab es zuletzt 2015. Die Entwicklung zeigt strukturelle Probleme Deutschlands als Standort.
Zu hohe Energiekosten, Steuern und Sozialabgaben gelten als Haupttreiber der Krise. Unter diesen Bedingungen lässt sich Produktion in Deutschland vielfach nicht mehr rentabel betreiben. Hinzu kommt eine zunehmende Bürokratie, teils verursacht durch EU-Regularien. Der Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall bemängelt den Mangel an systematischem Bürokratieabbau. Kleine und mittlere Unternehmen tragen die Hauptlast, weil ihnen Ressourcen für Compliance fehlen.
Ein weiteres Problem ist die sinkende Unterauslastung in der Produktion. Unternehmen verlieren monatlich rund 10.000 Arbeitsplätze. Die Nachfrage reicht nicht aus, um Kapazitäten auszulasten. Kurzfristige Großaufträge aus dem Verteidigungssektor sorgten im vierten Quartal 2025 für einen Auftragsanstieg. Ohne staatlich finanzierte Projekte bleibt die Auftragslage angespannt.
Strukturelle Umbrüche setzen Unternehmen zusätzlichen Druck. Die Automobilindustrie wandelt sich in Richtung Elektromobilität. Viele traditionelle Zulieferer müssen ihre Produktionslinien umbauen. Das erfordert erhebliche Investitionen. Die schwache Konjunktur behindert viele Modernisierungen. Daraus entsteht ein Teufelskreis aus geringerer Rentabilität, geringerem Investitionsvolumen und schwindendem Wettbewerbsvorteil.
Für technische Entscheider im Mittelstand ergibt sich ein zweifaches Dilemma. Sie müssen externen Kostendruck bewältigen und zugleich ihre Produkte und Prozesse an neue Anforderungen anpassen. Die Fachkräftesituation verschärft sich zudem, falls es zu weiterer Abwanderung von Spezialisten kommt.
