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EU genehmigt staatliche Fördermittel für Chipproduktion in Dresden und Erfurt

Photo by Christian Wiediger / Unsplash

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Die Europäische Kommission hat 623 Millionen Euro als Beihilfe genehmigt. Damit darf Deutschland zwei Halbleiterfabriken in Dresden und Erfurt ausbauen. GlobalFoundries in Dresden erhält 495 Millionen Euro. X-FAB in Erfurt bekommt 128 Millionen Euro. Ziel ist es, europäische Abhängigkeiten von asiatischen Lieferketten zu verringern und die Wertschöpfung zu stärken.

Ziel: Unabhängigkeit von asiatischen Lieferketten

Europa ist stark abhängig von Importen aus Asien. Das hat in den vergangenen Jahren zu Engpässen in Schlüsselbranchen geführt. Die genehmigten Beihilfen sollen diese Abhängigkeit systematisch abbauen. Die EU-Kommission betont, dass die Vorhaben die Widerstandsfähigkeit europäischer Lieferketten erhöhen. Beide Unternehmen haben zugesichert, im Krisenfall europäische Aufträge zu bevorzugen. Das ist insbesondere für mittelständische Zulieferer in Automobil- oder Medizintechnik relevant, die eine stabile Chipversorgung benötigen.

Technologische Schwerpunkte der neuen Fabriken

GlobalFoundries baut in Dresden eine 300-Millimeter-Waferproduktion auf. Die Wafer werden für sicherheitsrelevante Anwendungen in Luftfahrt und kritischer Infrastruktur benötigt. Die Produktion soll vollständig in Europa erfolgen, um Abhängigkeiten zu minimieren. Parallel dazu errichtet X-FAB in Erfurt eine MEMS-Fabrik. MEMS-Chips finden Verwendung in Sensoren für Fahrerassistenzsysteme, medizinische Geräte oder KI-Anwendungen. Diese Technologien sind wichtig für viele mittelständische Unternehmen im Maschinenbau und in der Medizintechnik, die oft individuelle Halbleiterlösungen benötigen.

Investitionen stärken europäische Wertschöpfung

GlobalFoundries startete den Ausbau schon vor der endgültigen Förderzusage. Im Juni 2025 begann das Unternehmen eigenständig mit Bauarbeiten, um Kapazitäten bis 2028 auf 1,1 Millionen Wafer pro Jahr zu erhöhen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nannte die Entscheidung ein geopolitisches Signal für Europas technologische Souveränität. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John sieht in der Erfurter MEMS-Produktion eine Chance für regionale Zuliefernetzwerke. Die Vorhaben fallen unter den European Chips Act. Bis 2030 stehen dafür insgesamt 43 Milliarden Euro für die Halbleiterindustrie bereit.

Strenge Auflagen für staatliche Förderung

Die EU genehmigt Beihilfen nur unter klaren Bedingungen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Die Begünstigten müssen nachweisen, dass Investitionen ohne öffentliche Mittel nicht realisierbar wären, und sich langfristig verpflichten. GlobalFoundries und X-FAB haben zugesagt, mindestens zehn Jahre am Standort zu bleiben und europäische Kunden bei Engpässen zu bevorzugen. Für mittelständische Entscheider bedeutet das Planungssicherheit: Die neuen Kapazitäten stärken lokale Lieferbeziehungen und verkürzen Lieferwege.

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