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Emden: 320-MW-Elektrolyseur setzt neue Maßstäbe für grünen Wasserstoff

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Der Oldenburger Energieversorger EWE hat den Bau eines der leistungsstärksten Elektrolyseure Europas in Emden begonnen. Die Anlage soll eine Kapazität von 320 Megawatt erreichen. Jährlich könnte sie rund 26.000 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen. Das Vorhaben gilt als Wegweiser für den industriellen Einsatz von Wasserstoff im deutschen Mittelstand. Ziel ist eine verbesserte Versorgungssicherheit für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie.

Projektstart mit klarem Zeitplan

Der Baubeginn erfolgte im November 2025. Tief- und Hochbauaufträge gingen an ein Konsortium aus Ludwig Freytag, Gebrüder Neumann und MBN. Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, betonte, der Übergang von der Planung zur Umsetzung sei ein klares Signal für den Markthochlauf grünen Wasserstoffs. Die Anlage soll Teil eines Gesamtsystems werden, das Erzeugung, Speicherung und Transport verbindet. Zu dem Vorhaben "Clean Hydrogen Coastline" gehört außerdem die Umrüstung einer Salzkaverne in Huntorf zum Wasserstoffspeicher sowie der Ausbau der Pipeline-Infrastruktur zwischen Wilhelmshaven, Leer und Emden.

Technische Ausstattung und Partner

Kernstück der Anlage sind PEM-Elektrolyse-Stacks von Siemens Energy. Das Unternehmen liefert ein 280-Megawatt-System, das in die 320-Megawatt-Anlage integriert wird. Ergänzt wird die Technik durch Verdichter von Neuman & Esser aus Aachen sowie geeignete Kühlsysteme. Siemens Energy und EWE haben einen zehnjährigen Servicevertrag geschlossen, um Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten. Die Anlage wird vorrangig mit Windstrom aus der Region betrieben, um die CO2-Bilanz zu optimieren.

Integration in die industrielle Wertschöpfung

Der grüne Wasserstoff richtet sich vor allem an industrielle Abnehmer in der Region. Die Stahlindustrie könnte davon besonders profitieren. Laut Berechnungen lässt sich durch den Wasserstoffeinsatz jährlich eine CO2-Reduktion von rund 800.000 Tonnen erreichen. Die direkte Anbindung an das deutsche Wasserstoffkernnetz sowie an den European Hydrogen Backbone schafft die Grundlage für eine langfristige Einbindung in europäische Lieferketten. Für mittelständische Unternehmen ergeben sich Möglichkeiten, Produktionsprozesse schrittweise auf grüne Energien umzustellen.

Herausforderungen für den Markthochlauf

Der Baubeginn allein reicht nicht aus. EWE fordert politischen Handlungsbedarf. Eine Anpassung der RFNBO-Regeln soll Elektrolyseure flexibler und kosteneffizienter betreiben ermöglichen. Zugleich brauchen Wasserstoffprojekte wettbewerbsfähige Strompreise und netzdienliche Standortvorteile. EWE plädiert zudem für verlässliche Nachfrageimpulse, etwa durch Quoten für grüne Industrieprodukte. Ohne solche Rahmenbedingungen bleibt die wirtschaftliche Skalierung vieler Projekte ungewiss.

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