zum Inhalt

Autoindustrie verliert rund 48.700 Arbeitsplätze – Tiefststand seit 2011

Photo by Simon Kadula / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die deutsche Autoindustrie steht vor einer tiefen Krise. Das Statistische Bundesamt meldet im dritten Quartal 2025 einen Beschäftigtenrückgang. Die Zahl der Beschäftigten sank um 48.700 auf 721.400. Das entspricht einem Rückgang von 6,3 Prozent innerhalb eines Jahres. Damit liegt das Beschäftigungsniveau in der Automobilbranche so niedrig wie seit Mitte 2011 nicht mehr.

Zulieferer leiden stärker als Hersteller

Zulieferer treffen die Stellenstreichungen am stärksten. In Firmen, die Teile und Zubehör liefern, fiel die Belegschaft binnen zwölf Monaten um rund elf Prozent. Bei der Herstellung von Karosserien und Anhängern ging die Belegschaft um vier Prozent zurück. Die Autohersteller selbst verzeichneten einen Rückgang von 3,8 Prozent. Fachleute führen dies auf die anhaltende Schwäche bei der Umstellung auf Elektromobilität und verschobene Lieferketten zurück, die Zulieferer vor existenzielle Herausforderungen stellen.

Industriebranchen im Vergleich

Auch andere Branchen verlieren Beschäftigte, aber weniger stark. Im Maschinenbau sank die Zahl der Mitarbeiter um 2,2 Prozent, in der chemischen Industrie um 1,2 Prozent. Lediglich die Nahrungsmittelbranche verzeichnete ein leichtes Wachstum. Der deutlichste Stellenabbau neben der Autoindustrie erfolgt in der Metallerzeugung mit minus 5,4 Prozent. Diese Entwicklung untermauert, dass die Automobilbranche derzeit das größte Krisenzentrum der deutschen Industrie ist.

Gründe für den Rückgang

Experten nennen mehrere Gründe für den massiven Stellenabbau. Dazu zählen schwache Umsätze, gestiegene Energiekosten infolge des Ukraine-Krieges, unsichere Auslandsmärkte und verunsicherte Verbraucher beim Autokauf. Gleichzeitig beschleunigt die Umstellung auf Elektromobilität strukturelle Veränderungen, die viele traditionelle Arbeitsplätze überflüssig machen. Hinzu kommen Handelskonflikte mit den USA und China sowie verschärfte Wettbewerbsbedingungen.

Quellen

https://www.ey.com/de_de/newsroom/2025/08/ey-industriebarometer-q2-2025

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Autoindustrie-erlebt-groessten-Stellenabbau-seit-2011-id30044945.html

https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.fast-50000-jobs-gestrichen-beschaeftigung-in-der-autobranche-faellt-auf-tief-seit-2011.1a580fae-dcca-4147-84c3-17a5347a23b1.html

https://taz.de/Krise-in-der-Autoindustrie/!6131319/

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/autoindustrie-in-deutschland-beschaeftigt-so-wenig-menschen-wie-zuletzt-2011-a-efcd4fec-5171-4595-af8a-6e838e41aef8

https://www.deutschlandfunk.de/krise-in-der-autoindustrie-binnen-eines-jahres-fast-50-000-stellen-abgebaut-100.html

https://www.focus.de/finanzen/news/fast-50-000-jobs-sind-weggefallen-krise-in-deutscher-autoindustrie-spitzt-sich-zu_a594a4ff-eb32-45f5-9d26-aae320e44918.html

https://www.automobil-produktion.de/management/die-radikalen-sparmassnahmen-der-autoindustrie-im-ueberblick/994682

https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/stellenabbau-deutsche-autoindustrie-mit-so-wenigen-mitarbeitern-wie-zuletzt-2011/100176527.html

https://www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/krise-in-der-autoindustrie-binnen-eines-jahres-fast-50-000-stellen-abgebaut-3737760

https://trans.info/automobilindustrie-beschaeftigung-destatis-440840

https://www.sueddeutsche.de/bayern/autoindustrie-in-der-krise-man-streicht-2-300-jobs-autobranche-mit-tiefstand-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-251120-930-316518

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/arbeitsmarkt-zahl-der-beschaeftigten-in-der-autoindustrie-sinkt-weiter/100176525.html

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Die Preise an den Tankstellen sind zuletzt gesunken. Diesel kostet wieder weniger als vor dem Iran-Konflikt. Ursachen sind deutlich niedrigere Großhandelspreise und ein zeitlich befristeter Tankrabatt auf Kraftstoffe. Entwicklung an den Zapfsäulen Wer am Wochenende den Fuhrpark betankt hat, zahlte weniger für Diesel als kurz vor dem Iran-Krieg. Der Großhandelspreis

Warum so viele Beschäftigte ins Ausland wollen und was das für den Mittelstand bedeutet

Warum so viele Beschäftigte ins Ausland wollen und was das für den Mittelstand bedeutet

Viele Beschäftigte in Deutschland erwägen einen Job im Ausland. Die Gründe sind klar: höheres Einkommen, bessere Lebensqualität und weniger Abgaben. Die Tendenz betrifft auch eine junge Generation. Experten warnen, der Fachkräftemangel könnte dadurch in den kommenden Jahren stärker zunehmen. Die neue Lust auf den Job im Ausland Eine aktuelle Umfrage

On baut roboterbasierte Schuhproduktion in der Schweiz aus

On baut roboterbasierte Schuhproduktion in der Schweiz aus

Die Rückkehr der Schuhproduktion in ein Hochlohnland In den kommenden Jahren will der Laufschuhhersteller On deutlich mehr Schuhe in der Schweiz fertigen. Die Firma setzt dabei auf eine weitgehend automatisierte Produktion mit Robotern. Die Entscheidung ist mehr als eine PR-Aktion. Sie zeigt, dass sich hochautomatisierte Fertigung auch in einem teuren

China-Schock in Deutschland: Billigimporte aus China erklären nur einen Teil des Problems

China-Schock in Deutschland: Billigimporte aus China erklären nur einen Teil des Problems

Eine neue Analyse zeigt, dass der China-Schock nicht allein durch subventionierte Billigimporte zu erklären ist. Ein wesentlicher Anteil resultiert aus eigenem Versäumnis der deutschen Wirtschaft. Eine neue Studie stellt das gängige Bild infrage Die Untersuchung europäischer Ökonomen zeichnet ein deutlich komplexeres Bild des China-Schocks als eine bloße Dumpingwelle. Deutschland verliert