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Der Montag wird zur Geduldsprobe. Die Gewerkschaft ver.di hat bundesweit rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 kommunalen Verkehrsunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Der öffentliche Nahverkehr kommt in 15 Bundesländern zum Stillstand. Lediglich in Niedersachsen fahren Busse und Bahnen wie gewohnt, weil dort bis April eine Friedenspflicht gilt.

Unternehmen stehen vor großen organisatorischen Herausforderungen

Besonders Unternehmen, deren Mitarbeitende auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, spüren die Folgen. U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fallen flächendeckend aus. Der Streik beginnt Montagfrüh um drei Uhr und endet Dienstagmorgen um drei Uhr. Rheinland-Pfalz und das Saarland starteten den Arbeitskampf bereits Sonntagabend um 22 Uhr.

Regionale Unterschiede prägen das Ausmaß der Ausfälle

Die Auswirkungen unterscheiden sich stark je nach Region. In Nordrhein-Westfalen sind rund 30 kommunale Verkehrsbetriebe betroffen. Große Städte wie Köln, Düsseldorf, Dortmund und Münster erleben praktisch einen Stillstand. In Berlin entfallen U-Bahn, Straßenbahn und die meisten BVG-Buslinien. Einige Straßenbahnen verkehren, jedoch ohne Fahrgäste, um Oberleitungen eisfrei zu halten und den Betrieb am Dienstag schnell hochzufahren.

Streik trifft auch Bayern und Baden-Württemberg

Der Streik trifft Großstädte in Bayern, darunter München und Nürnberg. Baden-Württemberg verzeichnet Ausfälle in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und weiteren Städten. Hamburg, Hessen, Sachsen und weitere Bundesländer sind ebenfalls betroffen. Ausnahmen gibt es wenige. Unternehmen mit eigenen Haustarifverträgen wie die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH fahren regulär.

Das Wagerisiko liegt beim Arbeitnehmer

Rechtlich ist die Situation klar. Arbeitnehmer tragen das Wagerisiko. Sie müssen pünktlich zur Arbeit erscheinen. Das gilt auch bei Streiks, schlechtem Wetter oder Straßenschäden. Arbeitgeber können Mitarbeitende nicht zwingen, von zu Hause aus zu arbeiten. Sie sollten jedoch zumutbare Alternativen akzeptieren, wenn Mitarbeitende diese nutzen möchten.

Auswirkungen auf Pendler

Für Unternehmen bedeutet das praktisch Folgendes: Wer kurzfristig Homeoffice ermöglichen kann, sollte es tun. Wer nicht kann, muss mit Verspätungen rechnen. Die Präsenz vor Ort kann reduziert sein. Autofahrten als Ausweichverkehr dauern länger.

S-Bahnen und Fernverkehr fahren normal

Eine wichtige Information für längere Arbeitswege: S-Bahnen sowie Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn fahren uneingeschränkt. Die Deutsche Bahn wird nicht von ver.di vertreten, daher sind S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln und anderen Ballungsräumen nicht vom Streik betroffen. Pendler, die auf diese Verkehrsmittel ausweichen können, haben verlässliche Alternativen.

Hintergrund: Bessere Arbeitsbedingungen gefordert

Hinter dem Warnstreik stehen konkrete Forderungen der Gewerkschaft. ver.di verlangt kürzere Wochenarbeitszeiten, längere Ruhezeiten zwischen den Schichten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Nach Angaben der Gewerkschaft haben die Kommunalen Arbeitgeberverbände bisherige Verhandlungen ohne nennenswerte Zugeständnisse geführt. In Bayern, Brandenburg, Saarland und Thüringen kämpft ver.di zudem um höhere Löhne.

Der Arbeitskampf richtet sich gegen geplante Verschärfungen der Arbeitsbedingungen

Ver.di sieht längere Schichten und Streichungen von Krankengeldzuschüssen als Angriff auf bestehende Vereinbarungen. Die Gewerkschaft betont, dass bessere Arbeitsbedingungen die Fluktuation senken könnten. Ohne bessere Bedingungen sei die Nachwuchsgewinnung im ÖPNV gefährdet.

Nächste Verhandlungsrunde kurz vor dem Start

Die Tarifverhandlungen finden in allen 16 Bundesländern statt, meist mit kommunalen Arbeitgeberverbänden. Mit dem Warnstreik soll Druck erhöht werden. Wenn sich in den Verhandlungen keine Bewegung zeigt, kündigt ver.di eine harte Runde an. Das könnte zu länger andauernden Streiks führen.

Tipps für Unternehmen

Flexibilität ist heute gefragt. Wer Abläufe flexibel gestalten kann, sollte dies tun. Pendler sollten heute nach alternativen Routen suchen und sich bei den lokalen Verkehrsbetrieben informieren, welche Linien möglicherweise von Subunternehmern betrieben werden.

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