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EU-Industriekommissar fordert "Made in Europe"

Photo by Christian Lue / Unsplash

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EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné plädiert für eine Bevorzugung europäischer Produktion. In einem Gastbeitrag betont er den Vorrang für europäische Unternehmen in strategischen Bereichen. Die Forderung richtet sich direkt an Politik und Wirtschaft. Eine breite Koalition unterstützt ihn.

Kernziel: Öffentliche Gelder für europäische Produktion

Der Kern der Initiative betrifft öffentliche Gelder. Wer EU-Aufträge erhält, staatliche Beihilfen bekommt oder andere Formen der Unterstützung nutzt, soll verpflichtet werden, einen wesentlichen Teil der Produktion in Europa vorzunehmen. Das gilt auch bei ausländischen Direktinvestitionen. Séjourné argumentiert, damit würden europäische Arbeitsplätze geschaffen und Wertschöpfung bleibe im Binnenland. Die Kampagne trägt den Namen Made in Europe. Sie soll deutlich machen, dass EU-Mittel europäischer Wirtschaft zugutekommen müssen.

Breite Unterstützung aus der Wirtschaft

Der Appell findet breite Zustimmung in der Wirtschaft. Mehr als 1.100 Führungskräfte von Unternehmen und Gewerkschaften haben den Gastbeitrag mitunterzeichnet. Aus Deutschland unterstützen namhafte Vertreter den Aufruf. Dazu gehören Markus Heyn von Bosch, Marie Jaronie von Thyssenkrupp Steel Europe und Michael Brecht von Daimler Truck. Die Unterstützung zeigt, dass auch große und mittlere Unternehmen staatlichen Schutz fordern.

Hintergrund: Globale Konkurrenz verschärft sich

Die Initiative reagiert auf wachsende Spannungen im globalen Wettbewerb. Die USA und China fördern ihre Wirtschaft durch Subventionen, Zölle und Regulierungen. Die Politik von US-Präsident Donald Trump wird als Beispiel genannt. Séjourné betont, Europa dürfe nicht länger als Spielfeld für Wettbewerber dienen. Es müsse seine wirtschaftlichen Interessen schützen.

Kritik und Bedenken bremsen die Euphorie

Nicht alle Mitgliedstaaten unterstützen die Strategie. Schweden und Tschechien äußerten Bedenken. Sie fürchten, Investoren könnten abgeschreckt werden. Die Bundesregierung zeigte sich zunächst zurückhaltend. Am Sondergipfel der EU am 12. Februar werden voraussichtlich intensive Debatten geführt. Dann geht es um den Binnenmarkt und Europas Wettbewerbsfähigkeit.

Auswirkungen für Mittelständler

Technische Entscheidungsträger in mittelständischen Unternehmen sehen Potenziale. Europäische Standorte könnten von bevorzugten Vergabeverfahren profitieren. Gleichzeitig könnten neue Regulierungen Compliance und Lieferkettenmanagement verteuern. Die kommenden Wochen zeigen, ob die EU eine verbindliche Strategie erreicht oder nationale Interessen dominieren.

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