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Wann Homeoffice zur Produktivitätsbremse wird und welcher Mix sinnvoll ist

Photo by Yasmina H / Unsplash

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Eine groß angelegte Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse klärt, wie viel Homeoffice Unternehmen verkraften. Die gute Nachricht für den Mittelstand: Arbeiten von zu Hause kann tatsächlich effizienter sein. Die Einschränkung: Nur bis zu einem bestimmten Anteil.

Für den Mittelstand gibt es gute Nachrichten: Heimarbeit kann die Produktivität steigern. Allerdings gilt eine Grenze: Überschreitet man einen Anteil, verschlechtert sich die Gesamtleistung. Das entspricht etwa drei Tagen Homeoffice pro Woche.

Über zwei Jahre hinweg untersuchten Forscher die Leistungsdaten von rund 11.000 Mitarbeitenden mit Kundenkontakt und administrativen Aufgaben. Das Ergebnis ist eindeutig: Homeoffice-Mitarbeitende erledigen im Schnitt rund 20 Prozent mehr Aufgaben. Sie bearbeiten mehr Kundenanfragen und führen mehr Kundengespräche. Das deutet darauf hin, dass konzentrierte Arbeit von zu Hause aus zu besseren Ergebnissen führt.

Die zentrale Erkenntnis für die Praxis lautet: Bei einem Anteil von etwa 60 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice dreht der Trend. Überschreitet man ihn, sinkt die Produktivität wieder. Das entspricht ungefähr drei Tagen pro Woche im Homeoffice.

Der Grund liegt in der Zusammenarbeit

Nach Aussage der Forschungsleitung entsteht dieses Problem, weil informelle Gespräche und fachlicher Austausch leiden, wenn Teams zu selten physisch zusammentreffen. Weniger Zeit im Büro bedeuten Informationslücken. Wichtige Informationen oder Kontextwissen werden oft beiläufig in Flurgesprächen weitergegeben. Arbeiten alle überwiegend von zu Hause, fehlen genau diese spontanen Kontakte. Das wirkt sich auch negativ auf die Arbeit zu Hause aus, weil wichtiges Wissen nicht ankommt.

Was Mitarbeiter wirklich brauchen

Neben den Produktivitätszahlen deuten die Ergebnisse auch auf weichere Faktoren hin. Etwa 93 Prozent der befragten Mitarbeitenden berichten, dass Homeoffice ihnen hilft, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. 81 Prozent sagen, dass die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, ihren Stresspegel senkt. Das sind gewichtige Faktoren, wenn es darum geht, gute Fachkräfte zu halten und sie zufrieden zu stellen.

Nicht jedes Unternehmen ist gleich

Die 60-Prozent-Grenze aus der Studie ist kein universelles Rezept, das eins zu eins auf jeden Mittelständler übertragen werden kann. Ob dieses Verhältnis auch bei Ihnen passt, hängt davon ab, welche Tätigkeiten in Ihren Teams anfallen und wie eng die Mitarbeiter zusammenarbeiten müssen. Ein Softwareentwicklungsteam mit intensivem Austauschbedarf braucht möglicherweise mehr Präsenz als ein Team, das vorwiegend mit Dokumenten und Datenbanken arbeitet.

Praktisch für den Mittelstand

Für Ihre Entscheidung könnte ein Modell sinnvoll sein, das zwischen 40 und 60 Prozent Homeoffice pendelt. Das würde etwa zwei bis drei Tage pro Woche im Büro bedeuten. Die restlichen Tage ermöglichen Ihren Mitarbeitern, konzentriert von zu Hause aus zu arbeiten. Wenn Sie es geschickt umsetzen, nutzen Sie damit den Produktivitätsvorteil des Homeoffice, ohne die Zusammenarbeit zu gefährden.

Die Ergebnisse dieser breit angelegten Studie zeigen: Die pauschale Diskussion zwischen Vollständiges Homeoffice und Alle zurück ins Büro führt zu keinem guten Ergebnis. Die Realität ist differenzierter. Ein gut durchdachtes Hybrid-Modell, das zu Ihrem Unternehmen passt, ist wahrscheinlich die beste Lösung für Ihre Produktivität und die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter.

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