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Die türkische Zentralbank setzt ihre geldpolitische Lockerung fort. Der Leitzins sinkt um einen Prozentpunkt auf 37 Prozent. Es ist die fünfte Senkung in Folge. Die Bank will die Kreditvergabe ankurbeln und die wirtschaftliche Aktivität stärken. Experten hatten mit 36,5 Prozent gerechnet. Die Entscheidung zeigt eine vorsichtige Vorgehensweise der Notenbank in Ankara.
Die türkische Wirtschaft kämpft gegen hohe Inflation, die auch deutsche Unternehmen mit Geschäftsverbindungen in der Türkei betrifft. Die Inflationsrate lag im Dezember 2025 bei rund 30,9 Prozent. Die Inflation fällt seit dem Höchststand von 64,7 Prozent im Jahr 2023 zurück, bleibt aber hoch. Für dieses Jahr rechnet die Zentralbank mit 13 bis 19 Prozent. Das mittelfristige Ziel liegt bei 5 Prozent, doch der Weg dorthin ist lang.
Analysten zeigen Skepsis gegenüber den Prognosen der Notenbank. Viele Marktteilnehmer halten die Erwartungen für zu optimistisch. Sie befürchten eine deutlich höhere Inflation. Besondere Sorge besteht durch die Erhöhung des Mindestlohns um 27 Prozent und Preisanpassungen zum Jahreswechsel. Zentralbankchef Fatih Karahan rechnet damit, dass die Inflation auch in den kommenden Monaten schwankungsanfällig bleibt.
Für die weitere Entwicklung erwarten Analysten, dass die Zentralbank die Zinssenkungen im Jahresverlauf fortsetzt. Prognosen deuten darauf hin, dass der Leitzins bis auf 25 bis 28 Prozent sinken könnte. Erste Erfolge der restriktiven Geldpolitik zeigen sich, etwa beim Vertrauen in die Lira und bei den Devisenreserven. Experten warnen jedoch, dass eine zu schnelle Lockerung die Inflationsgewinne gefährden könnte.
Die anhaltend hohe Inflation belastet die Kaufkraft der Bevölkerung spürbar. Die Löhne sollen 2026 real um rund 8,1 Prozent wachsen, doch bleibt die Kaufkraft der Türken deutlich unter dem früheren Niveau. Deutsche Mittelständler mit Exporten oder Investitionen in der Türkei sehen sich weiterhin einer fragilen Wirtschaft gegenüber. Die restriktive Geldpolitik mit hohen Zinsen verteuert Kredite und Investitionen und belastet das Geschäftsklima.
