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Bosch streicht Zehntausende Stellen und warnt vor weiterem Druck
Bosch rutscht in eine tiefgreifende Umbruchphase. 2025 halbierte sich das operative Ergebnis nahezu auf 1,7 Milliarden Euro, die Umsatzrendite fiel auf 1,9 Prozent. Der Umsatz stagnierte bei gut 91 Milliarden Euro. Haupttreiber des Gewinneinbruchs sind hohe Rückstellungen von 2,7 Milliarden Euro für Abfindungen und Sozialpläne im Zuge eines groß angelegten Stellenabbaus. Belastend wirken zudem eine schwache Weltkonjunktur, stagnierende Autonachfrage und höhere Zölle, besonders aus den USA. In Summe gerät damit ausgerechnet der lange als krisenfest geltende Technologiekonzern unter massiven Anpassungsdruck.
Bis 2030 sollen in Deutschland über 20.000 Stellen wegfallen, vor allem im Bereich Mobilität. Betroffen sind insbesondere die Werke Homburg, Bühl, Bühlertal, Schwieberdingen sowie der Standort Waiblingen, der bis 2028 komplett schließen soll. Bosch begründet die Einschnitte mit strukturellen Problemen: Die Elektrifizierung des Verkehrs verläuft langsamer als erhofft, der Wasserstoffmarkt bleibt hinter den Erwartungen zurück, zugleich wächst der Kostendruck durch Konkurrenz in Asien und hohe Standortkosten in Deutschland. Für 2026 rechnet der Konzern mit anhaltend hartem Wettbewerb, die anvisierte Rendite von sieben Prozent rückt frühestens 2027 in Reichweite. Für mittelständische Zulieferer dürfte der Sparkurs sinkende Preise, mehr Verhandlungsdruck und die Notwendigkeit beschleunigter Technologieinvestitionen bedeuten.
