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Venezuela liberalisiert Ölwirtschaft: Neue Chancen, hohe Risiken

Venezuela öffnet seine Ölindustrie für ausländische Investoren. Ein neues Gesetz erlaubt Beteiligungen in der bislang weitgehend staatlich kontrollierten Branche. Ziel der Regierung von Präsidentin Delcy Rodríguez ist es, marode Strukturen zu modernisieren und die sinkende Förderleistung wieder zu steigern. Parallel lockert die US-Regierung Sanktionen gegen die staatliche Ölgesellschaft PDVSA und erteilt breitere Genehmigungen für Verkauf, Transport und Raffinierung venezolanischen Öls. Internationale Konzerne wie Chevron, Repsol, Eni und Reliance signalisieren Interesse.

Für deutsche Mittelständler entstehen damit potenzielle Projekte in Infrastruktur, Anlagenbau und Service rund um Öl und Gas. Gefragt sind vor allem technisches Know-how und Ingenieurleistungen. Gleichzeitig bleibt das politische Umfeld fragil. Die innenpolitische Opposition ist stark, die Rechtslage unsicher und US-Entscheidungen zu Sanktionen bleiben ein entscheidender Risikofaktor. Mittelständische Unternehmen sollten nur mit klaren Vertragsgarantien, internationaler rechtlicher Absicherung und sorgfältiger geopolitischer Risikoanalyse einsteigen. Kurzfristig überwiegt die Unsicherheit, mittelfristig könnten sich bei Stabilisierung des Umfelds attraktive Bedingungen entwickeln.

CO2-Speicherung unter dem Meeresboden: Neue Optionen für Industrie und Mittelstand

Der Bundestag hat Ende Januar 2026 die rechtliche Grundlage für die Abscheidung, den Transport und die dauerhafte Speicherung von CO2 geschaffen. Künftig ist CCS auch in deutschen Meeresgebieten möglich, zudem darf Kohlendioxid in ausländische Speicher wie nach Norwegen exportiert werden. Zielgruppe sind vor allem Industriebetriebe mit schwer vermeidbaren Emissionen, etwa aus Zement-, Kalk- und Chemieproduktion sowie Gaskraftwerke. Schutzgebiete bleiben ausgenommen, zugleich ist klar: CCS soll klassische Klimaschutzmaßnahmen nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Umweltverbände und Teile der Opposition warnen vor Fehlanreizen und einer möglichen „Vermüllung“ der Meere. Außerdem sind die hohen Investitionen in Infrastruktur noch ungeklärt. Für mittelständische Unternehmen in den betroffenen Branchen eröffnet sich dennoch ein neues Feld: von eigenen CCS-Projekten über Dienstleistungs- und Technologieangebote bis hin zu Kooperationen mit Speicherbetreibern. Zugleich steigen die regulatorischen Anforderungen. Wer in relevanten Sektoren tätig ist, sollte frühzeitig Strategien prüfen, Genehmigungsfragen klären und die Entwicklung in Verbänden und Behörden eng begleiten.

Trump verschärft Flugzeug-Streit mit Kanada

US-Präsident Donald Trump droht Kanada mit Strafzöllen von 50 Prozent auf in Kanada gefertigte Flugzeuge und erwägt den Entzug von Luftfahrtszertifizierungen. Anlass ist ein Zertifizierungskonflikt um Geschäftsflugzeuge von Gulfstream, die Kanada nach Trumps Darstellung zugunsten von Bombardier benachteiligt. Betroffen wären neben Bombardier-Jets auch die Airbus A220 und regionale Flugzeugtypen, was den Betrieb zahlreicher Maschinen in den USA unmöglich machen könnte. Der Schritt wäre rechtlich fragwürdig, da die US-Luftfahrtbehörde FAA Zulassungen nur aus Sicherheitsgründen entziehen darf und internationale Regeln verletzt würden.

Der Streit ist Teil einer breiteren handelspolitischen Auseinandersetzung. Trump setzt Kanada bereits mit Drohungen über neue Zölle unter Druck, falls das Land seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China vertieft. Experten und Branchenverbände warnen vor einem beispiellosen politischen Eingriff in die Luftfahrtregulierung und vor Gefahren für Tausende Arbeitsplätze in beiden Ländern. Für den deutschen Mittelstand sind die indirekten Folgen relevant. Die global vernetzten Lieferketten der Luftfahrtbranche könnten durch Verzögerungen bei Zulassungen und mögliche Gegenzölle der EU belastet werden. Trumps Kurs „America First“ erhöht die Planungsunsicherheit für international aktive Unternehmen.

Arbeitsmarkt unter Druck, Fachkräftemangel bleibt

Im Januar 2026 waren in Deutschland rund 3,085 Millionen Menschen arbeitslos, so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Gegenüber Dezember stieg die Zahl um 177.000, im Vergleich zum Vorjahr um 92.000, die Quote lag bei 6,6 Prozent. Ein Großteil des Anstiegs geht auf saisonale Effekte wie auslaufende Befristungen und Winterpausen in wetterabhängigen Branchen zurück, saisonbereinigt stagnierte der Markt. Gleichzeitig nimmt die Zahl offener Stellen ab, sie sank auf 598.000 und liegt damit 34.000 unter Vorjahr. Für den Mittelstand entsteht eine schwierige Mischung aus steigender Arbeitslosigkeit, weniger gemeldeten offenen Stellen und gleichzeitig anhaltendem Fachkräftemangel.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ging zuletzt leicht zurück, wird aber spürbar durch Zuwanderung gestützt: Erstmals sind sechs Millionen Ausländerinnen und Ausländer in solchen Jobs beschäftigt. Kurzarbeit bleibt ein wichtiges Instrument, um qualifizierte Beschäftigte zu halten, die Inanspruchnahme liegt jedoch unter Vorjahr. Sorgen bereitet der Ausbildungsmarkt: 64.000 Jugendliche waren im Januar ohne Ausbildungsplatz registriert, bei sinkender Zahl betrieblicher Stellen. Die Bundesregierung setzt auf Investitionen, Bürokratieabbau und Qualifizierung. Für mittelständische Unternehmen wird es damit zentral, jetzt in Personalentwicklung und Ausbildung zu investieren und Fachkräftebedarfe frühzeitig zu planen.

Machtwechsel bei der US-Notenbank: Warsh soll Powell ablösen

US-Präsident Donald Trump will Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der Federal Reserve machen. Der 55-jährige Ex-Banker und frühere Fed-Direktor soll Jerome Powell nach Ablauf von dessen Amtszeit ablösen, die Ernennung muss der Senat noch bestätigen. Der Schritt beendet ein jahrelang angespanntes Verhältnis zwischen Trump und Powell, den Trump wegen aus seiner Sicht zu hoher Zinsen und vermeintlicher Fehlentscheidungen öffentlich angegriffen hatte. Die Finanzmärkte reagierten nervös: Aktien schwankten, der Dollar legte zu, Gold gab deutlich nach.

Warsh galt in seiner Zeit im Fed-Direktorium bis 2011 als Vertreter einer eher straffen Geldpolitik, hat sich zuletzt aber für Zinssenkungen ausgesprochen und Powells Kurs kritisiert. Damit wächst der politische Druck auf die formell unabhängige Notenbank. Entscheidend wird sein, ob Warsh als Fed-Chef fachlich begründete Entscheidungen trifft oder stärker Trumps Wunsch nach niedrigen Zinsen folgt. Für mittelständische Unternehmen in Deutschland ist das mehr als ein Fernthema. Die US-Geldpolitik beeinflusst Wechselkurse, Finanzierungskosten und Investitionsklima weltweit und damit auch Kreditkonditionen und Planungssicherheit im Inland.

Inflation steigt auf 2,1 Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Januar auf 2,1 Prozent gestiegen und liegt damit leicht über den Prognosen. Haupttreiber sind Dienstleistungen mit einem Plus von 3,2 Prozent, etwa durch höhere Kosten im Nahverkehr und steigende Löhne im Dienstleistungssektor. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel liegt mit 2,5 Prozent sogar noch höher. Das deutet auf strukturell höhere Preise für viele Waren und Alltagsleistungen hin und erschwert die Kalkulation im Mittelstand.

Lebensmittel verteuerten sich ebenfalls um 2,1 Prozent, besonders Kaffee, Schokolade und Fleisch, was Gastronomie, Kantinen und Cateringbetriebe belastet. Entlastend wirken sinkende Energiepreise, die im Jahresvergleich um 1,7 Prozent zurückgegangen sind. Dieser Effekt wird jedoch durch höhere CO2-Abgaben gedämpft. Experten rechnen kurzfristig mit Phasen unter zwei Prozent Inflation, sehen für 2026 aber weiterhin ein Niveau knapp darüber.

Quellen

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https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/e-fuels-zukunft-100.html

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https://www.aerotelegraph.com/flugzeuge/trump-droht-kanada-mit-entzug-von-flugzeug-zertifizierungen-weisses-haus-rudert/xff3t74

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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-verbraucher-102.html

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