zum Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Vor dem Digitalgipfel: Einheitliche EU-Regeln und mehr Risikokapital gefordert

Vor dem Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität in Berlin erhoben der Bundesverband der Deutschen Industrie und weitere Tech-Verbände klare Forderungen. Sie fordern einheitliche Vorgaben für Cloud-Dienste, Datenschutz und die Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, europäische Unternehmen unabhängiger von ausländischen Anbietern zu machen und im globalen Wettbewerb mit den USA bestehen zu können. Die Verbände fordern außerdem mehr Risikokapital, um Startups schneller zu fördern. Zugleich verlangen sie eine beschleunigte Deregulierung im digitalen Sektor. Die Forderungen spiegeln die Schwerpunkt-Themen des Gipfels wider, an dem Kanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron Lösungen für Europas digitale Zukunft ausarbeiten. Begleitend wird die europäische Digital-Identitäts-Wallet vorgestellt. Sie soll sichere digitale Identitäten im Alltag ermöglichen.

KI und Fachkräftesicherung im Fokus der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Neben regulatorischen Themen diskutieren die Gipfelteilnehmer heute verstärkt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie. Sie suchen Lösungen gegen den Fachkräftemangel. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen durch gemeinsame deutsch-französische Initiativen bei der Einführung KI-gestützter Prozesse unterstützt werden. Zudem wird der Ausbau von Weiterbildungsprogrammen vorgeschlagen, um digitale Kompetenzen in der Belegschaft schneller aufzubauen. Die enge Kooperation beider Länder gilt als Schlüssel, um europäische Technologiestandards zu setzen und die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld zu stärken.

Politiker aus Union und SPD setzen auf Mittelstand bei Cloud-Souveränität

Auf dem in Berlin gestarteten Gipfel betonen Vertreter der Union und der SPD die Rolle des Mittelstands und von KI-Startups. Sie sehen diese Gruppen als entscheidend an, um die Abhängigkeit von US-Cloud-Diensten zu verringern. Digitalminister Karsten Wildberger (SPD) und CDU-Politiker wie Friedrich Merz plädieren für gezielte Förderprogramme zum Ausbau europäischer Infrastrukturen wie Gaia-X-Datenräume oder regionale Rechenzentren. Eine Bitkom-Umfrage unter 600 Unternehmen zeigt, dass 94 Prozent stärkere staatliche Investitionen in Schlüsseltechnologien fordern. Dazu gehören der Aufbau eigener Cloud-Lösungen. Zudem unterstützen 62 Prozent den Aufbau europäischer Hyperscaler, um langfristig wettbewerbsfähige Alternativen zu US-Anbietern zu schaffen. Ziel ist es, die digitale Resilienz europäischer Unternehmen durch lokale Kompetenzen zu stärken.

EU prüft US-Cloud-Riesen im Wettbewerbsrecht

Parallel zum Gipfel prüft die EU-Kommission die Stellung von Amazon Web Services und Microsoft Azure im Cloud-Markt. Sie untersuchen deren Gatekeeper-Funktion. Exekutiv-Vizepräsidentin Virkkunen betonte, faire Wettbewerbsbedingungen seien für KI-Entwicklungen entscheidend. Die Kommission kündigte zudem den Digitalen Omnibus an, ein Vorhaben zum Abbau von Bürokratie und zur Verbesserung der Cybersicherheit. Branchenverbände warnen, dass europäische Anbieter ohne beschleunigte Genehmigungsverfahren und klare politische Signale kaum mit den Ressourcen der US-Unternehmen mithalten könnten. Beispiele wie der Einsatz von Amazon Clouds durch die Bundespolizei oder Google-Dienste durch die Bundeswehr zeigen außerdem, wie tief die Abhängigkeit bereits verwurzelt ist.

Schwarz-Gruppe baut KI-Rechenzentrum auf ehemaligem Braunkohlegelände in Brandenburg

Auf dem Gelände eines stillgelegten Braunkohlekraftwerks in Lübbenau startet die Schwarz-Gruppe mit ihrer Tochter Schwarz Digits ein Großprojekt. Es handelt sich um ein KI-Rechenzentrum. Bis Ende 2027 soll dort eine Anlage mit 200 Megawatt Leistung entstehen. Geplant ist die Aufnahme von rund 100.000 KI-Chips. Die Investition beläuft sich auf mehrere Milliarden Euro. Sie zielt darauf ab, eine industrielle KI-Infrastruktur bereitzustellen. Für mittelständische Unternehmen ergeben sich Chancen. Regionale Zulieferer erhalten Aufträge in Bau, Kühlungstechnik und Netzwerktechnik. Gleichzeitig muss die lokale Energieinfrastruktur erweitert werden, damit die hohe Nachfrage gedeckt ist. Während Bau und Betrieb entstehen außerdem mehrere hundert Arbeitsplätze. So soll der Strukturwandel in der Lausitz gestärkt werden.

Quellen

https://www.jalios.de/events/summit-on-european-digital-sovereignty-2025

https://vsdi.de/en/event/gipfel-zur-europaeischen-digitalen-souveraenitaet/

https://bmds.bund.de/aktuelles/eu-summit

https://gaia-x-hub.de/events/gipfel-zur-europaeischen-digitalen-souveraenitaet/

https://bmds.bund.de/aktuelles/eu-summit/press-and-social-media

https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/gipfel-fuer-mehr-digitale-souveraenitaet-startet-in-berlin

https://germany.representation.ec.europa.eu/news/henna-virkkunen-bei-gipfel-zu-digitaler-souveranitat-berlin-2025-11-18_de?prefLang=en

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Europas-Weg-digitale-Souveraenitaet

https://www.deutschlandfunk.de/cloud-ki-und-software-was-von-dem-gipfel-fuer-digitale-souveraenitaet-in-europa-zu-erwarten-ist-100.html

https://www.handelsblatt.com/dpa/digitalgipfel-in-berlin-europa-ringt-bei-cloud-ki-und-co-um-unabhaengigkeit/100175672.html

https://www.datacenter-insider.de/schwarz-digits-startet-milliardenprojekt-fuer-ki-rechenzentrum-in-luebbenau-a-3275004242381ff0b2435178bec44408/

https://schwarz-digits.de/schwarz-digits-datacenter-luebbenau

https://www.niederlausitz-aktuell.de/niederlausitz-aktuell/orte/oberspreewald-lausitz/luebbenau-spreewald/305591/11-milliarden-investition-in-luebbenau-mega-rechenzentrum-entsteht.html

https://www.capital.de/wirtschaft-politik/luebbenau--lidl-mutter-schwarz-investiert-in-rechenzentrum-im-spreewald-36556364.html

https://www.mannheimer-morgen.de/ratgeber_artikel,-multimedia-schwarz-gruppe-baut-rechenzentrum-fuer-elf-milliarden-euro-_arid,2341291.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/schwarz-gruppe-investiert-elf-milliarden-in-rechenzentrum-a-a65653de-2e13-4bde-9d72-58fd33a918bf

https://www.golem.de/news/rechenzentrum-schwarz-digits-investiert-11-milliarden-euro-in-luebbenau-2511-202272.html

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Arbeitslosenzahl über der Drei-Millionen-Grenze

Arbeitslosenzahl über der Drei-Millionen-Grenze

Die Erholung am Arbeitsmarkt bleibt aus. Im April 2026 meldeten sich bundesweit rund 3,008 Millionen Menschen arbeitslos. Gegenüber dem März gab es nur einen geringen Rückgang. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,4 Prozent. Die übliche Frühjahrsbelebung setzte sich in diesem Jahr deutlich schwächer durch als üblich. Die Entwicklung

Hohe Arbeitskosten treiben Firmen in den Personalabbau

Hohe Arbeitskosten treiben Firmen in den Personalabbau

Deutschland erlebt eine Zäsur am Arbeitsmarkt. Die durchschnittlichen Arbeitskosten liegen bei rund 45 Euro pro Stunde. Damit gehört Deutschland zu den teuersten Ländern Europas. Die hohen Kosten belasten Unternehmen zunehmend. Im April 2026 erreichen Pläne zum Personalabbau ein alarmierendes Ausmaß. Das ifo-Institut meldet beim Beschäftigungsbarometer den niedrigsten Wert seit mehr

Vereinigte Arabische Emirate verlassen die OPEC

Vereinigte Arabische Emirate verlassen die OPEC

Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten am 28. April 2026 ihren Austritt aus der OPEC und dem erweiterten Bündnis OPEC+. Der Schritt tritt am 1. Mai 2026 in Kraft. Damit verlässt einer der weltweit bedeutendsten Ölproduzenten die Organisation. Die Folgen für die globalen Energiemärkte könnten erheblich sein. Geopolitische Spannungen als Auslöser

BP profitiert vom Ölpreisschock, doch Schulden wachsen

BP profitiert vom Ölpreisschock, doch Schulden wachsen

Der britische Energiekonzern BP hat im ersten Quartal 2026 von gestiegenen Ölpreisen profitiert. Das bereinigte Ergebnis lag bei 3,2 Milliarden Dollar. Es war deutlich höher als im Vorjahreszeitraum, der 1,4 Milliarden Dollar ergab. Analysten hatten mit 2,7 Milliarden Dollar gerechnet. BP übertraf diese Erwartung um mehr als