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Nordlicht erhält finale Genehmigung für Nordsee-Windpark

Photo by Nicholas Doherty / Unsplash

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Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat von den deutschen Behörden die endgültige Genehmigung erhalten, den Offshore-Windpark Nordlicht umzusetzen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie stellte Ende Januar die Baugenehmigung für Nordlicht II aus. Damit steht auch die Investitionsentscheidung für das Gesamtprojekt fest. Nordlicht gilt als eines der ehrgeizigsten Windprojekte in Deutschland und soll die Energiewende voranbringen.

Das Offshore-Cluster besteht aus zwei getrennten Windparks, die rund 85 Kilometer nordöstlich von der Insel Borkum in der Nordsee entstehen. Nordlicht I soll etwa 980 Megawatt liefern, Nordlicht II rund 630 Megawatt. Zusammen ergibt sich eine Gesamtkapazität von 1.600 Megawatt. Vattenfall hat mit dem Turbinenhersteller Vestas einen Liefervertrag über 112 Turbinen des Typs V236 abgeschlossen. Jede Turbine hat eine Leistung von 15 Megawatt.

Baubeginn und Kapazitäten

Der Bau von Nordlicht I ist für 2026 vorgesehen. Die Installation der Gründungsstrukturen soll bereits im dritten Quartal beginnen. Der zweite Projektabschnitt folgt rund ein Jahr später. Beide Windparks sollen 2028 in Betrieb gehen. Die Gesamtproduktion wird bei rund sechs Terawattstunden Strom pro Jahr liegen. Rechnerisch könnten damit etwa 1,6 Millionen Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgt werden.

Starke Partnerschaften und wirtschaftliches Modell

Über den reinen Ausbau der Windenergie hinaus haben BASF und der niederländische Kunststoffhersteller LyondellBasell bestätigt, als Stromkunden zu fungieren. Das Vorhaben wird ohne direkte staatliche Einspeisevergütung umgesetzt. Stattdessen arbeiten die Betreiber mit Stromabnahmeverträgen. Das zeigt, dass auch große Windprojekte ohne öffentliche Förderung wirtschaftlich tragfähig sind.

Nachhaltigkeit und Zertifizierung

Bei der Umsetzung legt Vattenfall besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Die Turmtürme werden teils aus emissionsarmem Stahl gefertigt, was den CO2-Fußabdruck der Anlagen um rund 16 Prozent senkt. Der verwendete Stahl hat eine CO2-Intensität von 0,9 Tonnen pro Tonne, während herkömmlicher Stahl rund 2,6 Tonnen CO2 pro Tonne verursacht.

Für die Projektzertifizierung ist der TÜV Süd verantwortlich. Die Organisation überwacht Produktion, Transport, Montage und Inbetriebnahme der Anlagen und prüft die strengen Vorgaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Bedeutung für die Energiewende

Mit diesem Projekt stärkt Vattenfall die europäische Wettbewerbsfähigkeit und erhöht die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Es gilt als Vorzeigeprojekt für den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Technische Entscheider im Mittelstand sollten beachten, dass solche Großprojekte neue Chancen für Zulieferer und Serviceanbieter in der Region schaffen. Der Baubeginn 2026 macht das Vorhaben zu einem realistischen Investitionsziel für Unternehmen in der Offshore-Windbranche oder angrenzenden Bereichen.

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