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Die Deutsche Bahn richtet ihr Geschäftsmodell grundlegend neu aus. Nachdem Arriva verkauft wurde, prüft der Konzern nun die Veräußerung der außereuropäischen Zugtätigkeiten. Die Sparte DB International Operations betreibt Eisenbahnbetriebsleistungen in Indien und weiteren Ländern. Sie steht auf dem Prüfstand. Für Entscheider in der Technik im Mittelstand bedeutet das: Ein großer deutscher Konzern sortiert sich neu.
Strategische Wende und Finanzziele
Die Bahn verändert grundlegend ihre Ausrichtung. Der Finanzvorstand sagte mehrfach, dass das Unternehmen künftig Rekordinvestitionen in den Schienenverkehr in Deutschland plant. Die Abkehr von Auslandaktivitäten hin zum Kerngeschäft im Inland ist bewusst. Die Erlöse aus Verkäufen sollen die Schulden senken. Der Konzern hat Schulden von rund 30 Milliarden Euro.
Arriva-Verkauf zeigt Risikobewertung
Der Verkauf der europäischen Auslandstochter Arriva im Jahr 2024 zeigte die Schwierigkeit solcher Geschäftsteile. Arriva war etwa zehn Jahre zuvor für 2,7 Milliarden Euro erworben worden. Der Verkauf an den US-Investor I Squared Capital brachte lediglich rund 1,6 Milliarden Euro ein. Gleichzeitig wurden Verbindlichkeiten von rund einer Milliarde Euro abgebaut. Aus dieser Erfahrung zieht die Bahn vorsichtige Grundsätze für außereuropäische Zuggeschäfte.
Auslandssparten bleiben umstritten
Einzelne Auslandssparten wie DB International Operations arbeiten laut Berichten profitabel. Dennoch passt die Strategie nicht mehr zum neuen Fokus des Konzerns. In Deutschland steigt der Druck durch wachsende Anforderungen an Zuverlässigkeit und Kapazität im Zugverkehr. Kritiker betonen, dass Kapital und Managementaufmerksamkeit dort gebraucht werden, wo Probleme im deutschen Schienenverkehr anfallen. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das, dass die Portfolio-Optimierung der Bahn auch deren Geschäfte beeinflusst, insbesondere für Unternehmen, die mit der Bahn zusammenarbeiten oder digitale Bahnsysteme nutzen.
Neuausrichtung auch im Logistikbereich
Arriva-Verkauf war erst der Anfang. Der Konzern plant zudem den Verkauf des Logistikdienstes DB Schenker. Dieser Bereich läuft wirtschaftlich besser als Arriva. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen die Schulden senken und zugleich Mittel für Investitionen in die deutsche Infrastruktur freisetzen. Die Strategie zeigt, dass die Bahn sich neu als weltweiter Akteur positionieren will.
Kooperationen statt eigenständiger Auslandstätigkeit
Parallel zur Umstrukturierung arbeitet die Bahn an der Modernisierung europäischer Geschäftsbeziehungen. Ab Herbst 2025 soll ein neuer technischer Standard das grenzüberschreitende Ticketing erleichtern. So ändert sich das Bild der Internationalisierung. Statt eigener Auslandstätigkeiten setzt die Bahn stärker auf Kooperationen mit europäischen Partnerbahnen. Für mittelständische Unternehmen in Logistik oder Mobilität könnten solche Verschiebungen beim wichtigsten Transportpartner erhebliche Auswirkungen haben.
