zum Inhalt
Photo by Markus Winkler / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die Deutsche Bahn richtet ihr Geschäftsmodell grundlegend neu aus. Nachdem Arriva verkauft wurde, prüft der Konzern nun die Veräußerung der außereuropäischen Zugtätigkeiten. Die Sparte DB International Operations betreibt Eisenbahnbetriebsleistungen in Indien und weiteren Ländern. Sie steht auf dem Prüfstand. Für Entscheider in der Technik im Mittelstand bedeutet das: Ein großer deutscher Konzern sortiert sich neu.

Strategische Wende und Finanzziele

Die Bahn verändert grundlegend ihre Ausrichtung. Der Finanzvorstand sagte mehrfach, dass das Unternehmen künftig Rekordinvestitionen in den Schienenverkehr in Deutschland plant. Die Abkehr von Auslandaktivitäten hin zum Kerngeschäft im Inland ist bewusst. Die Erlöse aus Verkäufen sollen die Schulden senken. Der Konzern hat Schulden von rund 30 Milliarden Euro.

Arriva-Verkauf zeigt Risikobewertung

Der Verkauf der europäischen Auslandstochter Arriva im Jahr 2024 zeigte die Schwierigkeit solcher Geschäftsteile. Arriva war etwa zehn Jahre zuvor für 2,7 Milliarden Euro erworben worden. Der Verkauf an den US-Investor I Squared Capital brachte lediglich rund 1,6 Milliarden Euro ein. Gleichzeitig wurden Verbindlichkeiten von rund einer Milliarde Euro abgebaut. Aus dieser Erfahrung zieht die Bahn vorsichtige Grundsätze für außereuropäische Zuggeschäfte.

Auslandssparten bleiben umstritten

Einzelne Auslandssparten wie DB International Operations arbeiten laut Berichten profitabel. Dennoch passt die Strategie nicht mehr zum neuen Fokus des Konzerns. In Deutschland steigt der Druck durch wachsende Anforderungen an Zuverlässigkeit und Kapazität im Zugverkehr. Kritiker betonen, dass Kapital und Managementaufmerksamkeit dort gebraucht werden, wo Probleme im deutschen Schienenverkehr anfallen. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das, dass die Portfolio-Optimierung der Bahn auch deren Geschäfte beeinflusst, insbesondere für Unternehmen, die mit der Bahn zusammenarbeiten oder digitale Bahnsysteme nutzen.

Neuausrichtung auch im Logistikbereich

Arriva-Verkauf war erst der Anfang. Der Konzern plant zudem den Verkauf des Logistikdienstes DB Schenker. Dieser Bereich läuft wirtschaftlich besser als Arriva. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen die Schulden senken und zugleich Mittel für Investitionen in die deutsche Infrastruktur freisetzen. Die Strategie zeigt, dass die Bahn sich neu als weltweiter Akteur positionieren will.

Kooperationen statt eigenständiger Auslandstätigkeit

Parallel zur Umstrukturierung arbeitet die Bahn an der Modernisierung europäischer Geschäftsbeziehungen. Ab Herbst 2025 soll ein neuer technischer Standard das grenzüberschreitende Ticketing erleichtern. So ändert sich das Bild der Internationalisierung. Statt eigener Auslandstätigkeiten setzt die Bahn stärker auf Kooperationen mit europäischen Partnerbahnen. Für mittelständische Unternehmen in Logistik oder Mobilität könnten solche Verschiebungen beim wichtigsten Transportpartner erhebliche Auswirkungen haben.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Tagesthemen vom 05.02.2026

Starker Euro setzt EZB unter Zugzwang Die Europäische Zentralbank belässt den Einlagensatz zwar bei zwei Prozent, gerät aber wegen der Währungsentwicklung zunehmend unter Druck. Der Dollar verliert an Bedeutung, große Investoren und Staaten wie China fahren ihre Dollar-Bestände zurück. Zugleich hat sich der Euro spürbar aufgewertet. Das dämpft zwar die

Kartellamt setzt neue Maßstäbe

Kartellamt setzt neue Maßstäbe

Am 5. Februar 2026 hat das Bundeskartellamt Amazon eine schwere Niederlage zugefügt. Die Behörde verbot dem Onlinehändler, Preisobergrenzen für unabhängige Händler auf dem Amazon Marketplace festzulegen. Zusätzlich verhängte sie eine Strafe von 59 Millionen Euro. Für viele Mittelständler im Onlinehandel ist dies ein wichtiger Sieg im Wettbewerb gegen den Marktplatzbetreiber.

Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Die Europäische Zentralbank hält ihre Leitzinsen vorerst stabil. Bei ihrer Sitzung am Donnerstag beschloss das EZB-Direktorium, den Einlagensatz unverändert bei zwei Prozent zu belassen. Das entsprach den Erwartungen der Finanzmärkte. Doch hinter dieser Entscheidung zeichnen sich neue Spannungen ab, die die Geldpolitik in absehbarer Zeit verändern könnten. Warum der Dollar

Tagesthemen vom 04.02.2026

Inflation im Euroraum unter EZB-Ziel – aber mit deutlichen Unterschieden Die Inflation in der Eurozone ist im Januar 2026 auf 1,7 Prozent gefallen und liegt damit erstmals seit Herbst 2024 unter dem Zielwert der EZB. Treiber sind vor allem sinkende Energiepreise, die im Jahresvergleich um 4,1 Prozent zurückgingen. Lebensmittel