zum Inhalt

Nach 25 Jahren Verhandlungen: EU beschließt neues Freihandelsabkommen mit Südamerika

Photo by Denise Leisner / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Nach mehr als zwei Jahrzehnten zähen Verhandlungen haben die EU-Staaten dem umstrittenen Mercosur-Abkommen grünes Licht gegeben. Die Botschafter der 27 Mitgliedstaaten bestätigten am Freitag ihre Zustimmung und sicherten so die notwendige qualifizierte Mehrheit. Die EU-Kommission kann den Text damit offiziell unterzeichnen. Die Unterzeichnung soll in Paraguay stattfinden, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der kommenden Woche vor Ort sein wird.

Ein wirtschaftspolitisches Signal in unsicheren Zeiten

Das Abkommen eröffnet eine Freihandelszone zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. In dieser Region leben mehr als 700 Millionen Menschen. Damit entsteht weltweit die größte Freihandelszone dieser Art. Ziel ist es, ein klares Zeichen für regelgebundene Handelspolitik zu setzen, auch wenn Zollkonflikte und protektionistische Tendenzen zunehmen.

Lange Wege zu einer Einigung

Die Verhandlungen zogen sich über 25 Jahre hin und schienen zuletzt zum Scheitern verurteilt. Der Wendepunkt kam durch Zugeständnisse im Agrarbereich: Italien hob seine Blockade auf, nachdem die EU zugesagt hatte, die Agrarausgaben für italienische Bauern in den Jahren 2028 bis 2034 zu erhöhen. Frankreich und Polen lehnen das Abkommen weiterhin ab.

Noch nicht in trockenen Tüchern

Die Zustimmung der EU-Staaten ist ein wichtiger Schritt, aber kein endgültiges Ende. Das Europäische Parlament muss dem Abkommen zustimmen, und hier ist die Mehrheit unsicher. Möglicherweise holt das Parlament rechtliche Stellungnahmen beim Europäischen Gerichtshof ein. Das könnte das Verfahren um Monate oder Jahre verzögern.

Chancen für den Mittelstand überwiegen

Aus Sicht technischer Entscheider im deutschen Mittelstand ergeben sich konkrete Geschäftsmöglichkeiten. Der Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren senkt Exportkosten deutlich. Zulieferer, Maschinenbauer und Hersteller von Industrieprodukten profitieren besonders. Die Bundesregierung unterstützt das Abkommen ausdrücklich als Zeichen dafür, dass die EU handlungsfähig bleibt und ihre wirtschaftlichen Interessen verteidigt. Wer jetzt Geschäftsbeziehungen nach Südamerika aufbaut oder erweitert, verschafft sich Wettbewerbsvorteile für die kommenden Jahre.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

NEU - Tagesthemen vom 23.01.2026

EU legt Mercosur-Abkommen auf Eis Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten liegt vorerst auf Eis. Das Europäische Parlament hat knapp entschieden, den Vertrag dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorzulegen. Damit verzögert sich die Ratifizierung um möglicherweise bis zu zwei Jahre. Für exportorientierte Unternehmen im deutschen Mittelstand entsteht neue

Chinesische Hersteller greifen bei Plug-in-Hybriden an: BYD überholt Volkswagen in Europa

Chinesische Hersteller greifen bei Plug-in-Hybriden an: BYD überholt Volkswagen in Europa

Zölle als entscheidender Erfolgsfaktor BYD hat in Europa einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Seal U ist nun Europas meistverkaufter Plug-in-Hybrid. Er verdrängt den Tiguan von Volkswagen aus der Spitze. Im Jahr 2025 verzeichnet BYD rund 72.800 Neuzulassungen. Volkswagen kommt auf etwa 66.000 Einheiten. Das Ergebnis signalisiert eine grundlegende

Mercosur-Abkommen hängt in der Warteschleife

Mercosur-Abkommen hängt in der Warteschleife

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay steckt fest. Das EU-Parlament beschloss diese Woche, den Vertrag dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen. Die Entscheidung war knapp. 334 Ja-Stimmen, 324 Nein-Stimmen. Der Schritt verzögert die Ratifizierung und schafft Unsicherheit für exportorientierte Unternehmen. Spaltung in der Grünen Fraktion Die