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Merz zieht Notbremse beim FCAS-Kampfjetprojekt

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Der deutsch-französische Rüstungsverband FCAS steht unter Druck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einem Podcast Zweifel an der Machbarkeit des Luftkampfsystems geäußert. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob dieses teure Vorhaben überhaupt zu retten ist. Für den deutschen Mittelstand, der in den Lieferketten solcher Großprojekte eine wichtige Rolle spielt, könnte das weitreichende Folgen haben.

Merz nennt fehlende Klarheit bei den militärischen Anforderungen der beteiligten Staaten als zentrales Problem. Die Bundeswehr setzt auf bestimmte Fähigkeiten, Frankreich verfolgt andere Ziele. Das französische Militär braucht ein Flugzeug, das atomwaffenfähig ist und von Flugzeugträgern starten kann. Deutschland hat solche Anforderungen derzeit nicht. Über Jahre hinweg blieb dieser Kernunterschied ungeklärt, seit Projektbeginn 2017.

Der Kanzler hinterfragt nicht nur die aktuelle Ausgestaltung, sondern auch die grundsätzliche strategische Notwendigkeit. Er fragt, ob Deutschland in zwei Jahrzehnten noch ein bemanntes Kampfflugzeug braucht oder ob unbemannte Systeme die Luftverteidigung der Zukunft prägen. Diese Frage könnte das Projekt in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Merz signalisiert zudem, dass Deutschland notfalls auch ohne Frankreich vorankommen könnte. Er nennt andere Länder und Hersteller als mögliche Partner, falls sich Deutschland für ein eigenständiges Vorhaben entscheidet. Britisch-italienische oder schwedische Konsortien werden in diesem Zusammenhang genannt. Das sendet eine klare Botschaft an Paris: Die Geduld der Deutschen ist nicht unendlich.

Aus Frankreich kam rasch eine Reaktion. Präsident Macron betonte, dem Erfolg des Projekts verpflichtet zu bleiben. Aus dem Élysée hieß es auch, man zweifle daran, dass Deutschland ein Kampfflugzeug ohne französische Expertise bauen könne. Gleichzeitig zeigte sich Paris offen für Lösungswege. Die französische Verteidigungsministerin sprach davon, dass das Vorhaben zwar kompliziert, aber machbar sei.

Die Zeit drängt. Die Zukunft von FCAS war bereits zweimal verschoben worden und soll nun bis Ende Februar entschieden werden. Der Rüstungssektor in Deutschland und Europa steht vor einem entscheidenden Moment. Scheitert das Projekt, wären Arbeitsplätze gefährdet und Deutschlands Position in europäischen Kooperationen könnte leiden. Denkbar ist ein Kompromiss: Zwei spezialisierte Flugzeugvarianten statt eines Universalmodells.

Für Mittelständler, die als Zulieferer oder Systemlieferanten an Großprojekten beteiligt sind, bedeutet die Unsicherheit Belastung. Investitionsentscheidungen lassen sich schwer treffen, wenn sich die Rahmenbedingungen kurzfristig ändern könnten. Erfahrung zeigt jedoch, dass europäische Rüstungskooperationen oft doch zusammenfinden, auch wenn es zeitweise eng wird.

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