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Mercedes bremst ehrgeizige Pläne beim autonomen Fahren in der S-Klasse

Photo by Martin Katler / Unsplash

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Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes-Benz stoppt vorerst seine ehrgeizigen Vorhaben im Bereich autonomes Fahren. In der überarbeiteten S-Klasse, die Ende Januar 2026 vorgestellt wird, entfällt die Freihandausführung auf Autobahnen. Damit kehrt der Konzern von früheren Zielen zurück. Bisher durfte der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen und sogar Filme schauen, während das Auto selbstständig lenkte. Zukünftig setzt Mercedes stärker auf weniger riskante, dafür wirtschaftlich sinnvollere Fahrassistenten.

Die Gründe für die Kursänderung liegen auf der Hand. Die Autoindustrie kämpft mit schwachen Verkäufen und geringen Margen. Die Entwicklung von Level-3-Systemen bindet viel Kapital, doch die Nachfrage bleibt hinter den Erwartungen. Die Zusatzkosten von sechs- bis neuntausend Euro zahlten viele Käufer nicht. Zudem funktionieren Level 3 Systeme nur unter bestimmten Bedingungen: gutes Wetter, Tageslicht und ein vorausfahrendes Fahrzeug. Analysten erwarten, dass Level 2++ künftig stärker am Markt vertreten sein wird. Mercedes setzt deshalb auf Drive Assist Pro. Diese mittlere Stufe steuert das Auto in dichtem Stadtverkehr eigenständig, übernimmt Lenkung, Beschleunigung, Bremsen und Ampeln. Der Fahrer muss die Hände am Lenkrad behalten und wach bleiben. Die Kosten bleiben deutlich niedriger, weil teure Lidar-Sensoren wegfallen und stattdessen Ultraschallsensoren eingesetzt werden. In den USA kostet die dreijährige Nutzung rund 3.950 Dollar. Mercedes tritt damit gegen Tesla an, das ähnliche Funktionen überwiegend mit Kameras betreibt. Mercedes betont, dass eine Kombination verschiedener Sensortypen die Sicherheit erhöht; Kameras haben jedoch bei tief stehender Sonne Schwächen.

Level 3 wird nicht abgeschrieben, sondern strategisch nach hinten verlegt. Das System bleibt in der S-Klasse und im EQS erhältlich, wo die hohen Margen bestehen. Gleichzeitig arbeiten die Ingenieure an Verbesserungen, um Level 3 künftig attraktiver zu machen. Geplant ist, dass das System schneller wird: Von 95 km/h soll es auf 110 km/h steigen, mittelfristig sogar auf 130 km/h. Zudem soll es künftig auch ohne vorausfahrendes Fahrzeug funktionieren. Die Markteinführung dieser verbesserten Version ist in zwei bis drei Jahren vorgesehen. Ein weiterer Entwicklungszweig betrifft Level 4. Mercedes fokussiert sich hier auf gewerbliche Robotaxi-Flotten statt auf Privatkunden. In Abu Dhabi soll noch in diesem Jahr ein Level-4-Robotaxi in Betrieb gehen; später soll das Angebot auch China, den USA und Europa umfassen. Der Entwicklungschef betont, dass die notwendigen Bauteile nun in ausreichender Qualität verfügbar seien. Die Rechenleistung passe auf kleine Chips, Sensoren seien leistungsfähiger geworden und es habe Durchbrüche bei der künstlichen Intelligenz gegeben. Das ermögliche eine bessere Datensammlung und -nutzung.

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