zum Inhalt

Mercedes-Benz kämpft mit Gewinneinbruch: Sparen und neue Modelle sollen helfen

Photo by Anshuman Shaji / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Ergebnis 2025 im Überblick

Der Autohersteller Mercedes-Benz hat 2025 ein schwieriges Jahr erlebt. Der Konzerngewinn halbierte sich gegenüber 2024 von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um neun Prozent zurück auf 132,2 Milliarden Euro. Die Absatzzahlen verschärften die Lage zusätzlich: Mercedes verkaufte 2025 rund 1,8 Millionen Pkw, das entspricht einem Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Externe Faktoren belasten das Geschäft

Für die schwachen Ergebnisse macht Mercedes vor allem äußere Einflüsse verantwortlich. Von den USA erhobene Zölle belasteten den Konzern mit rund einer Milliarde Euro. Dazu kamen negative Wechselkurseffekte in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. In China brach der Absatz um 19 Prozent ein. Zusammen mit dem Rückgang bei weniger profitablen Modellen entstanden zusätzliche Belastungen von knapp sechs Milliarden Euro.

Gegenmaßnahmen greifen

Um den Gegenwind abzufedern, startete Mercedes ein umfassendes Sparprogramm. Personalabbau und Effizienzsteigerungen halfen, die Kosten um mehr als 3,5 Milliarden Euro zu senken. Die Produktionskosten sollen bis 2027 im Vergleich zu 2024 um zehn Prozent sinken. Laut dem Finanzvorstand wurden bereits vier Prozent dieses Ziels erreicht. Die Strategie setzt stärker auf Osteuropa. Das Werk in Kecskemét, Ungarn, soll die Produktion von 200.000 auf 400.000 Einheiten pro Jahr verdoppeln und wird Europas größtes Mercedes-Werk. In deutschen Werken sollen jeweils 300.000 Einheiten hergestellt werden.

Neuordnung der Elektromobilität

Das Unternehmen räumte Fehleinschätzungen bei der Elektromobilität ein. Mercedes habe die Geschwindigkeit der Kundennachfrage nach Elektrofahrzeugen überschätzt, zudem hätten die Designs der EQ-Modelle nicht überzeugt. Die Folge ist eine Strategieänderung: Neue Modelle werden künftig sowohl als Verbrenner als auch als Elektrovariante angeboten. Optisch nähern sich die Elektrofahrzeuge wieder den Verbrennern an. Zwischen 2025 und 2027 will Mercedes mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt bringen. Die starke Nachfrage nach dem CLA, dem GLC und der überarbeiteten S-Klasse deutet darauf hin, dass dieser Kurs aufgeht.

Ausblick bis 2026 und darüber hinaus

Für das laufende Jahr 2026 erwartet Mercedes einen Umsatz auf dem Niveau von 2025, rechnet aber mit deutlich höherem operativem Gewinn. Die Gewinnmarge im Pkw-Geschäft soll zwischen drei und fünf Prozent liegen und damit unter dem Vorjahr bleiben. Mittelfristig peilt der Konzern wieder zwei Millionen verkaufte Pkw an, was gegenüber den aktuellen 1,8 Millionen einem Zuwachs von 200.000 Fahrzeugen entspricht. Dieses Ziel soll vor Ende des Jahrzehnts erreicht werden, nicht aber 2027. Das Wachstum wird vor allem vom Premium-Segment getragen, wo Mercedes ein Plus von mehr als 15 Prozent erwartet. Für das Einstiegssegment kündigte das Management einen Nachfolger für die auslaufende A-Klasse an.

Belegschaft zahlt sich aus

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten für das Jahr 2025 voraussichtlich eine Ergebnisbeteiligung von rund 3.139 Euro. Das fällt deutlich geringer aus als in den Vorjahren. 2024 lag die Prämie bei 5.220 Euro, in den beiden Jahren davor Rekordwerte bis zu 7.300 Euro. Aktionäre sollen eine Dividende von 3,50 Euro pro Aktie erhalten. Damit will Mercedes das Vertrauen von Investoren und Belegschaft stärken, während das Unternehmen die operativen Anforderungen umsetzt.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Arbeitsministerin Bas drängt auf klare Regeln für KI am Arbeitsplatz

Arbeitsministerin Bas drängt auf klare Regeln für KI am Arbeitsplatz

Auf der Netzkonferenz re:publica machte Arbeitsministerin Bärbel Bas deutlich, dass KI nicht unkontrolliert in Unternehmen Einzug halten soll. Es braucht klare Regeln statt Wildwuchs. Demokratisch legitimierte Vorgaben sollen Beschäftigte schützen und Innovation ermöglichen. Aufbruch mit Ansage: KI ja, Wildwuchs nein Bas sieht KI als fundamentalen Wandel der Arbeitswelt. Sie

EU-Parlament beschließt neue Schutzmaßnahmen für die Stahlbranche

EU-Parlament beschließt neue Schutzmaßnahmen für die Stahlbranche

Heute stimmt das Europäische Parlament über eine aktualisierte Durchsetzungsverordnung ab, die ab Juli 2026 alternative Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie vorsieht. Die Regelungen ersetzen die bisherigen WTO-basierten Importbeschränkungen, die am 30. Juni auslaufen. Hintergrund ist die globale Überproduktion, die europäische Stahlhersteller unter Druck setzt. Mit mengenmäßigen Einfuhrkontingenten und höheren Schutzzöllen soll

Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz-Änderung: Wochenmodell statt Acht-Stunden-Tag

Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz-Änderung: Wochenmodell statt Acht-Stunden-Tag

Die Regierung will das Arbeitszeitgesetz reformieren. Ziel ist ein Wochenmodell statt einer festen Acht-Stunden-Tagesgrenze. Was geplant ist Die Regierung bereitet eine Reform vor, die die bisher zentrale Definition der Arbeitszeit verändert. Statt der täglichen Höchstdauer von acht Stunden soll künftig eine wöchentliche Obergrenze gelten. Der Vorschlag steht im Koalitionsvertrag und

Vier Jahre Kriegsfolgen treffen Produktion und Jobs

Vier Jahre Kriegsfolgen treffen Produktion und Jobs

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 erlebt die deutsche Industrie einen tiefgreifenden Strukturwandel. Besonders energieintensive Branchen treffen hart. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes brach die Produktion in Chemie, Metallerzeugung, Glas und Papier um 15,2 Prozent ein. Das lag deutlich über dem Branchendurchschnitt. In