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Auf der 30. UN-Klimakonferenz in Belém konnte kein ehrgeiziger Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien geschnürt werden. Die EU forderte klare, verbindliche Schritte. Öl- und Gasexporteure blockierten jedoch konkrete Festlegungen. Am Ende blieb ein Minimalkompromiss. Die Verhandlungen sprachen lediglich davon, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen „nach eigenen Möglichkeiten“ zu reduzieren. Fristen oder verpflichtende Maßnahmen fehlten. Deutsche Mittelständler sehen darin neue wirtschaftliche Belastungen, da Regulierungen weiter zunehmen.
Uneinheitliche globale Standards verschärfen den Wettbewerbsdruck
Ohne einen international abgestimmten Fahrplan wächst ein fragmentierter Markt. Länder wie Saudi-Arabien oder Australien setzen weiter auf subventionierte fossile Energien. Ihre Produkte bleiben global oft günstiger. Deutsche Exportbetriebe müssen CO₂-Zertifikate zahlen und zugleich in teure, klimafreundliche Technologien investieren. In vielen Schwellenländern fehlen klimapolitische Auflagen. Branchenverbände warnen, dass fehlende globale Standards mittelständische Unternehmen langfristig in eine Regulierungslage führen könnten. Sie zahlen mehr Kosten, während internationale Konkurrenten von lockeren Vorgaben profitieren.
Pragmatische Technologiewege als Ausweg aus der Sackgasse
Experten schlagen schrittweise, technologieoffene Lösungen vor, die sich auch für den Mittelstand umsetzen lassen. Statt eines abrupten Systemwechsels empfehlen sie Hybridlösungen. So könnten bestehende Anlagen zunächst mit Wasserstoff oder Biokraftstoffen ergänzt werden. Gleichzeitig fallen die Kosten für erneuerbare Energien und Speichertechnologien deutlich. Die EU unterstützt solche Ansätze durch Förderprogramme. So wurde die Anpassungsfinanzierung bis 2035 auf das Dreifache erhöht. Ein Industrie-Energieberater betont: Wir sollten nicht auf eine einzige Technologie setzen, sondern regionale Gegebenheiten und vorhandene Infrastrukturen berücksichtigen.
Politische Klarheit statt freiwilliger Zusagen
Die brasilianische COP-Präsidentschaft hatte zwei freiwillige Initiativen gestartet: einen Fahrplan für den Fossilausstieg und einen Waldschutzplan. Ohne verbindliche Verpflichtungen bleiben diese Projekte wirkungslos. Mittelständische Entscheider fordern daher klare politische Rahmenbedingungen, die internationale Wettbewerbsverzerrungen verhindern. Dazu gehören stärkere CO₂-Grenzausgleichmechanismen und bilaterale Abkommen mit Schwellenländern zur Etablierung gemeinsamer Emissionsstandards. Die EU soll Klimaziele mit konkreten Unterstützungsangeboten für KMU verknüpfen. Dazu zählen leichterer Zugang zu Fördermitteln und branchenspezifische Transformationspläne. Nur so kann der Mittelstand seine Führungsposition im Klimaschutz wirtschaftlich sichern.
