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Die Europäische Union treibt einen grundsätzlichen Wandel in der Energiepolitik voran. Auf einem Gipfel nahe Paris bezeichnete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Wegfall der Kernkraft als strategischen Fehler. Gleichzeitig kündigte Brüssel eine Investitionsgarantie von 200 Millionen Euro an, um private Investoren bei der Entwicklung neuer Kerntechnologien zu unterstützen. Die Botschaft lautet: Kernenergie soll in Europa wieder eine zentrale Rolle spielen.

Deutschland bleibt beim Ausstieg

Für deutsche Mittelständler ergibt sich ein widersprüchliches Bild. Die EU drängt auf Kernkraft, die Bundesregierung hält jedoch am Ausstieg fest. Bundeskanzler Friedrich Merz teilt zwar die Einschätzung von Von der Leyen, dass der Atomausstieg ein Fehler war. Doch Berlin macht deutlich, dass sich daraus keine Änderungen in der deutschen Energiepolitik ergeben. Das Atomgesetz bleibt unverändert. Ein Sprecher der Regierung betonte, Deutschland bleibe bei seiner Ausstiegsentscheidung und setze stattdessen auf einen gemischten Energiemix, um die Versorgung zu sichern.

Strompreise und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Für Industrieunternehmen im deutschen Mittelstand trifft die Entwicklung die Praxis spürbar. Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen in Europa. Energieintensive Betriebe zahlen deutlich mehr als Wettbewerber im Ausland. Das schmälert die Wettbewerbsfähigkeit oder verlagert Produktion ins Ausland. Frankreich, Polen und weitere EU-Staaten kombinieren erneuerbare Energien mit Kernkraft. Deutschland setzt hingegen stärker auf Solarenergie, Windkraft und weitere Ausbaupläne, um den Bedarf zu decken.

Umstritten auch in der Bundesregierung

In der Regierung gibt es Uneinigkeit. Bundeskanzler Merz teilt die Kritik an dem Atomausstieg. Bundesumweltminister Carsten Schneider widerspricht den EU-Plänen. Er kritisiert, dass neue Subventionen für Atomkraftwerke ein Kernelement der Strategie seien. Es gibt auch fachliche Skepsis. Befürworterargumentieren, dass kleinere Reaktoren nicht automatisch billiger seien als Großanlagen. Zudem seien technische Herausforderungen bei der Integration in ein Energiesystem mit hohem Anteil erneuerbarer Energien zu lösen.

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