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Der schwedische Möbelkonzern Ikea steckt in der größten Umstrukturierung seiner über acht Jahrzehnte währenden Geschichte. Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Organisationsstruktur. Damit reagiert das Unternehmen auf stagnierende Umsätze, schärfere Online-Konkurrenz und gestiegene Rohstoffpreise. Zum ersten Mal führen zwei Nicht-Schweden die wichtigsten Konzerneinheiten.
Gewinneinbruch und neue Konkurrenten
Der Gewinn von Inter Ikea, dem weltweiten Franchisegeber, fiel im Geschäftsjahr bis August 2025 um 26 Prozent. Das Unternehmen hatte zuvor die Preise gesenkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig setzen Online-Plattformen wie Amazon, Wayfair sowie Temu und Shein dem Möbelriesen zunehmend zu. Diese Anbieter punkten mit schneller Beschaffung, effizienter Logistik und aggressiven Preisen.
Rohstoffknappheit als zusätzliche Herausforderung
Parallel zur verschärften Konkurrenz wird Holz als wichtigster Rohstoff teurer und knapper. Russland und Belarus fallen nach Sanktionen als Lieferanten aus. Gleichzeitig reduzieren Österreich, Deutschland und Tschechien 2026 den Einschlag, um Wälder zu regenerieren. Marktstudien rechnen mit Preissteigerungen bei Fichte von drei bis sieben Prozent, bei Lärche von etwa fünf Prozent und bei Eiche von bis zu zehn Prozent. Die Beschaffung wird damit teurer und unsicherer.
Neue Filialkonzepte und Waldkäufe
Ikea reagiert mit mehreren strategischen Maßnahmen auf die veränderte Marktsituation. Nach Jahrzehnten der Expansion in Großstädten testet der Konzern ein neues Format namens Lada für Städte mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern. Gleichzeitig werden große Möbelhäuser zu hybriden Showroom- und Logistikzentren umgebaut, während die Onlinedienste massiv ausgebaut werden. Um die Rohstoffversorgung zu sichern, investierte Ingka Investments im Oktober 720 Millionen Euro in Waldflächen in Lettland und Estland. Insgesamt besitzt der Investmentarm des Konzerns nun mehr als 330.000 Hektar Wald.
Fokus auf Kerngeschäft und Omnichannel
Die neue Führung will Ikea stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und als effizienter Omnichannel-Händler positionieren. Filialen bilden das Rückgrat des Geschäftsmodells. Die Stiftungsstruktur des Unternehmens ist wenig verschuldet und ohne Dividendendruck. Dadurch bleibt Spielraum für langfristige Investitionen. Experten sehen darin einen strategischen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die unter kurzfristigem Renditedruck stehen.
