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Europäische Banken wollen mit eigenem Euro-Stablecoin unabhängig von Amerika werden

Photo by Art Rachen / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Projektziel: Europäischer Euro-Stablecoin

Eine Gruppe europäischer Banken arbeitet an einem digitalen Zahlungsstandard auf Euro-Basis. Ziel ist es, eine Lücke in der Finanzinfrastruktur zu schließen. Neueste Teilnehmerin ist die DZ Bank, Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie ergänzt die DekaBank und weitere Partner. Zum Konsortium gehören UniCredit, ING, BNP Paribas, CaixaBank, Danske Bank, KBC, Raiffeisen Bank International und SEB. Der Zusammenschluss stärkt Europas Position gegen die Dominanz amerikanischer Anbieter im Markt für digitale Währungen.

Bedeutung für den Mittelstand

Für technische Entscheider im deutschen Mittelstand könnte der Euro-Stablecoin konkrete Folgen haben. Das Ziel ist eine effiziente grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung rund um die Uhr zu niedrigen Kosten. Vor allem internationale Transaktionen könnten davon profitieren. Programmierbare Zahlungsprozesse würden Abläufe in Lieferketten vereinfachen. Auch die Abwicklung digitaler Vermögenswerte und Kryptowährungen soll der Stablecoin unterstützen.

Institutioneller Unterschied zu bisherigen Stablecoins

Bislang wurden Stablecoins oft außerhalb des klassischen Bankensektors entwickelt. Hinter dem europäischen Vorhaben stehen jedoch etablierte Finanzinstitute. In den Niederlanden wurde eine neue Firma namens Qivalis gegründet, die als E-Geld-Institut von der niederländischen Zentralbank lizenziert und überwacht werden soll. Diese Regulierung soll Vertrauen und Rechtssicherheit schaffen. Alle Initiativen erfüllen die Anforderungen der europäischen Krypto-Verordnung MiCAR, was maximale Konformität mit EU-Standards bedeutet.

Start geplant für Mitte 2026

Der Start des Euro-Stablecoins ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen. Ob der Markteintritt tatsächlich erfolgt, hängt von ausstehenden behördlichen Genehmigungen ab. Derzeit läuft die Suche nach einem CEO für das Konsortium. Parallel dazu bereiten sich die Banken technisch und operativ vor. Die Systeme werden koordiniert, damit eine stabile Infrastruktur entsteht, die Privatkunden und Geschäftskunden nutzen können.

Zusatzdienste für Kundinnen und Kunden

Während das Konsortium an der Kerninfrastruktur arbeitet, können einzelne Banken eigene Mehrwertdienste entwickeln. Dazu gehören digitale Geldbörsen für Stablecoins und Verwahrungslösungen für digitale Vermögenswerte. Diese Angebote fördern den Wettbewerb innerhalb der Initiative und bieten Kundinnen und Kunden mehr Optionen.

Strategische Autonomie im Zahlungsverkehr

Ein übergeordnetes Ziel lautet: Europa soll unabhängiger von amerikanischen Zahlungssystemen werden. Die beteiligten Banken betonen, dass der europäische Finanzsektor eine Alternative zu den von den USA dominierten Stablecoin-Märkten braucht. Durch die gemeinsame Anstrengung entsteht eine vertrauenswürdige digitale Finanzinfrastruktur, die auf regulatorischer Aufsicht basiert. Für technische Entscheider bedeutet das langfristig mehr Wahlfreiheit und Unabhängigkeit bei digitalen Zahlungslösungen.

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