zum Inhalt

EU plant große Vereinfachung bei Cookie-Bannern

Photo by Jon Tyson / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Cookie-Popups stören seit Jahren das Surfen. Eine EU-weite Reform der Digitalgesetzgebung könnte dies ändern. Sie soll ab 2025 viele Abfragen überflüssig machen. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das mehr Erleichterung für Webseitenbesucher und zugleich Anpassungen in Datenverarbeitung, Consent-Management und Marketingbudgets.

Weniger Popups, mehr Nutzerkontrolle

Zentrale Cookie-Voreinstellungen sollen Nutzern die Festlegung einer einmal gespeicherten Einstellung ermöglichen. Bei Besuchen einer Website werden diese Einstellungen automatisch angewendet. Dadurch entfällt die wiederholte Abfrage bei jedem Seitenaufruf. Technisch notwendige Cookies sowie einfache Statistik-Cookies, die keine personenbezogenen Daten verarbeiten, dürfen künftig ohne explizite Zustimmung genutzt werden. Die Abfragen verringern sich deutlich. In Deutschland tritt ab April 2025 die Einwilligungsverwaltungsverordnung, kurz EinwV, in Kraft. Sie ermöglicht eine zentrale Steuerung. Unternehmen sollten ihre Systeme mit Diensten wie Privacy Information Management Systems, kurz PIMS, verknüpfen.

Tracking und Datenverarbeitung neu gedacht

Für mittelständische Unternehmen ändert sich der Umgang mit Nutzerdaten grundlegend. Bislang galten nahezu alle nicht technisch notwendigen Cookies als Opt-in-Pflicht. Die Reform schafft hier klare Ausnahmen. Wer anonymisierte Statistiken zur Seitenoptimierung nutzt, braucht künftig keine Zustimmung. Die Zustimmung bleibt jedoch für personalisierte Werbung oder Profiling erforderlich. Unternehmen sollten prüfen, welche Daten wirklich benötigt werden und ob ihre Tracking-Tools für die neuen Regeln vorbereitet sind. Die EU stärkt zudem die Barrierefreiheit von Consent-Lösungen. Ab Juni 2025 gilt der European Accessibility Act. Er sorgt dafür, dass auch Menschen mit Einschränkungen Cookie-Banner verstehen und bedienen können.

Viele Mittelständler setzen heute auf umfassende Consent-Management-Plattformen. Damit wird rechtssicher gearbeitet. Die neue Regelung reduziert den Aufwand für wiederholte Popups. Die Dokumentationspflicht bleibt jedoch. Unternehmen müssen nachweisen, dass Nutzer Marketing-Cookies zugestimmt haben. Das erfolgt künftig über zentrale Systeme wie PIMS. Wer heute klare Logs führt und Tools auf EU-Servern speichert, ist gut vorbereitet. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an komplexen Banner-Lösungen. Das spart Kosten. Entscheider sollten prüfen, ob die aktuellen Anbieter die neuen Standards unterstützen, um Doppelarbeit zu vermeiden.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Tagesthemen vom 03.02.2026

USA und Indien nähern sich im Handel an Die USA und Indien haben ein Handelsabkommen geschlossen, das Zölle deutlich senkt und die angespannten Wirtschaftsbeziehungen entspannen soll. Washington reduziert Einfuhrzölle auf indische Waren von 25 auf 18 Prozent. Neu-Delhi will im Gegenzug Zölle und Handelshemmnisse für US-Produkte weitgehend abbauen. US-Präsident Trump

Tagesthemen vom 02.02.2026

EU-Kommissar drängt auf „Made in Europe“ bei öffentlichen Aufträgen EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné fordert, öffentliche Gelder in der EU stärker an Produktionsstandorte in Europa zu koppeln. Unternehmen, die Aufträge, Subventionen oder andere staatliche Unterstützung erhalten, sollen einen wesentlichen Teil ihrer Wertschöpfung in der EU erbringen. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern,