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Elektronische Patientenakte: Hausärzte warnen vor praktischen Hürden bei der Pflichteinführung

Photo by National Cancer Institute / Unsplash

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Seit dem 1. Oktober 2025 sind niedergelassene Ärzte verpflichtet, Behandlungsbefunde wie Arztbriefe oder Laborwerte in die elektronische Patientenakte (ePA) zu übernehmen. Viele Praxen berichten von technischen Schwierigkeiten, Sicherheitsbedenken und unklaren Abläufen. Der Hausärzteverband warnt vor einer drohenden Bruchlandung und fordert rasche Maßnahmen, um die Systeme praxisgerecht zu gestalten.

Sicherheitslücken und Systemausfälle untergraben das Vertrauen

Die ePA weist weiterhin erhebliche Sicherheitslücken auf. Der Chaos Computer Club hält sie trotz gesetzlicher Vorgaben für systemisch bedenklich. Zu viele Beteiligte haben Zugriff auf die Daten, von Krankenkassen bis zu Tech-Anbietern. Ärztinnen und Ärzte sichern sich mit patientenseitigen Einwilligungen ab, doch wiederholte Störungen wie Ausfälle bei der AOK nähren Unsicherheit. Praxen müssen eigene Firewall-Einstellungen prüfen und Software-Updates durchführen, um die ePA zu nutzen. Der Aufwand belastet besonders kleine Einrichtungen.

Interoperabilität bleibt größte Herausforderung

Die Interoperabilität ist die größte Hürde. Das Kernversprechen der ePA, den Datenaustausch zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Kostenträgern zu ermöglichen, erfüllt sich noch nicht. Der Bitkom fordert bis 2025 einheitliche Datenmodelle und Kodierungsstandards wie HL7. Ohne klare Vorgaben entstehen Insellösungen, die den sektorübergreifenden Datenaustausch behindern. Digitalisierte Gesundheitsanwendungen und Laborwerte aus Wearables passen oft nicht nahtlos in die ePA. Das behindert eine ganzheitliche Patientenversorgung.

Praxis-IT muss nachgerüstet werden

Die Praxis-IT muss aufgerüstet werden. Viele Praxen sind technisch noch nicht bereit für die ePA-Pflicht. Kliniken sehen Digitalisierung als Chance, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte fürchten Bürokratie und Sicherheitsrisiken. Eine Bitkom-Umfrage zeigt einen digitalen Graben zwischen Klinik- und Praxiswelt. Klare Handreichungen fehlen oft. Welche PVS-Lizenzen benötigt werden, wie Aufgaben in der C‑Box verteilt werden oder ob Schulungen nötig sind, bleibt unklar. Für kleine Praxen bedeutet das erheblicher Ressourcenaufwand.

Lösungsansätze: Koordination statt Einzelkämpfertum

Der Weg nach vorn heißt Koordination. Experten fordern eine stärkere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Bitkom schlägt eine zentrale Steuerung vor, die bis 2025 einheitliche Interoperabilitätsstandards durchsetzt. Das soll an den EU-weiten Standards orientiert sein. Gleichzeitig sollten pragmatische Lösungen möglich bleiben, so wie sie während der Pandemie für Telemedizin gefunden wurden. Der Hausärzteverband fordert, die Praxislast zu senken. Dafür braucht es einfachere Schnittstellen und finanzielle Unterstützung. So bleibt die ePA kein riskanter Feldversuch, wie Kritiker sagen.

Fazit: Zeit für gemeinsame Lösungen

Gemeinsame Lösungen sind nötig. Die ePA kann Doppeluntersuchungen vermeiden und die Versorgung verbessern. Doch stabile Systeme, klare Standards und praxisnahe Umsetzung fehlen oft. Technische Entscheider sollten prüfen, ob ihre IT-Infrastruktur bereit ist. Sie sollten sich in Branchennetzwerken für einfachere Lösungen einsetzen. Die Zeit drängt. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens lässt sich nicht verzögern.

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