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DIHK will Klimaneutralität bis 2045 stoppen

Photo by Li-An Lim / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer fordert eine grundlegende Neuordnung der Klimapolitik. In einem Positionspapier schlägt sie vor, das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 aufzugeben. Stattdessen soll ein flexibles Emissionsbudget bis 2050 gelten. Zusätzlich müssten jährlich festgelegte CO2-Minderungsziele entfallen. Als Begründung nennt die DIHK die Abwanderung energieintensiver Branchen und den Verlust vieler Arbeitsplätze durch steigende Energiekosten. Die Organisation argumentiert, die derzeitige Politik überfordere Unternehmen und schwäche den Standort Deutschland langfristig. Statt strenger Zielvorgaben fordert sie internationale Kooperationen bei der Klimarechnung und mehr Freiräume für technologieoffene Lösungen.

Inhalt der Forderung

Die DIHK will die Klimapolitik stärker international ausrichten. Das 2045-Ziel soll aufgegeben werden. Stattdessen soll ein flexibles Emissionsbudget bis 2050 gelten. Festgelegte Jahresziele für CO2-Reduktionen würden entfallen. Die Begründung lautet, internationale Zusammenarbeit könne Kosten senken und Innovation fördern. Die DIHK betont zudem die Notwendigkeit, Technologien offen zu halten, darunter Wasserstoff und neue Speicherformen.

Kritik aus Umwelt- und Politikkreisen

Die DIHK-Forderungen stoßen auf scharfe Gegenwehr. Grüne Politiker warnen, verlässliche Klimaziele seien die Grundlage für Innovation. Eine Aufweichung könne den Wirtschaftsstandort schädigen. Ein ehemaliger grüner Staatssekretär sagte, Unternehmen, die an veralteten Strukturen festhielten, würden dem Gestern angehören. Umweltverbände wie der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft äußern sich besorgt. Sie kritisieren, dass die DIHK wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriere und kurzfristige Entlastung auf Kosten der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit gehe. Zudem sei die DIHK als Körperschaft öffentlichen Rechts gesetzlich verpflichtet, die Klimaschutzziele zu unterstützen; eine Abkehr widerspreche dieser Pflicht.

Unsicherheit für mittelständische Investitionsplanung

Für den Mittelstand hätte ein Kurswechsel spürbare Folgen. Viele Betriebe berichten heute von Planungsunsicherheit, Bürokratie und begrenzten finanziellen Spielräumen für Klimaschutzmaßnahmen. DIHK-Umfragen zeigen, dass mehr als 60 Prozent der Betriebe die wachsende Verwaltungsdichte als größtes Hindernis sehen. Ohne konkrete Jahresziele könnten Investoren verunsichert werden. Branchen wie Stahl und Chemie, die langfristige Planung benötigen, befürchten Verzögerungen beim Umstieg auf grüne Technologien. Experten warnen zudem, dass verschobene Ziele die Kosten erhöhen könnten, weil notwendige Innovationen sich verzögern.

DIHKs Alternativkonzept und Expertenwarnungen

Die DIHK will Klimaschutz stärker international verankern und auf freiwillige Kooperationen mit Drittstaaten setzen. In der Studie Neue Wege für die Energiewende plädiert sie für mehr Klimagutschriften und eine Technologieoffenheit, die auch Wasserstoff oder CO2-Abscheidung zulasse. Kritiker befürchten, dass solche Modelle Emissionen verlagern statt reduzieren. Eine Analyse des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) zeigt, dass der Ausbau Erneuerbarer bis 2030 durch die Vorschläge deutlich verlangsamt werden könnte. Andere Studien betonen, dass ambitionierter Klimaschutz die Wettbewerbsfähigkeit stärkt – durch neue grüne Märkte und langfristig sinkende Energiekosten.

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