zum Inhalt

Deutschland rutscht im Innovationsranking weiter ab

Photo by Ansgar Scheffold / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Deutschland verliert weiter Boden im internationalen Innovationswettbewerb. Im Innovationsindikator 2025 landet die Bundesrepublik erneut auf Platz 12. Die USA, Großbritannien und Frankreich legen deutlich zu. Das Ergebnis ist eindeutig. Die Grundlagenforschung gilt weltweit als hervorragend. Die Umsetzung der Forschung in marktfähige Produkte gelingt jedoch oft nicht. Besonders bei Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Biotechnologie verliert Deutschland an Boden.

Forschung statt Markterfolg

Die Kluft zwischen Labor und Markt ist das Kernproblem. Deutsche Unternehmen investieren fortlaufend in Forschung und Entwicklung. Die Schritte zur kommerziellen Nutzung neuer Technologien gehen jedoch nur langsam voran. In der Schweiz und in Singapur werden Ergebnisse schneller in neue Geschäftsmodelle umgesetzt. Viele deutsche Ideen bleiben Prototypen. In Hochtechnologiebranchen verzeichnet Deutschland Rang 15. Experten weisen darauf hin, dass exzellente Forschung oft nicht in wirtschaftlichen Erfolg mündet.

Bürokratie bremst Innovationen

Unternehmen nennen strenge gesetzliche Vorgaben und langwierige Genehmigungsverfahren als größte Hindernisse. Über drei Viertel der befragten Entscheider sehen Regulierung als Haupthindernis. Weitere zwei Drittel kritisieren die Dauer administrativer Prozesse. Diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass Firmen Risiken meiden. Sie suchen Sicherheit. Bereits heute verlagern 20 Prozent der Unternehmen Teile ihrer Forschung ins Ausland. Vor allem Großkonzerne mit über 1000 Mitarbeitern treiben diesen Trend. Er verstärkt die Abwanderung von Wertschöpfung und schwächt die Innovationsbasis.

Skalierung bleibt aus

Der fehlende Zugang zu ausreichendem Wagniskapital hemmt Scale-ups. In den USA und in Asien investieren Risikokapitalgeber mutig in Start-ups. Deutsche Finanziers zögern oft in Wachstumsphasen. Damit erhalten vielversprechende Technologien nicht die notwendige Unterstützung. Der Sprung ins internationale Geschäft scheitert oft am Kapitalmangel. Ein funktionierender europäischer Kapitalmarkt fehlt ebenfalls. Ohne solche Strukturen bleibt vieles auf dem Heimatmarkt.

Handlungsbedarf für Politik und Wirtschaft

Experten fordern einen klaren Kurswechsel. Ziel ist eine stärkere Innovationskraft. Regulierungen sollen vereinfacht werden. Der Technologietransfer von Wissenschaft zu Wirtschaft muss besser funktionieren. Leistungsfähige Kapitalquellen für Scale-ups sind notwendig. BDI-Präsident Peter Leibinger betont, Deutschland müsse seine exzellente Forschung besser nutzen. Die Kostenstrukturen der Industrie müssen dauerhaft tragbar bleiben. Unternehmen müssen mutiger werden. Sie sollten neue Geschäftsmodelle entwickeln. Digitale Technologien müssen konsequent eingesetzt werden. Nur so lässt sich der Abwärtstrend stoppen.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche veräußert seine hundertprozentige Tochter MHP. MHP ist auf Management- und IT-Beratung spezialisiert und hat ihren Sitz in Ludwigsburg. Neuer Eigentümer wird Tata Consultancy Services. Der Vertrag wurde am 24. August unterzeichnet. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. In den kommenden Monaten wird der Abschluss

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Der Präsident der Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, setzt auf eine neue Arbeitszeitregel. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit soll 48 Stunden betragen. Er hält die bisherige Achtstundenregel für veraltet und wettbewerbsfeindlich. Wochenmodelle würden mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte bringen. Dulger betont, dass niemand zu extrem langen Tagen gezwungen wird. Der Gesundheitsschutz bleibe wichtig.

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

Die EU-Kommission hat dem chinesischen Onlinehändler AliExpress eine Geldbuße von 550 Millionen Euro auferlegt. Das ist die bislang höchste Strafe im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste. Für deutsche Mittelständler bedeutet dies eine klare Botschaft: Der Onlinehandel mit günstigen Importwaren wird stärker reguliert. Die Verantwortung für Produktsicherheit wird deutlich zugeordnet.