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Deutscher Onlinehandel wächst deutlich stärker

Photo by Christin Hume / Unsplash

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Der deutsche E-Commerce-Markt zeigt sich in diesem Jahr deutlich dynamischer als noch vor einigen Jahren. Das Wachstum war lange gedämpft, doch die Entwicklung beschleunigt sich erneut spürbar. Experten rechnen für 2025 mit einem Umsatzplus von vier bis 5,7 Prozent. Damit nähert sich der Markt wieder seiner früheren Dynamik. Jahrelang zogen schwache Zuwächse die Branche nach unten. Das Gesamtumsatzvolumen liegt je nach Szenario zwischen 110 und 128 Milliarden Euro.

Neue Macht am Markt: Große Player dominieren und chinesische Plattformen gewinnen an Gewicht

Interessant ist, dass sich das Wachstum auf wenige große Anbieter konzentriert. Amazon erzielt weiterhin über der Hälfte der Zuwächse. Gleichzeitig mischen neue internationale Anbieter im Markt mit. Besonders auffällig ist der Aufstieg chinesischer Plattformen. Temu und Shein erreichen in Deutschland zusammen 2,7 bis 3,3 Milliarden Euro Umsatz. Temu verzeichnete ein Wachstum von 285 Prozent, Shein schafft erstmals den Sprung in die Top 10 der größten Online-Shops in Deutschland. Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich Marktanteile verschieben, wenn Plattformen neue Geschäftsmodelle nutzen.

Marktplätze gewinnen weiter an Bedeutung und die Marktstruktur konzentriert sich

Parallel zu diesem Trend verschiebt sich die Struktur im Online-Einzelhandel insgesamt. Marktplätze machen inzwischen 57 Prozent des E-Commerce-Umsatzes aus. Das erhöht den Druck auf etablierte Händler, sich auf solchen Plattformen zu präsentieren. Zugleich wächst die Marktkonzentration. Die Top 100 Online-Shops vereinen knapp 71 Prozent des gesamten Umsatzes. Für kleinere und mittlere Anbieter wird es damit schwieriger, im Wettbewerb Fuß zu fassen.

Wachstumstreiber außerhalb des klassischen Onlinehandels

Nicht nur klassische Warengruppen treiben das Wachstum. Besonders dynamisch ist der Online-Lebensmittelhandel. Rewe verzeichnete zuletzt ein Umsatzwachstum von über 33 Prozent und gehört erstmals zu den Top Ten der führenden E-Commerce-Anbieter. 2023 erzielte das Unternehmen rund eine Milliarde Euro Online-Umsatz mit Lebensmitteln. Die Entwicklung spiegelt eine grundlegende Verhaltensänderung wider: Immer mehr Verbraucher erledigen ihre täglichen Besorgungen online. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2026 rund 70 Prozent aller Kunden regelmäßig online einkaufen werden.

Was das für technische Entscheider bedeutet

Für mittelständische Unternehmen ist diese Entwicklung eine Mischung aus Herausforderung und Chance. Ohne Marktplatz-Präsenz wird es schwieriger, relevant zu bleiben. Zugleich entstehen neue Chancen in Nischen und durch spezialisierte Online-Strategien. Wer jetzt in stabile E-Commerce-Infrastruktur und Datenanalyse investiert, kann von der anhaltenden Marktbereinigung profitieren. Entscheidend ist eine Konzentration auf gut funktionierende Geschäftsmodelle und klare Kundensegmente.

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