zum Inhalt

China erwägt eine Lockerung der Exportbeschränkungen für Nexperia-Chips

Photo by Klemens Morbe / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die chinesische Regierung plant Ausnahmen vom Exportverbot für bestimmte Halbleiter des niederländischen Herstellers Nexperia. Die Maßnahme könnte Lieferengpässe in der deutschen Industrie vorerst eindämmen, die durch das seit Wochen geltende Exportverbot verursacht wurden. Europäische Automobilhersteller und Zulieferer hatten zuletzt mit Produktionsstopps und leeren Lagern zu kämpfen, weil Nexperia-Chips in vielen Fahrzeugkomponenten unverzichtbar sind. Obwohl Peking keine konkreten Kriterien für die Ausnahmen nannte, signalisierte das Handelsministerium, Unternehmen könnten sich bei akuten Lieferproblemen direkt an Behörden wenden.

Hintergrund des Konflikts

Der Konflikt entzündete sich Ende September, als die niederländische Regierung Nexperia unter staatliche Kontrolle stellte. Das Unternehmen ist rechtlich in den Niederlanden ansässig und gehört zur chinesischen Wingtech-Gruppe. Die Niederlande begründeten den Schritt mit Vorwürfen gegen das Management, während China die Intervention als unzulässige Einmischung kritisierte. Kurz darauf stoppte Peking die Ausfuhr von Nexperia-Chips aus chinesischen Fabriken, obwohl diese Halbleiter dort lediglich weiterverarbeitet und anschließend nach Europa exportiert wurden. Für deutsche Firmen entstand so eine prekäre Situation: Selbst robuste Lieferanten wie Bosch meldeten Kurzarbeit, weil Ersatzteile fehlten.

Berlin reagiert vorsichtig optimistisch

Das Bundeswirtschaftsministerium wertete die Ankündigung aus Peking als positive erste Signale der Entspannung. Zugleich betonte ein Sprecher, eine abschließende Einschätzung sei derzeit nicht möglich, da Details zu den Ausnahmeregelungen fehlten. Branchenverbände gingen ähnliche Wege: Die Entscheidung könne den Druck auf die Produktion kurzfristig lindern, doch bleibe die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten ein strukturelles Risiko. Besonders kleine und mittlere Unternehmen seien oft weniger flexibel und damit anfällig für Versorgungsengpässe.

Langfristige Lösungen im Fokus

Experten warnen, die aktuelle Krise dürfe nicht als Dauerlösung missverstanden werden. Die EU müsse eigene Halbleiterkapazitäten aufbauen und Lieferketten diversifizieren. Bereits jetzt zeigen sich Folgen der Abhängigkeit: Elektronikhändler berichten von deutlich gestiegenen Preisen für Ersatzchips, während Lagerbestände schnell schrumpfen. Für den Mittelstand bedeutet das, kurzfristige Planungssicherheit mit langfristigen Strategien zu verbinden. Dazu zählen engere Kooperationen mit europäischen Halbleiterherstellern und Investitionen in alternative Technologien.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Tagesthemen vom 05.02.2026

Starker Euro setzt EZB unter Zugzwang Die Europäische Zentralbank belässt den Einlagensatz zwar bei zwei Prozent, gerät aber wegen der Währungsentwicklung zunehmend unter Druck. Der Dollar verliert an Bedeutung, große Investoren und Staaten wie China fahren ihre Dollar-Bestände zurück. Zugleich hat sich der Euro spürbar aufgewertet. Das dämpft zwar die

Kartellamt setzt neue Maßstäbe

Kartellamt setzt neue Maßstäbe

Am 5. Februar 2026 hat das Bundeskartellamt Amazon eine schwere Niederlage zugefügt. Die Behörde verbot dem Onlinehändler, Preisobergrenzen für unabhängige Händler auf dem Amazon Marketplace festzulegen. Zusätzlich verhängte sie eine Strafe von 59 Millionen Euro. Für viele Mittelständler im Onlinehandel ist dies ein wichtiger Sieg im Wettbewerb gegen den Marktplatzbetreiber.

Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Starker Euro drückt auf EZB-Politik: Zinssenkung rückt in den Fokus

Die Europäische Zentralbank hält ihre Leitzinsen vorerst stabil. Bei ihrer Sitzung am Donnerstag beschloss das EZB-Direktorium, den Einlagensatz unverändert bei zwei Prozent zu belassen. Das entsprach den Erwartungen der Finanzmärkte. Doch hinter dieser Entscheidung zeichnen sich neue Spannungen ab, die die Geldpolitik in absehbarer Zeit verändern könnten. Warum der Dollar

Tagesthemen vom 04.02.2026

Inflation im Euroraum unter EZB-Ziel – aber mit deutlichen Unterschieden Die Inflation in der Eurozone ist im Januar 2026 auf 1,7 Prozent gefallen und liegt damit erstmals seit Herbst 2024 unter dem Zielwert der EZB. Treiber sind vor allem sinkende Energiepreise, die im Jahresvergleich um 4,1 Prozent zurückgingen. Lebensmittel