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Der Leverkusener Konzern Bayer hat eine umfassende Rechtsoffensive gegen die führenden Corona-Impfstoffhersteller gestartet. Er reichte Klagen gegen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson bei Gerichten in Delaware und New Jersey ein. Zentral ist der Vorwurf der Patentverletzung bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen.
Alte Technologie im Fokus der Auseinandersetzung
Der Streit hat eine lange Geschichte. Bayer, zu dem auch Monsanto gehört, arbeitete in den 1980er Jahren an einem Verfahren zur Stabilisierung von Erbgutmaterial. Die Technik war für die Züchtung robuster Nutzpflanzen gedacht und entsprechend patentiert. Aus Bayers Sicht nutzten die Impfstoffhersteller dieses geschützte Verfahren später ohne Genehmigung. Demnach seien Proteinsequenzen so verändert worden, dass die mRNA-Impfstoffe im Körper die gewünschte Immunreaktion auslösen.
Milliardenumsätze als wirtschaftlicher Hintergrund
Die wirtschaftliche Dimension des Rechtsstreits ist erheblich. Bayer beharrt darauf, dass die betroffenen Unternehmen durch die unbefugte Nutzung der Technologie Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe erzielt haben. Im Jahr 2024 setzten Pfizer und BioNTech mit Comirnaty weltweit mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar um. Moderna verdiente mit Spikevax rund 3,2 Milliarden US-Dollar. Die Beträge liegen deutlich unter dem Höhepunkt der Pandemie, bleiben aber beachtlich.
Es geht Bayer nicht um ein Verkaufsverbot der Impfstoffe. Es gehe um Schadensersatz und möglicherweise nachträgliche Lizenzgebühren. Bayer war selbst nie an der Entwicklung der Corona-Impfstoffe beteiligt und produziert auch keine.
Teil einer wachsenden Patentauseinandersetzung
Der Konflikt ist kein Einzelfall. Moderna hatte 2022 Pfizer wegen Patentverletzungen verklagt. In Großbritannien konnte Moderna in der Berufungsinstanz einen Sieg erringen. Weitere Verfahren in Europa und den USA laufen noch. Experten erwarten, dass die neuen Klagen von Bayer Jahre dauern werden. Die Biotechnologie ist komplex.
Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die mRNA-Technologie wird auch außerhalb von Corona genutzt. Sie kommt bei Grippeimpfstoffen und Krebstherapien zum Einsatz. Die laufenden Patentstreitigkeiten könnten Auswirkungen auf dieses wachsende Feld haben.
Chancen und Risiken für die Branche
Der späte Zeitpunkt der Klage überrascht. Mehr als vier Jahre nach dem Beginn der Massenimpfungen könnte Bayer nachträgliche Lizenzgebühren fordern. Experten schätzen, dass solche Gebühren oft zwischen einem und drei Prozent des Umsatzes liegen. Für Bayer könnte sich eine solche Quote lohnen, da die Umsätze mehrere Milliarden betragen.
