zum Inhalt

BASF enttäuscht Anleger: Gewinnziele verfehlt und Sparmaßnahmen angekündigt

Photo by Johannes Sieber / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat zum Jahresauftakt für Enttäuschung an der Börse gesorgt. Die vorläufigen Ergebnisse für 2025 lagen unter den Erwartungen des Unternehmens und der Analysten. Der Umsatz betrug 59,7 Milliarden Euro, gegenüber 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Besonders das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBITDA, blieb hinter den Prognosen zurück. Statt der angepeilten 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro erzielte BASF 6,6 Milliarden Euro. Damit verfehlte das Unternehmen seine Guidance knapp.

Schwache Nachfrage und Preisdruck belasten die Bilanz

Mehrere Faktoren dämpften das Geschäft. Die Nachfrage in großen Teilen des Portfolios ging deutlich zurück, während die Verkaufspreise unter Druck blieben. Negative Währungseffekte schmälerten den Umsatz zusätzlich. In einer schwachen Konjunktur lassen sich Preissteigerungen schwer durchsetzen, und der Kostendruck der Kunden wird zur Normalität. Ein Sondereffekt aus dem Verkauf des Farben- und Lacksegmentes sowie höhere Erträge aus der Beteiligung an Wintershall Dea führten zwar zu einem Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr 1,3 Milliarden Euro. Doch diese Einmaleffekte verdecken die operativen Schwierigkeiten nicht.

Analysten warnen vor weiteren Abschlägen

Die Reaktion der Finanzexperten war deutlich. Peter Spengler von der DZ Bank sprach von einer Ernüchterung zum Jahresbeginn. Auch JPMorgan rechnet damit, dass Analystenschätzungen nach unten korrigiert werden. Die hohe Bewertung der BASF-Aktie könnte weiter unter Druck geraten, wenn strukturelle und konjunkturelle Gegenwindsituationen länger anhalten. Das schwache vierte Quartal wird branchenweit als negatives Signal gesehen, da BASF die Zahlen nicht nach Geschäftsbereichen aufschlüsselt. Dadurch bleiben konkrete Problemzonen unklar.

Kostensenkung und Umstrukturierung im Fokus

Trotz der Herausforderungen bleibt BASF aktiv. Der Fokus für 2026 liegt auf Umstrukturierung, Neujustierung und erheblichen Kosteneinsparungen. BASF kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro an, das von November 2025 bis Juni 2026 laufen soll. Ziel ist es, das Grundkapital zu reduzieren und den Shareholder Value zu steigern. Am Standort Ludwigshafen werden energiefressende Produktionslinien angepasst, und die lokale Kreislaufwirtschaft soll stärker gefördert werden. Zudem bereitet sich BASF auf einen Teilbörsengang der Agrarsparte vor, um die Struktur zu klären.

Kassenfluss und Dividende geben Halt

Unter den Lichtblicken ist der freie Cashflow. Er fiel besser aus als erwartet und unterstützt die Entschuldung des Unternehmens. Dadurch bleiben attraktive Dividendenzahlungen möglich. Die Dividendenrendite liegt bei rund fünf Prozent, was BASF für einkommensorientierte Anleger attraktiv hält, auch wenn die Gewinnmarge unter zwei Prozent bleibt. Experten bewerten die Aktie überwiegend mit Kaufen und sehen mittelfristiges Kursziel von ca. 15 Prozent.

Branchenverband schlägt Alarm

Der Branchenverband VCI warnt vor Druck auf die deutsche Chemieindustrie. Die Branche ist stark unter Stress. Hohe Energiekosten und strukturelle Belastungen sind Dauerthemen. Für Mittelständler, die als Zulieferer oder Partner der Chemie tätig sind, ist dies ein wichtiges Signal. Die Schwierigkeiten könnten sich auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken. Wer von Chemieunternehmen abhängig ist, sollte sich auf längere Abstimmungsprozesse und höhere Kosten einstellen. Die vollständigen Geschäftszahlen veröffentlicht BASF am 27. Februar. Dann dürfte klarer werden, in welchen Segmenten die Probleme konkret liegen.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Tagesthemen vom 17.02.2026

Streikwoche bei der Autobahn GmbH Die Gewerkschaft ver.di hat bei der Autobahn GmbH des Bundes eine mehrtägige Streikwelle gestartet. Betroffen sind vor allem Autobahnmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen in vielen Regionen. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt für rund 14.000 Beschäftigte. Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch

Brüssel verschärft den Blick auf Shein: EU prüft Geschäftspraktiken

Brüssel verschärft den Blick auf Shein: EU prüft Geschäftspraktiken

Die Europäische Kommission hat am 17. Februar 2026 ein formelles Verfahren gegen die chinesische Shopping-Plattform Shein eingeleitet. Hintergrund sind Vorwürfe systematischer Verstöße gegen den Digital Services Act, das zentrale EU-Gesetz für große Online-Plattformen. Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Bereiche, die auch mittelständische Unternehmen im E-Commerce betreffen. Illegale Produkte auf

Stellenabbau in der Industrie

Stellenabbau in der Industrie

Die deutsche Industrie steht unter Druck. Im Jahr 2025 baute die Branche mehr als 120.000 Arbeitsplätze ab. Am Jahresende beschäftigte die Industrie rund 5,38 Millionen Menschen. Das waren 124.000 weniger als zwölf Monate zuvor. Die Zahlen stammen aus einer EY-Analyse, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert.

Streikwoche bei der Autobahn GmbH

Streikwoche bei der Autobahn GmbH

Seit Dienstag läuft eine mehrtägige Streikwelle der Gewerkschaft ver.di bei der Autobahn GmbH des Bundes. Die Arbeitskampfmaßnahmen richten sich gegen den Stand der Tarifverhandlungen. Sie betreffen Autobahnmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen im ganzen Bundesgebiet. Für mittelständische Unternehmen bedeuten die Ausstände erhebliche Planungsunsicherheit in dieser Woche. Kern des Tarifkonflikts Die