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Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat zum Jahresauftakt für Enttäuschung an der Börse gesorgt. Die vorläufigen Ergebnisse für 2025 lagen unter den Erwartungen des Unternehmens und der Analysten. Der Umsatz betrug 59,7 Milliarden Euro, gegenüber 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Besonders das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBITDA, blieb hinter den Prognosen zurück. Statt der angepeilten 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro erzielte BASF 6,6 Milliarden Euro. Damit verfehlte das Unternehmen seine Guidance knapp.
Schwache Nachfrage und Preisdruck belasten die Bilanz
Mehrere Faktoren dämpften das Geschäft. Die Nachfrage in großen Teilen des Portfolios ging deutlich zurück, während die Verkaufspreise unter Druck blieben. Negative Währungseffekte schmälerten den Umsatz zusätzlich. In einer schwachen Konjunktur lassen sich Preissteigerungen schwer durchsetzen, und der Kostendruck der Kunden wird zur Normalität. Ein Sondereffekt aus dem Verkauf des Farben- und Lacksegmentes sowie höhere Erträge aus der Beteiligung an Wintershall Dea führten zwar zu einem Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr 1,3 Milliarden Euro. Doch diese Einmaleffekte verdecken die operativen Schwierigkeiten nicht.
Analysten warnen vor weiteren Abschlägen
Die Reaktion der Finanzexperten war deutlich. Peter Spengler von der DZ Bank sprach von einer Ernüchterung zum Jahresbeginn. Auch JPMorgan rechnet damit, dass Analystenschätzungen nach unten korrigiert werden. Die hohe Bewertung der BASF-Aktie könnte weiter unter Druck geraten, wenn strukturelle und konjunkturelle Gegenwindsituationen länger anhalten. Das schwache vierte Quartal wird branchenweit als negatives Signal gesehen, da BASF die Zahlen nicht nach Geschäftsbereichen aufschlüsselt. Dadurch bleiben konkrete Problemzonen unklar.
Kostensenkung und Umstrukturierung im Fokus
Trotz der Herausforderungen bleibt BASF aktiv. Der Fokus für 2026 liegt auf Umstrukturierung, Neujustierung und erheblichen Kosteneinsparungen. BASF kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro an, das von November 2025 bis Juni 2026 laufen soll. Ziel ist es, das Grundkapital zu reduzieren und den Shareholder Value zu steigern. Am Standort Ludwigshafen werden energiefressende Produktionslinien angepasst, und die lokale Kreislaufwirtschaft soll stärker gefördert werden. Zudem bereitet sich BASF auf einen Teilbörsengang der Agrarsparte vor, um die Struktur zu klären.
Kassenfluss und Dividende geben Halt
Unter den Lichtblicken ist der freie Cashflow. Er fiel besser aus als erwartet und unterstützt die Entschuldung des Unternehmens. Dadurch bleiben attraktive Dividendenzahlungen möglich. Die Dividendenrendite liegt bei rund fünf Prozent, was BASF für einkommensorientierte Anleger attraktiv hält, auch wenn die Gewinnmarge unter zwei Prozent bleibt. Experten bewerten die Aktie überwiegend mit Kaufen und sehen mittelfristiges Kursziel von ca. 15 Prozent.
Branchenverband schlägt Alarm
Der Branchenverband VCI warnt vor Druck auf die deutsche Chemieindustrie. Die Branche ist stark unter Stress. Hohe Energiekosten und strukturelle Belastungen sind Dauerthemen. Für Mittelständler, die als Zulieferer oder Partner der Chemie tätig sind, ist dies ein wichtiges Signal. Die Schwierigkeiten könnten sich auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken. Wer von Chemieunternehmen abhängig ist, sollte sich auf längere Abstimmungsprozesse und höhere Kosten einstellen. Die vollständigen Geschäftszahlen veröffentlicht BASF am 27. Februar. Dann dürfte klarer werden, in welchen Segmenten die Probleme konkret liegen.
